Nach Hausexplosion: Neun Jahre Haft gefordert

Darmstadt/Münster - Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat neun Jahre Haft für einen Mann gefordert, der nach einem tödlichen Streit ein Haus in Münster in die Luft gejagt haben soll.

„Der Mann hat Benzin angesteckt, um die Auseinandersetzung zu vertuschen“, sagte Staatsanwalt Sebastian Zwiebel heute im Plädoyer vor dem Landgericht Darmstadt. „Durch das Abbrennen des Benzins gab es eine Druckwelle und die Explosion.“ Motiv sei Geldstreit gewesen. Der Angeklagte sagte in seinem letzten Wort: „Es tut mir leid.“ Der Angeklagte hatte gestanden, im Juli dieses Jahres eine 62-Jährige in ihrem Schlafzimmer heftig herumgeschleudert zu haben.

Explosion im Wohnhaus 

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Die Frau sei an eine Bettkante gestoßen und regungslos liegengeblieben. Einige Zeit später habe er Benzin vergossen und angesteckt. Die Leiche der Frau wurde in den Trümmern gefunden. Die 62-Jährige war laut Gutachten schon vor dem Brand und der Explosion tot gewesen. Die Verteidigung plädierte auf ein erträgliches Strafmaß, das dem 29-Jährigen noch eine Perspektive biete. Das Urteil soll am 14. Dezember verkündet werden.

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Staatsanwalt Zwiebel wertete den Angriff auf die Frau als Körperverletzung mit Todesfolge und forderte die Mindeststrafe von drei Jahren Haft. Für die besonders schwere Brandstiftung und eine folgende fahrlässige Körperverletzung plädierte er auf sieben Jahre und sechs Monate. Die beiden Strafmaße zog er zu einer Haftstrafe von neun Jahren zusammen. Nach der Explosion war durch herabstürzende Trümmerteile eine Frau an der Schulter und im Gesicht verletzt worden. Außerdem habe der Angeklagte einen Neunjährigen im Erdgeschoss des Hauses „in die Gefahr des Todes gebracht“, sagte Zwiebel. Die Wucht der Explosion hatte das Dach und das Obergeschoss des frei stehenden Hauses verwüstet. Es klaffte ein riesiges Loch. „Es ist ein Wunder gewesen, dass der Junge nicht verletzt wurde“, sagte Zwiebel.

dpa

Quelle: op-online.de

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