Auszeichnung beteiligter Vereine

Nach Volksradeln Kritik an Wegenetz

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Die Siegerehrung beim Volksradfahren war von den lokalen Vereinsvertretern bestimmt. 22 Gruppen und Vereine machten mit, ab einer Teilnahme von zehn Personen wartete ein Pokal.

Münster -  „Selbst bei diesem kalten Wetter ist niemand umgekippt!“ – mit ein wenig Ironie zog Willi Braun, Vorsitzender des Radsportverein Münster, am Sonntagnachmittag sein Fazit zum 46. Volksradfahren.

Bei der Siegerehrung im Freizeitzentrum, wo die Veranstaltung traditionsgemäß mit Speis und Trank ausklingt, erhielt die Ortsgruppe des DRK einen besonderen Dank. Mit Blick auf die tropischen Verhältnisse war sie für alle Eventualitäten präsent. Als i-Tüpfelchen fuhr man parallel noch in der Wertung der Ortsvereine mit, bei der es darum geht, möglichst viele Mitglieder in den Sattel zu bekommen. Mit 23 Teilnehmern erreichte das DRK einen guten fünften Rang. Dabei ließen die Rotkreuzler den VfL mit 21, den Kirchenchor Cäcilia mit 20 und die FSV mit 19 Aktiven hinter sich. Davor platzierten sich auf dem vierten Platz die Dieburger Freizeitgruppe Los Pedalos mit 30 und die Wanderer mit 39 Radlern.

Wie in den vergangenen Jahren üblich, machten die Feuerwehr und die DJK den Sieg unter sich aus. Waren in der Vergangenheit schon äußerst knappe Ergebnisse zu verzeichnen, ließ sich diesmal nicht von einem Kopf-an-Kopf-Rennen sprechen: Mit 87 zu 53 Pedalrittern mobilisierte die DJK eindeutig mehr Köpfe aus ihren Reihen.

Insgesamt beteiligten sich 22 Gruppen und Vereine. Für sie standen am Samstag und Sonntag Strecken von zehn, 20 oder 50 Kilometer zur Wahl. Mit 429 Teilnehmern lag der Zuspruch unter der gewohnten Menge von rund 500 Aktiven. Die 700 bis 800 Teilnehmer früherer Jahrzehnte werden schon länger nicht mehr eingestellt. Auch wenn am Sonntag schon ab 8 Uhr gestrampelt werden durfte, schienen viele Münsterer die Hitze zu fürchten. Für Willi Braun war das nicht ganz nachvollziehbar: „Beim Radfahren erhält man doch immer einen kühlenden Fahrtwind“, konstatierte er.

Als Vorbild ging Horst Stader voran: Mit 87 Jahren war er der älteste Teilnehmer. Die Vitalität des Ältesten im Feld wird stets mit einem Sonderpreis honoriert. Die Auszeichnung des jüngsten Teilnehmers ist gerade ausgesetzt. So gab es in der Vergangenheit einmal die Kritik am Radsportverein, dass ein Kleinkind gewonnen, dass indes die Strecke im Kindersitz der Eltern zurückgelegt hatte. Ein anderer Vater hielt dem entgegen, dass sein Kind zwar ein wenig älter sei, dafür aber selbst fuhr. Seitdem ist der Ausrichter unschlüssig, ob man die Wertung des jüngsten Teilnehmers noch anbieten soll.

Bürgermeister Gerald Frank als Schirmherr der Veranstaltung forderte in Zeiten des Klimawandels dazu auf, mehr Rad zu fahren. Diese Notwendigkeit wolle auch die Gemeinde unterstützen. Frank nannte dabei die Aktion des „Stadtradelns“, das in vielen Städten und Gemeinden immer beliebter wird. Dabei sind die Bewohner über mehrere Wochen aufgefordert, gezielt mit dem Fahrrad zu fahren und dabei ihre zurückgelegten Kilometer zu dokumentieren.

So wird das Fahrrad zum Nutzfahrzeug

Von Willi Braun erhielt der Bürgermeister die Aufforderung, sich besser als bisher für Radwege im Ort einzusetzen. Als „Zumutung“ bezeichnete er die derzeitige Situation für junge Münsterer, die Schulen in Dieburg per Velo zu erreichen. Frank antwortete, dass Verbesserungen Zeit bedürften. So müssten auch andere Beteiligte, wie etwa Hessen-Mobil, für Veränderungen einbezogen werden. Für den Radweg zwischen Münster und Eppertshausen, für den seit Jahren eine Beleuchtung gefordert wird, kündigte der Bürgermeister an, sich ebenfalls einzusetzen und bald Ergebnisse zu präsentieren. (mj)

Quelle: op-online.de

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