Nach Wasserschäden nun Schimmel

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Die neu möblierte Küche wird am Freitag wieder mit den Kochutensilien bestückt, die noch in der Kulturhalle gebraucht werden.

Münster - Mit einer kleinen feuchten Stelle an einer Wand in der Küche im Haus der Kinder fing der Ärger Anfang des Jahres an. Viele nasse Abenteuer und etliche Sanierungsstufen später ist heute noch kein Ende der Unannehmlichkeiten in Sicht. Von Thomas Meier

Kaum wird eine Baustelle im 1993/94 erbauten Kindergarten geschlossen, tut sich die nächste auf. Vor zwei Wochen erreichte die Gemeindeverwaltung per Gutachten die bislang größte Hiobsbotschaft: In der gesamten Kindertagesstätte sitzt der Schimmel im Estrich.

Nicole Uhrich und Luise Schmidtke sprechen mit Peter Härtel vom Münsterer Bauhof nächste Schritte für das Haus der Kinder ab.

Bürgermeister Walter Blank informierte die Kommunalpolitiker von einer anstehenden Generalsanierung des Bodens im Haus an der Stettiner Straße 2. Im Gemeinde-Bauamt ist man bereits fieberhaft an der Vorbereitung des Projektes, das immerhin eine kommunale Einrichtung betrifft, die rund 85 Kinder betreut und in der zwölf bis 14 Erzieherinnen wirken. Gesucht wird derzeit ein Planungsbüro, erste Arbeiten zur Sicherheit der Kinder werden bereits am Wochenende in Angriff genommen.

Luise Schmidtke, stellvertretende Bauamtschefin in Münster, betreut das Haus der Kinder seit Anfang des Jahres. Da tat sich die erste Baustelle auf: „Ein wohl qualitativ minderwertig verbautes Wasserrohr war in einer Wand in der Küche geplatzt.“ Noch während der Reparaturarbeiten tauchten weitere feuchte Stellen an Wänden im Westflügel des Gebäudes auf, seitdem werden das Wasserleitungsnetz saniert und die Wand von außen abgedichtet. Und die Küche in der Kita bleibt seither kalt. Hier wurde nicht nur fürs Haus der Kinder gekocht, auch die Kleinen in der Kita im Rüssel wurden von hier aus mit warmen Mahlzeiten versorgt.

Wasserrohrschäden wurden gänzlich beseitigt

Die von der Kommune mit der Essenzubereitung betraute Köchin werkelt seitdem in der Küche in der Kulturhalle. Mit dem Pächter des Gastronomiebetriebes fand man diese Lösung, die am kommenden Wochenende zu Ende geht. Denn die Wasserrohrschäden wurden (fast) gänzlich beseitigt, eine neue Küche zwischenzeitig eingebaut. Für rund 7000 Euro kamen neuen Geräte und Möbel in die Küche, die herzurichten rund 30.000 Euro kostete. Kommen hinzu etwa 90.000 Euro für den Leitungsaustausch, Trockenbau und Außensanierung. „Ein Versicherungsfall“, sagt die Verwaltungsangestellte. Gestern waren Bauhofmitarbeiter noch mit dem Ausbessern einiger Stellen und Schönheitsanstrichen beschäftigt.

Am Freitag wird der Abschluss der Arbeiten, die immerhin über ein halbes Jahr dauerten, gefeiert. Weil am Wochenende die Küchenutensilien aus der Kulturhalle in die Kita zurück gebracht werden, bleibt Freitag die Küche auch in der Kulturhalle kalt. Dann gibt es für die Kinder und Erzieher Pizza vom Italiener.

Auch die Eisbären dürfen sich freuen. Diese Kita-Gruppe musste aus ihrem an die Küche angrenzenden Raum während der Bauarbeiten in die Turnhalle umziehen, ab Montag spielen die Kleinen wieder in ihrem, dann sanierten Refugium.

Schwarz auf weiß

Doch wirft neues Ungemach seine Schatten voraus, das entdeckt wurde, als die Gemeinde per Luftuntersuchung und Bodenproben ermitteln ließ, ob die alten Schäden denn nun alle beseitigt sind. „Seit zwei Wochen haben wir es schwarz auf weiß, Schimmel sitzt im und unterm Estrich“, sagt Nicole Uhrich vom Amt für Sport, Kultur und Soziales. Eine Nachfrage beim Gesundheitsamt habe ergeben, dass der Befall ungefährlich für die Kinder sei, solange der Boden nicht aufgerissen werde. Doch müsse selbstverständlich dieser unhaltbare Zustand beseitigt werden.

Wobei umfangreiche Planungen voraus gehen müssen. Am kommenden und dem darauf folgenden Wochenende wird der intakte PVC-Fußbodenbelag mit einer weiteren Silikonharzschicht versiegelt. Deshalb „entfliehen“ die Erzieherinnen mit den Kindern bereits freitags mit den Kleinen zu „schönen Ausflugszielen“. Während der Woche geht der Betrieb normal weiter.

Am Anfang der Arbeit und der Projektermittlung

Über den Winter kommt ein Fußbodenaustausch in der Einrichtung nicht in Frage, doch spätestens im Frühjahr wolle man loslegen, sagt Uhrich. Erste Gespräche mit Experten hätten ergeben, dass für mindestens ein halbes Jahr das Haus der Kinder während der Sanierung geschlossen werden müsse. Man halte schon nach Ersatzräumlichkeiten Ausschau, so die beiden Verwaltungsmitarbeiterinnen. Auch die Kosten lägen noch im Nebulösen, zwischen einer halben Million und 600.000 Euro müsse man sicherlich veranschlagen, hätten erste Nachfragen ergeben. „Wir sind erst am Anfang der Arbeit und der Projektermittlung“, verdeutlich Schmidtke.

Die Eltern der Kita-Kinder wurden bereits von deren Leitung und den Erzieherinnen über die Missstände und die vorgesehenen Abhilfemaßnahmen informiert. „Auf einem Elternabend werden Vertreter der Gemeinde und der Verwaltung die folgenden Schritte erläutern“, sagt Nicole Uhrich.

Quelle: op-online.de

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