Naturfüchse mit enormen Tatendrang

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Mit der Münsterer Ortsgruppe des Naturschutzbunds geht unsere Serie „Höhepunkte der Vereinsgeschichte“ in ihre sechste Runde.

Münster - Die Münsterer Nabu-Ortgruppe kann als älteste im Kreisverband Dieburg nicht nur auf ihr 60-jähriges Bestehen stolz sein, sondern rückblickend auch auf eine ganze Reihe von Erfolgen. Von Jasmin Frank

Schon 1952 entstand im Einvernehmen mit der Gemeinde Münster östlich der „Muna“ das erste Vogelschutzgebiet „Gänseweide“, das bis heute besteht und im Kerngebiet des 1985 ausgewiesenen Naturschutzgebietes „Faulbruch von Münster“ liegt. In den 70er Jahren wurde die Rekultivierung der Altheimer „Schindkaute“ ermöglicht, dort gestaltete die Ortsgruppe die alte Müllkippe zu einem Feldgehölz um, wobei etwa 1 000 einheimische Sträucher und Bäume gepflanzt wurden, die vielen Tierarten ein neues Zuhause boten.

Vereinsgeschichte zeugt von Tatendrang

In den folgenden Jahrzehnten wurden zahlreiche Maßnahmen angegangen, so die Pflege der Gersprenzauen, das Anlegen von Amphibientümpeln und die Ansiedlung des Weißstorchs. Doch fragt man nach dem Höhepunkt in der langjährigen Vereinsgeschichte, so wird auf die jüngsten Mitglieder der Ortsgruppe verwiesen. „Es gibt seit einigen Jahren eine Kindergruppe, die Naturfüchse, und sie haben so viel Tatendrang rund um den Naturschutz bewiesen, dass sie sogar einen Preis dafür erhalten haben“, freut sich Hildegard Jacob, die maßgeblich für das Programm der Gruppe verantwortlich ist. Die Jungen und Mädchen im Alter von acht bis 13 Jahren sind sich einig und verraten: „Mit Freunden in der Natur zu sein, ist einfach toll!“

So haben sie schon allerhand erlebt, sei es bei ihren jährlichen Wildlife-Wochenenden, an denen sie zelten, mit Naturmaterialien basteln und bei Nachtwanderungen lichtscheue Tiere beobachten. Oder sei es bei einer ihrer Lieblingsbeschäftigungen: dem Tümpeln. „Wir gehen an die Gersprenz oder an einen Teich und schauen uns die Tiere und Pflanzen, die wir dort finden, ganz genau an“, schildert Mira, die zu der Kindergruppe gehört. Bestimmungsbücher, Becherlupen und Mikroskope seien immer mit von der Partie. „Und wenn wir ein Tier, wie den Laubfrosch, fangen können, setzen wir ihn später wieder zurück“, versichert die Achtjährige.

Kinder werden zu Natur- und Umweltexperten

Wer viel in der Natur ist, kennt sich dort natürlich auch besser aus als andere Kinder. „Ich finde, dass man durch die Treffen bei den Naturfüchsen einen ganz anderen Blick für die Natur bekommt: Ich kann schon manche Pflanzen bestimmen und auch den ein oder anderen Vogel am Flug erkennen“, erzählt Paul. Doch die Kinder beobachten nicht nur, sondern starten viele Projekte im Bereich des Umweltschutzes, so werden regelmäßig die Nistkästen der Vögel in den Schutzgebieten gereinigt. Dabei finden sie schon mal einen Vogelschädel, was die Sache noch spannender macht. Zudem hat der Nachwuchs eine Vielzahl an Nistkästen und Futterhäuschen aufgehängt, bei der Einrichtung des Naturlehrpfads an den Hergershäuser Wiesen geholfen, Trockenmauern und Weidenzäune errichtet und auch die Bienen und Wespen nicht vergessen: Für sie stehen Insektenhotels bereit.

„Das alles haben wir bei unserer Bewerbung um den Naturschutzpreis des Landkreises angegeben und es ist eine schöne Bestätigung unserer Arbeit, dass unser Engagement nun ausgezeichnet wurde“, freut sich Hildegard Jacob und blickt zufrieden auf die Urkunde, wobei ihr Stolz aber vor allem den Kindern gilt, die so viele Kenntnisse erworben und enorme Aktivität an den Tag gelegt haben. Sie werden sicher auch mit dabei sein, wenn die Nabu-Ortsgruppe Münster nun am ersten Septemberwochenende ausgiebig ihr 60-jähriges Jubiläum feiert. Informationen über die Gruppe gibt es unter www.nabu-muenster-hessen.de.

Quelle: op-online.de

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