Nächtliche Besuche vom Käuzchen

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Durch den Wald zu streifen und nach dem Wild zu sehen, ist für Jagdpächter Peter Rudolph die beste Entspannung und Ausgleich zu seiner Arbeit als Geschäftsmann.

Münster ‐ Natur genießen und einen Ausgleich finden zum Beruf, das ist es, was Peter Rudolph im Wald sucht. Doch dabei geht er nicht die gewöhnlichen Wege, wie Radfahrer, Spaziergänger oder Jogger, sondern er beschreitet seine eigenen Pfade, ist er doch seit über 20 Jahren Jagdpächter in den Wäldern rund um Münster. Von Jasmin Frank

„Am schönsten ist es für mich, die Tiere zu beobachten. Wenn ich auf dem Hochsitz bin und eine Rotte Wildschweine mit kleinen Frischlingen sehe, die auf der Wiese herumtollen, dann bin ich glücklich“, erzählt der gestandene Geschäftsmann und seine Augen funkeln. Doch ganz so einfach ist es nicht, die Waldtiere auf den Lichtungen zu sichten, denn diese grünen Freiräume müssen erst einmal geschaffen werden. „Für uns Jäger besteht die Hauptaufgabe darin, dafür zu sorgen, dass es dem Wild gut geht. Und deshalb kümmern wir uns auch darum, dass es nicht auf Straßen oder Äcker läuft. Das kann verhindert werden, indem wir solche Wiesen anlegen, auf denen die Rehe in Ruhe äsen können“, informiert er.

Deshalb wird auf diesen Flächen auch kaum gejagt. „Wir schießen ohnehin nicht einfach drauflos. Nur dann, wenn es notwendig ist, wird ein Stück entnommen. Das trifft zum einen auf kranke Tiere zu, zum anderen aber auch auf Waldflächen, auf denen sich natürlicher Wuchs ausbreiten soll. Dieser wird von den Rehen zerbissen, deshalb stimmen wir uns dann mit dem Förster ab und verringern dort die Anzahl der Tiere“, so Rudolph.

Auch wenn er ständig im Wald unterwegs ist, hatte er noch keine gefährlichen Zusammenstöße mit den gefürchteten Wildschweinen. „Erschrecken muss ich mich manchmal über etwas ganz anderes: Wenn ich nachts in meinem Hochsitz bin und plötzlich kommt völlig lautlos und wie aus dem Nichts ein Käuzchen zu mir herein geflogen, da schrecke ich schon mal kurz auf. Aber ich freue mich dann, dass es da ist und der Nachtvogel sucht sich ohnehin eine neue Sitzgelegenheit, an der er niemand anderen antrifft“, schmunzelt Rudolph.

Derzeit ist er besonders stolz auf ein kleines Naturkleinod, dass sich in seinem Wald befindet: Der renaturierte Erlenbruch. Dort können sich alle Arten von Amphibien wieder im feuchten Nass tummeln – und Rudolphs Wildschweine genießen den schlammigen Boden natürlich auch, denn dort betreiben die Rotten ihre Hautpflege.

Quelle: op-online.de

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