Ladesäule vor der Feuerwehr 

Nicht alle fahren auf Standort ab

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Altheims neue E-Zapfsäule steht direkt vor der Feuerwehr. Dort, wo bislang der Maibaum prangte, ist der Parkraum beiderseits nun für stromhungrige Autos reserviert. Die Beschilderung fehlt noch. 

Münster - Zwei Stromtankstellen gibt es in Münster bereits: am Rathausplatz und am Abtenauer Platz. Jetzt können auch die Altheimer auf Strom abfahren. Von Thomas Meier

E-Ladesäule Nummer drei ist am Gustav-Schoeltzke-Haus in Betrieb gegangen. Doch mit dem Standort der Säule vor der Feuerwehr sind nicht alle einverstanden. Bis 2020 sollen auf deutschen Straßen eine Million Elektrofahrzeuge unterwegs sein, lautet das ambitionierte Ziel der Bundesregierung. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg – bislang fehlt es vielerorts vor allem noch an einer flächendeckenden Infrastruktur mit Stromtankstellen. Münster leistet nun einen wichtigen Beitrag, um das zu ändern.

Innerhalb des Projekts „Elektromobilität für Südhessen“ des Stromversorgers Entega sind bereits im April zwei E-Ladesäulen am Rathausplatz und am Abtenauer Platz ans Netz gegangen, an denen jeweils zwei Elektrofahrzeuge gleichzeitig betankt werden können (wir berichteten). Ab sofort kann auch am Gustav-Schoeltzke-Haus in Altheim Strom gezapft werden.

Bei den E-Tankstellen handelt es sich um AC-Ladesäulen mit einer Leistung von zwei mal 22 kW. „Damit kann ein Elektrofahrzeug viermal schneller als an einer herkömmlichen Steckdose mit Strom betankt werden“, schildert Olaf Burmeister-Salg, Leiter der Abteilung Wirtschaftsförderung, Öffentlichkeitsarbeit und Kultur der Gemeinde.

Geladen werden kann an den Zapfsäulen mit der Entega-Ladekarte oder mit anderen gängigen Karten. Mit der Ladekarte wird Kunden für nur 25 Euro im Monat an derzeit 7 500 Ladepunkten in ganz Europa eine Flatrate angeboten, mit der sie ihre Elektrofahrzeuge aufladen können, und zwar so oft sie möchten.

Münster will also mit gutem Beispiel vorangehen, um das Fahren von Elektroautos für jedermann attraktiv zu machen und somit einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Allerdings wird am Standort Altheim bereits Kritik laut, bevor auch nur eine Tankfüllung elektrischen Safts abgezapft wurde.

Wie Autodesigner mit Lichteffekten spielen

Die CDU hatte in ihrem Wahlprogramm 2016 bis 2021 ihre Unterstützung bei der Einrichtung von Ladestationen für die E-Mobilität auf dem Gemeindegebiet zwar signalisiert. Aber nach dem einstimmigen Beschluss in der Gemeindevertretung im Dezember 2016 über die Mittelbereitstellung sei es wegen der möglichen Standorte nicht mehr zu Beratungen in der Gemeindevertretung gekommen, moniert Thomas Heinz, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes Münster. Er schreibt: „Schade, denn Standorte, wie am Münsterer Rathaus und am Altheimer Feuerwehrplatz hätte man besser erst einmal in den Ausschüssen oder der Gemeindevertretung öffentlich diskutieren und dabei die Ortskenntnisse von Mitgliedern der Gemeindevertretung einholen sollen.“

An beiden Plätzen seien ohnehin zu wenige Parkmöglichkeiten vorhanden. Für den Altheimer Feuerwehrplatz sei zudem im Juni von der Gemeindevertretung ein Prüfantrag beschlossen worden, der sich mit dem Thema Parkplätze befasst. CDU-Politiker Heinz sagt: „Alternative Standorte für die Ladestationen hätte es sicher gegeben.“

Quelle: op-online.de

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