Naturschutzbund bereitet die Schonzeit vor

Niströhren für Uferschwalben

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Nabu-Mitglieder bei der Sanierung der „Uferschwalbenwand“ im Naturschutzgebiet „Auf dem Sand“.

Münster - Es ist wieder soweit. Heute beginnt die Brut- und Setzzeit, „die eine Verschnaufpause vor dem allzu unbekümmerten Umgang mit der Natur durch den Menschen bedeuten sollte“, schreibt die Nabu-Ortsgruppe Münster in einer Mitteilung.

In den Naturschutzgebieten, in den Gärten oder Parks beginnt für viele Vögel und Säuger, Amphibien und Reptilien sowie für die meisten Insekten, die Zeit des intensiven Brutgeschäfts. Nach Balz und Werbung um Partner, folgt der Bau von Kinderstuben. Seien es Erdhöhlen, Nester oder auch nur offene Brutmulden. Vielfältig ist die Art der benötigten Behausungen und ebenso anstrengend die anstehenden Monate bis „die Kinder endlich groß sind“.

Seit Juli vergangenen Jahres haben die aktiven Nabu-Mitglieder aus Münster einmal mehr die Pflegemaßnahmen übernommen, um die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Brut- und Setzzeit zu gewährleisten. Seit Januar lag in diesem Naturjahr ein Schwerpunkt bei der Sanierung der „Uferschwalbenwand“ im Naturschutzgebiet „Auf dem Sand“. Wie der Nabu berichtet, ist diese Uferschwalbensteilwand die einzige Brutkolonie im EU-Vogelschutzgebiet „Untere Gersprenzaue”, das unter anderem zum Zweck des Uferschwalbenschutzes ausgewiesen wurde.

Die Uferschwalbe brütet in Kolonien an sandigen Steilwänden, die früher durch Erosion an Fließgewässern entstanden, die heute durch Gewässerbegradigungen nicht mehr entstehen. In ganz Hessen gibt es noch geschätzte 2 000 Brutpaare und der Bestandstrend ist weiter langfristig abnehmend. Umso wichtiger war es für den Nabu, den Status quo der Steilwand nicht nur zu erhalten, sondern entsprechend zu optimieren und für die Anforderungen der zu erwartenden Mieter vorzubereiten.

Dadurch ist eine wesentlich größerer Steilwandbereich entstanden, der frei ist für die 70 bis 100 Zentimeter tiefen, horizontalen Brutröhren. Ein Fuchs habe nun keine Möglichkeit mehr, diese Röhren zu erreichen. Wobei die natürlichen Hauptfeinde der Uferschwalbe, nämlich der Baum-Turmfalke oder Sperber, ebenfalls gerne in der Nähe einer Schwalbenkolonie ihre Brut großziehen.

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Der Nabu Münster ruft wieder auf, die Einhaltung freiwilliger sowie gesetzlichen Vorgaben zur Brut- und Setzzeit, zum Beispiel die Anleinpflicht von Hunden innerhalb eines ausgewiesenen Naturschutzgebietes, zu beherzigen. „Und dies tatsächlich nur zum Wohl der Tiere und nicht, um den einzelnen Hundehalter oder Tierfreund zu schikanieren“, betont der Nabu. Ausführliche Beschreibungen zur Brut- und Setzzeit gibt es im Flyer „Feld und Flurknigge“, der im Rathaus erhältlich ist.

Auch auf den Feldern und Fluren der landwirtschaftlichen Flächen werde sich bald das erste Grün zeigen. Ein Grün, das auf unseren Tellern landen soll, so der Nabu. Es sei denn, der Landwirt könne seine Produkte erst gar nicht in den Handel bringen, weil sein Feld als Hundetoilette missbraucht wurde. „Sorgsame Hundehalter tragen die kostenlos angeboten Kotbeutel bei sich und entsorgen diese in den entsprechenden Behältern“, appelliert der Nabu. „Bitte bewahren wir gemeinsam unsere Natur mit den kleinen Schritten, die ein Jeder von uns leisten kann“, heißt es abschließend vonseiten des Nabu. (nkö)

Quelle: op-online.de

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