HR-Sinfonieorchester zieht in der Sporthalle Altheims Regenbogenschüler in ihren Bann

Die Nationalhymne bleibt verwehrt

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Max Staudermann durfte selbst das kleine Orchester dirigieren.

Altheim - Auf ihrer Schultour durch Hessen hat das HR-Sinfonieorchester Halt in der Region gemacht. Es hat die Jungen und Mädchen der Regenbogenschule begeistert und hat ihnen gezeigt, dass nicht nur Charthits gut klingen. Von Jens Dörr 

Die Regenbogenschüler sangen den Orchestermusikern „Rundherum dreht sich die Erde“ vor.

Eigentlich war es eine kluge Frage. Gerade hatte Stefan Hoffmann, Moderator der Schultour des HR-Sinfonieorchesters, von den Klassikern Beethoven, Mozart und Haydn gesprochen, als ein Schüler wissen wollte: „Könnt ihr auch die deutsche Nationalhymne spielen?“ Dessen Melodie entstammt schließlich Joseph Haydns „Kaiserlied“ aus dem späten 18. Jahrhundert. Bei diesem Wunsch mussten Hoffmann, Dirigent Sebastian Zierer und 47 Orchestermusiker zwar passen; ansonsten aber blieb beim Besuch der Regenbogenschule am Freitagvormittag in der Altheimer Sport- und Kulturhalle kaum ein Anliegen unerfüllt. Es war ein bemerkenswertes Bild, dass sich den Regenbogenschülern aller Jahrgänge, ihren Lehrern sowie den Vorschulkindern des Altheimer Kindergartens mit ihren Erzieherinnen im nicht eben konzerthausähnlichen Ambiente der Halle bot: Vier Dutzend hochkarätiger Musiker, fein gekleidet und trotz des nicht ganz so kritischen Publikums hoch konzentriert bei der Sache, brachten ein klangvollendetes Programm mit sieben Werken zu Gehör.

Dabei bezogen Moderator Stefan Hoffmann und Dirigent Sebastian Zierer die Schüler der für ihre musische Ausrichtung bekannten Altheimer Grundschule mit ein, beantworteten Fragen und wechselten auch mal die Rolle: Dann nämlich, als die Kinder für die Profimusiker „Rundherum dreht sich die Erde“ sangen, die Gäste plötzlich zu Zuhörern wurden und den Jungen und Mädchen freundlichen Applaus spendeten.

Der war dem HR-Sinfonieorchester, das insgesamt doppelt so viele Musiker wie auf der Schultour umfasst – die andere Hälfte konzertierte am Freitagabend in der Alten Oper – seinerseits gewiss. Wie an sechs anderen hessischen Schulen – an den Tagen zuvor sowie am Freitag, als die Musiker mit dem Bus von Altheim noch nach Viernheim weiterfuhren – spielten sie im Münsterer Ortsteil das Lied des Torero aus „Carmen“ (Georges Bizet), Edvard Griegs „Morgenstimmung“, Antonio Vivaldis „Cup der Jahreszeiten“, Leonard Bernsteins Mambo aus der „Westside Story“ sowie Sätze von Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Sebastian Bach und Ludwig van Beethoven.

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Darüber hinaus bekamen die Schüler viel Wissenswertes über das Zusammenspiel in einem Orchester vermittelt, hatten teils Fragen vorbereitet und sich mit der Thematik vorab befasst. So fiel es einer Schülerin nicht schwer aufzuzählen, welche Instrumente etwa zu den Holzbläsern gehören. Wo Oboe, Fagott und all die anderen im Orchester genau sitzen – die Antwort lautet: mittendrin – hätte besser als am Freitag kaum veranschaulicht werden können.

Zugleich verfolgt die seit 2008 existierende Schultour des HR-Sinfonieorchesters, für dessen Besuch sich die Regenbogenschule im Vorjahr erfolgreich beworben hatte und mit der – mit Ausnahme der Orchesterverpflegung – auch wegen der Zusammenarbeit von HR und Hessischem Kultusministerium keine Kosten verbunden waren, das Ziel, Schülern unter anderem Interpreten der Klassik näherzubringen. Das Gespür für die musikalische Vielfalt abseits der aktuellen Charts, Radiosongs und Youtube-Barden könnte der einstündige Auftritt auch in Altheim erweitert haben. Einer wird den Vormittag so schnell gewiss nicht vergessen: Regenbogenschüler Max Staudermann durfte kurzzeitig für den Dirigenten Zierer einspringen und den Takt vorgeben – und 47 Spitzenmusiker schmetterten ihm eine gewaltige Akustik entgegen.

Quelle: op-online.de

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