Narren-Duo goes Hollywood

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Herbert und Brigitte alias Achim Schledt und Sandy Gerhold, ein Duo goes Hollywood: Die beiden schlüpfen immer wieder gerne in ihre Paraderolle.

Münster ‐ Mit Bruce Willis hätten sie ja noch gerechnet. Oder auch mit Natalie Portman als aktueller Schwarzer Schwan. Von Jasmin Frank

Am ehesten zu erwarten jedoch war sicherlich die coole Werbung für „like ice in the sunshine“, damit sich ein jeder vor dem Hauptfilm noch ein Nogger am Süßwarenstand im Kaisersaal langt. Doch nach der Bacardi-Werbung mit ihren vielen sexy am Longdrink nuckelnden Badenixen und ihren Waschbrettbauch-Jungs dann dies Ungeheuerliche: Ausgerechnet die beiden Lokalgrößen „Herbert un soi Brigittcher“ lachten breit von der Kinoleinwand aufs Publikum, um in breitestem Münsterisch von „sellemols un de Fastnacht in de Bütt mit de DeeJottKaa“ zu babbeln. Dieser Clou lässt derzeit nicht nur Sixpack-Bodys zwerchfellerschütternd beben. Diese Kino-Werbung zeigt auch die gewünschte Nachhaltigkeit, sind doch wohl nicht zuletzt ob des Leinwandspots die Sonntagssitzungen der DJK bereits ausverkauft.

Einmal einen Kinofilm drehen und damit auch noch den Saal zum Lachen bringen – diese Erfahrung konnten Sandy Gerhold und Achim Schledt sammeln, und wenn auch ihr Streifen recht kurz ist, präsentiert er sich dafür umso witziger. „Wir sind seit vielen Jahren als Akteure bei der DJK-Fastnacht mit von der Partie. Und letztes Jahr überlegten alle, wie wir neues Publikum auf uns aufmerksam machen könnten“, erinnert sich Schledt. Die Initialzündung hatte dann Jochen Dony, DJK-Mitstreiter und bekennender Technik-Freak. „Er hat dann vorgeschlagen, dass wir einen Kinospot drehen, und weil wir ja als die Figuren ‚Herbert und Brigitte’ schon gut bekannt sind, wurde uns die Ehre zuteil, die Hauptrollen übernehmen zu dürfen“, schmunzelt Gerhold.

„Hin und her überlegt“

Nach dem Erfolg ihrer Bühnenauftritte, bei denen sie ein aus dem Alltag plauderndes Ehepaar darstellen, wurde der Dreh von der Bütt ins Bett verlegt, von dem aus die beiden in schönster Mundart loslegen sollten. „Wir hatten keinen Text vorbereitet, denn wir sind ja ganz spontan. Als wir dann an einem Sonntagnachmittag im Möbelhaus Kreher vor einem voll ausgeleuchteten Bett standen, über dem die Mikrofone hingen und vor dem eine riesige Kamera platziert war, da war uns dann doch seltsam zu Mute“, gesteht Schledt und seine Kollegin lacht: „Ich weiß ja nicht, was die Passanten so gedacht haben, als sie die Szenerie von draußen beobachtet haben.“ Sie mit Lockenwicklern auf dem Kopf, er mit dicker Brille und beide in altmodische Schlafanzüge gehüllt...

Wer sich für die Sitzungen am 18. und 25. Februar noch Karten sichern will, sollte schnell sein. Die erste Veranstaltung ist eine „Traditionssitzung“, die Fastnacht wie „sellemoals“ bietet. Karten gibt es bei Augenoptik Heckwolf für 14 Euro. Und vielleicht wird für die nächste Saison ja wieder ein neuer Spot gedreht….

„Wir haben dann noch ein bisschen hin und her überlegt und uns dann schnell entschlossen, was wir machen wollten. Leider habe ich dann ein paar Mal gebraucht, bis alles richtig gesessen hat“, gibt Gerhold augenzwinkernd zu, was besonders für die „Hinnergassebuwe“ ein Problem war: Die Fastnachtsband musste bis zu ihrem Einsatz jedes Mal mitsamt ihrer Instrumente hinter dem Bett knien, bis sie beckenschlagend und trompetend dahinter auftauchen durfte, um den Takt für die Gardemädchen zu blasen, die tanzend um die Ecke kamen.

„Ich war aufgeregter, als ich zunächst gedacht hätte. Schließlich treten wir bei den Sitzungen ja vor über 400 Leuten auf und sind doch schon ein wenig routiniert. Aber nur weil da plötzlich eine Kamera steht, hat man das größte Lampenfieber“, meint die Münsterin.

Die kurze Werbekampagne kommt jedenfalls gut an im Kaisersaal, wo sie kostenfrei gezeigt wird. Beide Darsteller werden seit dem Kinofilm auch auf der Straße wieder erkannt, und Schledt erzählt lachend: „Meine Mutter wurde schon angesprochen ‚Gell, der Achim war im Kino gestern’. Als sie bei mir deshalb anrief, versicherte ich ihr, dass ich gar nicht dort gewesen sei. Das Missverständnis klärte sich schnell: Ich war nur auf der Leinwand gewesen und nicht im Saal.“

Quelle: op-online.de

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