Nasser Spatenstich für „Kinderinsel“

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Gut beschirmte Schaufelhalter bestimmten das Bild zum Spatenstich der Betreuungseinrichtung im Inselviertel.

Münster - Die Rahmenbedingungen für den Spatenstich der „Kinderinsel“ im Neubaugebiet Auf der Hardt waren für ein Eiland typisch: sehr feucht. Von Thomas Meier

Rund zwei Dutzend Beobachter fanden sich am Dienstagnachmittag an der Borkumer Straße ein, um mit den Vertretern der Fraktionen, des Gemeindevorstandes, der Planer, der künftigen Betreiber und weiteren Gästen den symbolischen Akt für das rund 1,4 Millionen Euro teure Projekt zu begehen.

Wie ein Fels in der Brandung stand Bürgermeister Walter Blank seinen Mann, als er im steten Landregen an die doch längere Entstehungsgeschichte für die Betreuungseinrichtung für 40 Kinder unter drei Jahren erinnerte, die hier schon bald in vier Gruppen mit jeweils zehn Kindern Einzug halten sollen. Nicht nur die gesetzliche Vorgabe, ab dem Jahr 2013 für mindestens 35 Prozent aller Kinder zwischen null bis drei Jahren einen Betreuungsplatz in den Kommunen zu errichten, habe die Gemeinde aktiv werden lassen, sagte der Bürgermeister. Er erinnerte daran, dass Münster stets darauf bedacht sei, familienfreundlich zu agieren.

Doch bereits 2009 war der Bedarf für die U3-Betreuungsplätze größer als der Bestand. Blank rekapitulierte die Bestrebungen der Verwaltung, schnell rund 20 solcher Plätze durch den Ankauf eines Einfamilienhauses im Inselviertel realisieren zu wollen. Doch die Erweiterung des Einfamilienhauses wurde in der Gemeindevertretung damals abgelehnt, da klar war, dass der Bedarf der Betreuung ständig steigt und gleich weitere Plätze geschaffen werden sollten: „Der Beschluss in der Gemeindevertretung zum Bau der Kita in der Borkumer Straße fiel am 8. Februar 2010“, erinnerte Blank.

30 Prozent der U3-Betreuung abgedeckt

Dem Entschluss folgten Bedarfsermittlung, Architektenausschreibung und Planung. Schließlich befanden die Gemeindevertreter im Februar dieses Jahres, die Kinderinsel in der vollen Ausbaustufe für vier Gruppen zu realisieren und die Trägerschaft an den Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) zu übertragen.

„Ab 2012 stehen in Münster und Altheim 62 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren zur Verfügung. Das entspricht einer Gesamtdeckung von 30 Prozent in unserer Gemeinde“, verkündete der Bürgermeister.

Im Jahr 2013 sollen in einer bestehenden Kindertagesstätte weitere zehn Plätze für unter Dreijährige eingerichtet werden, was dann einer Abdeckung von 35 Prozent entspreche, vorausgesetzt, die Geburtenzahlen bleiben stabil.

Das Umfeld für die Betreuungseinrichtung in Münster passt. Die vier Gruppen werden in ebenso vielen miteinander verbundenen Gruppenhäusern untergebracht, jede Abteilung hat dabei separate Schlafräume. Die reine Nutzfläche der ebenerdig gebauten Betreuungseinrichtung beträgt rund 500 Quadratmeter. Mit dem Jugendamt wurde das Projekt abgestimmt.

Großzügige Gestaltungsmöglichkeiten

Blank freute sich, dass im familienfreundlichen Inselviertel eine Anlage in einer Nachbarschaft entstehe, die ihresgleichen suche. Die U3-Kita liegt in direkter Umgebung zur Skateranlage und dem Jugendspielplatz beim Abtenauer Platz. Allein dem Spielplatz, der gerade im Entstehen ist (wir berichteten), werden 7000 Quadratmeter Fläche gewidmet.

Und auch Architekt Rudolf Happel aus Reichelsheim begrüßte die großzügigen Gestaltungsmöglichkeiten in Münster, als er auf das planerische Gesamtkonzept zu sprechen kam. Hanna Gutzeit, Assistentin der Geschäftsführung im pädagogischen Bereich des Arbeiter-Samariter-Bundes, beleuchtete das erzieherische Konzept für die U3-Betreuung des künftigen Trägers. Ziel der pädagogischen Arbeit in den Kindertagesstätten des ASB sei es, die Selbstständigkeit und Eigenverantwortung der Kinder zu fördern. Zwei wichtige Grundlagen dazu bildeten der Situationsansatz, der die aktuelle und individuelle Lebenssituation der Kinder berücksichtigt, und der psychomotorische Ansatz, der durch gezielte Förderung des Zusammenspiels zwischen Motorik, Psyche und Kognition den Kindern die Möglichkeit gebe, ihre Umwelt und sich selbst mit allen Sinnen zu begreifen.

Quelle: op-online.de

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