Neubau „nur“ Sanierungs-Auftakt

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Mit Spaß beim Spatenstich: Eberhard Liebig, Bürgermeister Walter Blank, Kreisbeigeordneter Christel Fleischmann, Schulleiterin Sabine Behling-Schmidt, Architekt Thomas Stark und Holger Gehbauer, Leiter des Da-Di-Werks.

Münster - Mit dem Spatenstich für einen 2,8 Millionen Euro teuren Neubau an der Schule auf der Aue wurde gestern auch endlich der langersehnte symbolische Start für eine Gesamtsanierung der Kooperativen Gesamtschule eingeläutet. Von Thomas Meier

Insgesamt werden in den nächsten Jahren 16,2 Millionen Euro an der Heinrich-Heine-Straße für die Bildung ausgegeben, betonte Erster Kreisbeigeordneter Christel Fleischmann. Für den Kreis sei dies „eine Riesen-Maßnahme“, die freilich auch den Standort Münster kräftig aufwerte, blinzelte er dabei Bürgermeister Walter Blank im Kleinen Saal der Gersprenzhalle zu. Dort musste die kleine Feier mit Vertretern aller am Bau beteiligten Firmen, des Kreises und seiner Gremien, der Schule und der Gemeinde ausgerichtet werden, weil die Schule selbst derzeit keine passenden Räumlichkeiten aufzuweisen hat.

Fleischmann begann seine Ausführungen mit einem makabren Scherz. Das Schulorchester hatte gerade zum Auftakt die Akademische Festouvertüre von Johannes Brahms intoniert, doch der Schuldezernent fand dies zu einem solch „traurigen Anlass“ fehl am Platze. Traurig, weil schließlich mit dem Baubeginn einiges Ungemach auf Lehrer und Schüler zukomme.

Konjunkturprogramme für solche Projekte ausgelaufen

Nach dem Spaß wurde er bei der Finanzierung schon viel ernster: Die Konjunkturprogramme für solche Projekte seien ausgelaufen, jetzt müsse der Kreis (und seine Kommunen durch die Schulumlage) die Vorhaben finanzieren. Gut, dass es momentan günstige Kredite gebe, denn der Kreis habe derzeit 60 größere Baumaßnahmen laufen. Soviele, dass ihm gar die Handwerker ausgingen, kam der Dezernent auf teilweise nur sehr schleppende Baufortschritte zu sprechen. Da möge sich Aue-Schulleiterin Sabine Behling-Schmidt doch mal bei ihrer Kollegin der Mira-Lobe-Schule in Eppertshausen kundig machen. Dort sollten die Baumaßnahmen längst alle abgeschlossen sein, aber...

Doch Behling-Schmidt gab sich bereits als leidgeprüft in Sachen nicht vorankommender Sanierung. Als sie 2001 an die Schule gekommen sei, habe ihr fast alles gefallen, nur der bauliche Zustand der Schule nicht. „2003 haben wir den ersten Antrag auf Sanierung gestellt“, erinnerte die Direktorin. Es folgten Anträge in 2004, 2006, 2007 und 2009. „2003 wurde uns der Start der Gesamtsanierung für 2007 versprochen, nun ist es 2011 endlich so weit.“

Auch Bürgermeister Walter Blank erinnerte an die Historie der Schule, an der zuletzt 1980 ein Neubau entstand. Die Schule, darin war sich das Gemeindeoberhaupt mit dem Kreisdezernenten einig, habe eine hohe Qualität und „sicherlich auch eine Oberstufe verdient.“ Der Applaus war ihm sicher.

Gebäude mit fünf Fachklassen- und drei Sammlungsräumen

Die Vorstellung des für eine Gesamtsanierung unabdingbaren Neubaus eines naturwissenschaftlichen Fachklassentraktes oblag Architekten Thomas Stark. Das Gebäude mit fünf Fachklassen- und drei Sammlungsräumen sowie Sanitäranlagen und Haustechnikräumen kostet rund 2,8 Millionen Euro und soll im April 2013 fertiggestellt sein. Gebaut wird ein zweigeschossiges Haus auf einer Grundfläche von 43 mal zwölf Metern. Der Fachklassentrakt soll auf der Freifläche nordwestlich der bestehenden Schulanlage errichtet werden. Die Unterrichtsräume liegen auf der Nordseite, zur ruhigen Theodor-Strom-Straße hin. Dem Haupteingang des Gebäudes ist ein großzügiges Portal als Pausenvordach vorgelagert. Die Schulhoffläche wird bei der Maßnahme erweitert.

Wegen der schlechten Bodenverhältnisse an der Heinrich-Heine-Straße weist der Erweiterungsneubau einige Besonderheiten auf. So muss ein teurer Fundamenttrag-rost erstellt werden. Darauf kommt der Massivbau in Passivhaus-Standard, zu dem auch eine mechanische Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung gehört.

Dem Anlass entsprechend wird eine moderne naturwissenschaftliche Ausstattung mit sogenanntem „Deckenmedienversorgungssystem“ installiert. Auch an eine behindertengerechte Nutzung mit Plattformlift wurde gedacht.

Quelle: op-online.de

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