Exklusiver Neubau

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Bauschutt, Dreck und Arbeitsutensilien haben aktuell noch die Oberhand im Eingangsbereich des Neubaus.

Münster - Mitten im Gang stehen zwei Arbeitsplatten, darauf liegt ein Hammer. An der Seite lehnt eine rote Leiter. Von Daniel Schmitt

Boden und Wand sind mit Folie geschützt, Dreck ist fast in jeder Ecke zu entdecken: Die Bauarbeiten am naturwissenschaftlichen Trakt der Münsterer Schule auf der Aue schreiten sichtbar voran. Anfang des neuen Schuljahres – der genaue Termin steht noch nicht fest – soll das neue Prunkstück der kooperativen Gesamtschule fertig sein. „In den ersten ein bis zwei Schulwochen dürfte es soweit sein“, sagt Architekt Thomas Stark. Also: Ende August. Seit 2003 wartet die Schule auf der Aue auf den Bau eines neuen naturwissenschaftlichen Traktes. Der alte war schon lange in schlechtem Zustand, bevor es im November 2011 zum Spatenstich kam. Eigentlich sollte der rund drei Millionen Euro teure Neubau schon im April fertig sein, die letzten Arbeiten gingen auch wegen des frostigen Winters aber langsamer voran als geplant. Doch das gehört nun der Vergangenheit an, wie die Schulleiterin Sabine Behling-Schmidt sagt: „Wir haben jetzt neue, exklusive Arbeitsbedingungen.“

Zwei Physikräume plus eine Materialsammlung im Erdgeschoss, mehrere Biologie- und Chemieräume sowie ein Labor im ersten Stock: der naturwissenschaftliche Teil lässt sich schick an. Die Unterrichtsräume sind in Grün und Grau gehalten. „Das Grün soll für eine nette Arbeitsatmosphäre sorgen, das Grau dagegen eher beruhigend wirken“, erklärt Architekt Stark. Zudem sind die Räume nicht mehr mit einer grünen – wie in den meisten Schulen übliche – Tafel bestückt, sondern mit sogenannten Smart- und Whiteboards. Besonders die Schüler dürfte das freuen: Endlich kein lästiger Tafeldienst mehr. Beim Bau wurde dagegen auf eine kühlende Klimaanlage für heiße Sommertage verzichtet, zu unverträglich sei eine solche für die Umwelt. Dafür solle es durch die Gebäudestruktur zu einer schnellen und ausreichenden Nachtkühlung kommen, wie Architekt Stark erklärt. Auch an eine behindertengerechte Nutzung durch einen Lift ist gedacht worden.

Auf das Chemielabor im zweiten Stock ist Schulleiterin Behling-Schmidt besonders stolz. „Das sind fast universitäre Bedingungen“, schwärmt sie. Und auch der stellvertretende Schulleiter, Matthias Beyer, der Chemie und Biologie unterricht, freut sich auf die Arbeit in seinem neuen „Spielzimmer“, wie er das Labor in einem Nebensatz bezeichnete. „Hier können wir die Schüler viel effektiver unterrichten, als unter den alten Bedingungen. Hier haben wir optimale Voraussetzungen.“ Die Investitionen in den naturwissenschaftliche Trakt sind laut Behling-Schmidt gut angelegt. „Das neue Gebäude ist eine Stärkung für unseren naturwissenschaftlichen Schwerpunkt. Wir rechnen uns damit größere Siegchancen bei Wettbewerben wie ‘Jugend forscht’ aus, an denen wir regelmäßig teilnehmen.“ Als vorerst letzter großer Bauabschnitt muss innerhalb der ersten beiden Schulwochen noch ein Vordach montiert werden. Dann sind die gröbsten Arbeiten getan. Leiter, Hammer und Arbeitsplatten werden bald verschwinden, so dass es nur noch heißt: Herausputzen für die offizielle Eröffnung.

Quelle: op-online.de

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