Organisatorische und finanzielle Engpässe / Gewerbeverein stellt Zuschuss infrage

Neuauflage „Münster KANN“ erst 2021

Die Gewerbeschau „Münster KANN“ war bereits 2017 mehr als eine reine Gewerbeschau, es gab ein vielfältiges Freizeit- und Veranstaltungsprogramm und jede Menge zu schauen für die Flaneure. Foto: Th. Meier

Münster – Nach dem großen Erfolg und Zuspruch für die Gewerbeschau „Münster KANN“ vor drei Jahren, die die Gemeinde in enger Kooperation mit dem Gewerbeverein im Gewerbe-Mischgebiet Auf der Beune ausgerichtet hatte, war für den Sommer diesen Jahres eigentlich die zweite Auflage der Präsentations-Sause geplant. VON THOMAS MEIER

Doch aus organisatorischen und finanziellen Gründen wird das Fest allerdings auf den Sommer 2021 verlegt (wir berichteten). „Darauf haben sich der neue Vorstand des Gewerbevereins und Bürgermeister Gerald Frank einvernehmlich geeinigt“, heißt es jetzt dazu in einer Pressemitteilung des Rathauses. Ganz so einvernehmlich ging man aber dennoch wohl nicht auseinander, denn die neue Vorsitzende des Gewerbevereins, Hiltrud Schäfer, beklagt in einer separaten Erklärung, dass ihr Verein die Gewerbeschau mit 5 000 Euro bezuschussen solle. .

In dem Gespräch hätten beide Seiten bekräftigt, dass eine Ausrichtung in diesem Jahr nicht umzusetzen sei, heißt es aus dem Rathaus. Die Gemeinde sei auf den Gewerbeverein und der wiederum auf die Unterstützung durch den Bauhof und die Verwaltung angewiesen. Und auch Schäfer habe erklärt, diese Veranstaltung könne man nur gemeinsam stemmen.

Der Gewerbeverein, der erst vor Kurzem einen neuen Vorstand gewählt hat und sich derzeit somit noch in einer Phase der Um- und Neuorientierung befindet (wir berichteten), hatte der Gemeindeverwaltung mitgeteilt, dass er „in diesem Jahr weder finanziell noch aktiv im gewohnten Rahmen“ zu einer solchen Veranstaltung beitragen könne.

Der Verein hatte sich als Organisatorin des Weihnachtsmarktes am ersten Adventswochenende zurückgezogen. Damit der Markt überhaupt hatte stattfinden können und nicht abgesagt werden musste, war die Gemeindeverwaltung eingesprungen.

Die für dieses Jahr geplante Gewerbeschau kann aufgrund ihrer Dimensionen – neben den Ständen der Gewerbetreibenden gab es vor drei Jahren ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm mit Beachvolleyballturnieren, Live-Konzerten und Hubschrauberrundflügen – bis zum Sommer diesen Jahres nicht von der Gemeinde Münster alleine Auf der Beune auf die Beine gestellt werden.

Es sprechen darüber hinaus noch weitere Gründe für 2021: Dann feiert der Gewerbeverein beispielsweise seinen 45. Geburtstag. Zudem besteht die Partnerschaft zwischen der Gemeinde Münster und ihrer österreichische Partnergemeinde Abtenau seit 50 Jahren. Diese beiden besonderen Anlässe sollen im Mittelpunkt der Feierlichkeiten stehen.

„Wie bereits 2017 können sich die Münsterer Bürger auf ein buntes, spannendes Fest für alle Generationen freuen“, heißt es aus der Rathausverwaltung.

Wie sehr sich der Gewerbeverein freuen wird, hängt allerdings auch an monetärer Frage. Er soll sich wie in der Vergangenheit finanziell beteiligen. Doch ob ein 5000-Euro-Zuschuss mit einer „aktiven Wirtschafts- und Vereinsförderung“ vereinbar sei, fragt sich Vereinsvorsitzende Schäfer. Sie erklärt: „Die Gemeinde rechnet in diesem Jahr mit 2,6 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen, die von den zahlreichen Gewerbetreibenden in einem immer schwierigeren Umfeld erbracht werden. Ist die Gemeinde Münster trotzdem auf weitere Mittel aus dem Vereinsvermögen eines Ortsvereins für solch eine Veranstaltung angewiesen?“ Der Gewerbeverein plädiere, auf die Gebühren für örtliche Vereine und das örtliche Gewerbe „weitestgehend zu verzichten“, um beides in Münster weiter zu stärken und zu unterstützen. Sie schließt ihre Erklärung: „Wir stehen sehr gerne für die organisatorische Planung und die Ausführung der Veranstaltung zur Verfügung, wenn dies auf Augenhöhe geschieht.“

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare