Lohnendes Warten auf zweite Ausschreibung

Neue Brücken günstiger als gedacht

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Die Brücke an der Bahnhofstraße nimmt neue Formen an. Ende Oktober, so der Architekt optimistisch, dürfte sie in Betrieb genommen werden.

Münster - 17 Brücken gibt es in Münster nebst Ortsteilen, allen gemein ist: Sie kosten die Gemeinde viel Geld. Zwei besonders marode Bauwerke wurden abgerissen, sind gerade im Neuaufbau und sollen noch im Herbst fertiggestellt sein. Von Thomas Meier 

Derzeit werden die Lager beiderseits des Stiegelgrabens für das neue Bauwerk errichtet, doch schon bald kommt der große Brückenschlag.

Erfreulich: Ihre komplette Erneuerung kostet viel weniger Geld, als zunächst angenommen. Kaum hatte die Gemeinde 2015 die für die Landwirtschaft so wichtige Brücke am Werlacher Weg für 400.000 Euro neu bauen lassen, zeigten die jährlichen Herbstuntersuchungen der anderen Brückenbauwerke, dass auch sie großenteils Ertüchtigungen nötig haben. Die für die rund 30 Besitzer und Pächter von Kleingärten so wichtige „Brücke Nr. 11“ über den Stiegelgraben wies gar so eklatante Baumängel auf, dass sie umgehend komplett gesperrt wurde; für Fahrzeuge und Mann und Maus. Legende, wie die Gemeinde von der unfreiwilligen „Insel“ am Max-Bock-Heim Gerätschaften und Traktoren mit einem Kran über die Gersprenz hieven ließ. Doch auch die Brücke in der Bahnhofstraße nahe des Jugendzentrums und des Wanderheimes von Frisch-Auf sollte dringlichst neu errichtet werden. Widerlager und Brückenunterbau zeigten sich derart desolat, dass auch hier reparieren nichts mehr bringen sollte.

Für 2016 stellte die Gemeinde 400.000 Euro für die Sanierung der Brücke über den Stiegelgraben und die etwas besser erhaltene, aber trotzdem erneuerungsbedürftige Querung am Jugendzentrum im Etat ein. Doch der Branche ging es damals wohl zu gut. Zeitnahe Angebote für eine Brückenerrichtung am Stiegelgraben jedenfalls sprengten den finanziellen Rahmen. Mit etwas mehr Zeit im Rücken hoffte man auch auf einen günstigeren Preis. Den Kleingärtnern kam das Rathaus entgegen. Weil für einen Brückenneubau direkt neben der Eisenbahnquerung eine Behelfsbrücke nötig ist, ließ man diese gleich dort hinsetzen.

Das Warten hat sich für die Gemeinde gelohnt. Die Brücke am Max-Bock-Heim hätte nach dem günstigsten Ergebnis der ersten Ausschreibung noch 272.600 Euro kosten sollen, wird jetzt aber „nur“ mit rund 185 000 Euro zu Buche schlagen, worüber sich Bürgermeister Gerald Frank freilich sehr freut. Und seinen Ausführungen zufolge lohnte sich auch das Warten bei der Bahnhofstraßenbrücke. Eingeplant waren 230.000 Euro, realisiert wird die Erneuerung im zweiten Anlauf mit 194.000 Euro. Mal eben dem Stadtsäckel runde 123.000 Euro eingespart, das lässt sich in weitere notwendige Brückensanierungen investieren.

Und die sind auch dringend nötig, und zwar bei zwei alten Holzkonstruktionen an der Kläranlage und beim Gersprenzstadion. Dort wurden Holzelemente schon mehrfach ausgetauscht, doch rechne man jetzt mit spitzen Bleistift komme man schnell zum Ergebnis, das weiteres Flickwerk auf Dauer teuer kommt, sagt Frank. Jeweils 60 000 Euro koste es, eine der Holzbrücken durch eine Stahlkonstruktion mit Holzaufbau zu ersetzen. „Wir nehmen die Kosten von 120.000 Euro mit in den Haushaltsentwurf für 2018 auf“, sagt der Bürgermeister. (tm)

Quelle: op-online.de

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