Nachwuchs bleibt in Münster

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Im Dieburger Nordring sollte die gemeinsame Betreuungseinrichtung für Münsterer und Dieburger Kinder entstehen.

Münster - Zu Ende, bevor sie begonnen hat, ist die Kooperation von Münster und Dieburg beim Thema Kinderbetreuung: Im Dieburger Nordring, an der Grenze zum nördlichen Nachbarn, sollte ein sogenanntes Krippenhaus entstehen, das sowohl Dieburger als auch Münsterer Nachwuchs aufnehmen sollte. Von Alexander Klug

Als Träger wären mehrere Dieburger Vereine in Frage gekommen – unter anderen der Verein „Dreikäsehoch“, der bis vor kurzem auf der Suche nach neuen Räumen war. Mittlerweile ist er aber an anderer Stelle fündig geworden – der Bedarf für einen Neubau im Dieburger Norden also dahin.

Das ist schade, wir können aber wenig daran ändern. Jetzt müssen wir uns eben nach einer neuen Idee umschauen“, sagt Bürgermeister Walter Blank auf Anfrage. In dem geplanten Bau im Nordring sollten Münsterer Kinder unter drei Jahren betreut werden – für die Gemeinde Münster samt Ortsteil Altheim hatte der für Kinder und Jugendliche zuständige Abteilungsleiter Frank-Ulrich Lenz in einem Betreuungskonzept reichlich Bedarf an solchen Angeboten festgestellt.

Mit ihm will sich der Bürgermeister nach dem Scheitern der Kooperation mit Dieburg zusammen setzen. „Wir müssen den Bedarfsplan studieren, die Zahlen fürs erste Halbjahr liegen schon vor. Daraus kann man den künftigen Bedarf an Betreuungsplätzen errechnen“, meint Walter Blank.

Bis Alternativen gefunden sind, tummeln sich die Münsterer U 3-Racker in der Kita Im Rüssel.

Bis zum Jahr 2013 will die Gemeinde die Nachfrage nach U 3-Betreuung durch Neubauten (wie den einst in Dieburg geplanten) und Erweiterung bestehender Einrichtungen decken. Für Altheim hat das bereits funktioniert – dort betreut der Verein Blumenkinder den Nachwuchs in einem Anbau an die Halle neben der Regenbogenschule. „Wir wollen nach wie vor, dass die Qualität der Kinderbetreuung in Münster besser wird, deswegen müssen wir uns jetzt nach Möglichkeiten umschauen, wo wir auf anderem Weg neue Räume herbekommen. Denn nur mit Bestehendem wird es nicht gehen“, meint der Rathauschef – obwohl die Zahl der sogenannten Regelkinder kontinuierlich sinkt und so Kapazitäten für die Kleinen frei werden.

Hätte man sich im Dieburger Neubau lediglich eingemietet, könnte jetzt eine eigene Investition anstehen. „Mit welchem Träger wir dabei zusammenarbeiten können, müssen wir sehen. Vielleicht bietet sich ein Verein an wie in Altheim, vielleicht aber auch eine der Kirchen“, meint der Bürgermeister. Denn der Zeitplan der ursprünglichen Unternehmung mit den Dieburgern gelte nach wie vor, versichert Blank: „Bis spätestens zum nächsten Kindergartenjahr im Sommer 2010 sollen neue Pläne umgesetzt sein, vielleicht sogar früher.“

Dass der Bedarf dafür immer noch steigt, zeigt eine organisatorische Änderung: Waren die einzelnen Kinder unter drei Jahren auf die vier Gruppen der Kindertagesstätte verteilt, sind es mittlerweile so viele, dass sie eine eigene Gruppe bekommen haben. „Die Betreuung der ganz Kleinen ist natürlich auch für das Personal eine besondere Herausforderung“, meint der Bürgermeister.

Das von Lenz erstellte Konzept hatte Betreuungsmöglichkeiten für vier Gruppen im Dieburger Norden vorgesehen. Zwischen zehn und 15 Kinder hatte der Abteilungsleiter die Belegung des Neubaus geschätzt. Das von seinen Mitarbeitern erstellte Betreuungskonzept hatte ergeben, dass die zunehmende Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren nicht mit dem bestehenden Personal und Platzangebot zu meistern sei.

Quelle: op-online.de

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