Ein Nachmittag ganz ohne Pflicht

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Tanzen macht Spaß, wie beim „5-Uhr-Tanztee“ zu sehen war. Die Veranstalter, die Gemeinde und der TV Münster, freuen sich über den guten Zuspruch und bieten in diesem Jahr noch einen zweiten Termin für Tanzbegeisterte an.

Münster - „Hier gibt es keine Pflicht, sondern nur die Kür“, ruft Sänger Christian Lotz den Tänzern auf dem Parkett zu und will damit sagen, dass es keine vorgegebenen Tanzschritte gibt und sich jeder zu der Musik so bewegen darf, wie er es kann oder will. Von Michael Just

Damit nahm er so manche Hemmungen weg, denn auf dem Programmzettel stand hinter den einzelnen Titel auch der Tanz, der sich dazu empfiehlt. An Abwechslung mangelte es dabei nicht: Vom Langsamen Walzer über die Rumba, den Jive bis hin zum Charleston und sogar den Tango variierten die Möglichkeiten, seinen Körper nach dem musikalischen Rhythmus in Schwung zu bringen.

Termin

Der "5-Uhr-Tanztee" ist auch über die Grenzen Münsters hinaus beliebt: Aufgrund des guten Zuspruchs wird es in diesem Jahr einen weiteren "5-Uhr-Tanztee" geben. Zum nächsten Termin laden wieder die Gemeinde und der TV Münster am 27. September ein. Dann findet die Veranstaltung allerdings in der Kulturhalle in Münster statt.

Am Sonntagnachmittag durfte auf Einladung der Gemeinde und des TV Münster wieder das Tanzbein in der Gersprenzhalle zum jährlichen „5-Uhr-Tanztee“ geschwungen werden. Für die passende Musik sorgten die Gastgeber selbst mit der Big-Band des TV Münster: Mit ihren über 20 Musikern bildete die Big-Band ein „Stimmungsgeschütz“, das sich nur schwer überbieten lässt. Gesanglich unterhielten „Die Chordinetts“, ihr Sänger Christian Lotz führte zusätzlich durch das Programm.

„Mit der Einführung des '5-Uhr-Tanztee' vor wenigen Jahren haben wir genau den Nerv der Besucher getroffen“,sagt Elli Stark, zweite Vorsitzende des TV Münster. „Zahlreiche Menschen sehnen sich nach einer Gelegenheit zum Tanzen, finden aber nur wenige Angebote vor.“ Selbst an Fastnacht fänden sich kaum noch Möglichkeiten. Einen weiteren Anziehungspunkt für den Tanztee sieht sie in der Tatsache, dass die Gemeinde Münster und der TV keinen Eintritt verlangen. Vor allem freut es die Veranstalter, dass höchst unterschiedliche Generationen das Angebot wahrnehmen. Insgesamt zählte der „5-Uhr-Tanztee“ am Sonntag rund 200 Besucher.

Gesanglich ergänzten die „Chordinetts“ die Big-Band. Das Trio entstammt der Lufthansa Gesangsformation „Angels On Air“ vom Frankfurter Flughafen. Der Kontakt kam durch den Leiter der Big-Band Armin Obert zustande, der ebenfalls am Rhein-Main-Airport arbeitet. Zum Tanztee kam auch Carmen Zimmer aus Höchst im Odenwald. Durch den Tipp einer Münsterer Freundin fand sie den Weg in die Gersprenzhalle. Vor allem für die Big-Band ist sie voll des Lobes: „Die können im Gegensatz zu vielen anderen Tanzbands den Takt halten, das macht richtig Spaß.“Dazu überzeuge die Atmosphäre im Nebenraum der Gersprenzhalle, der für einen Tanztee ideal geschaffen sei. Carmen Zimmer hat vor sieben Jahren mit dem Tanzen angefangen und sich mittlerweile zu einer geübten Tänzerin entwickelt. „Die Bewegungen machen Spaß, dazu kann man das Tanzen bis ins hohe Alter betreiben“,lobt sie. Den schwersten Tanz auf dem Programmzettel sieht sie im Slowfox: „Der ist schwierig, da er vom Takt hoch und runter schwingt. Tanzprofis brauchen jahrelanges Training, um den Slowfox zu beherrschen.“Anspruchsvoll sei auch die Samba, da diese offen getanzt werde und man deshalb nicht führen könne. Gute Samba-Tänzer würden es zwar nicht zugeben, hätten aber meistens eine Folge im Tanz. Leichter sei da der Discofox: „1,2,3, Tap, 1,2,3, Tap“ zählt Zimmer vor.

Zum Tanzen hat sie ihren Mann mitgebracht. Dass er sich vom Gros der Männer abhebt, die als Tanzmuffel bekannt sind, begründet er damit, dass tanzen schon deshalb schön ist, weil man es mit dem Partner zusammen machen kann. So bestätigt er auch, dass er freiwillig da ist. Auf die Frage, ob er am Sonntagmittag nicht lieber auf den Sportplatz gegangen wäre, muss er kurz überlegen, bevor dann doch die sichere Antwort kommt: „Das ist schon eine schwere Frage, aber trotzdem nein, natürlich nicht.“

Quelle: op-online.de

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