Nördlich der Altheimer Straße

Ist das Baugebiet bis 2020 fertig?

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Lothar Breitenbach (r.) erläuterte im Münsterer Rathaus: „Wir brauchen die Eigentümer von Anfang an als Partner.“

Münster - Bis etwa 2020 könnte Münster ein neues, dann fertiges Viertel haben: Diesen Plan stellten Vertreter der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH im Sitzungssaal des Rathauses vor. Von Jens Dörr 

Projektleiterin Margarethe Stahl sowie Lothar Breitenbach, Fachmann für Bodenumlegung und Grundstücksneuordnung, präsentierten den 120 Zuhörern, wie sich die Gemeinde an ihrem nordöstlichen Rand – genauer nördlich der Altheimer Straße – in den kommenden Jahren entwickeln soll. Rund um das bekannte Feldkreuz, auf Arealen mit weniger bekannten Namen wie „Im Seerich“ und „Auf der großen Hardt“, soll ein Gewerbe-, Misch- und Wohngebiet entstehen.

Die Gemeinde hat die LBBW Immobilienentwicklung als Träger für die Erschließung beauftragt. Als solcher sind die Baden-Württemberger bereits in Eppertshausen tätig gewesen. Das Unternehmen soll – im wahrsten Wortsinn – den Boden für die spätere Bebauung mit Gewerbe- und Wohnimmobilien bereiten.

Besucherdruck soll nicht erhöht werden

So soll das Baugebiet nördlich der Altheimer Straße aufgeteilt werden: Den Westen des Areals dominieren Handel und Gewerbe, im Osten soll Wohnbebauung entstehen. Dazwischen liegt ein kleines Mischgebiet.

„Einerseits hat uns der Regionalplan den Standort vorgegeben, andererseits wollten wir das neue Gewerbegebiet ans bestehende anschließen“, begründete Bürgermeister Walter Blank auf Nachfrage eines Zuhörers, weshalb das Baugebiet nördlich der Altheimer Straße und nicht südlich entstehen soll. Aus Sicht des Gasts hätte die Bebauung auf der Südseite den Vorteil gehabt, dass der Abstand zwischen Münster und dem Ortsteil Altheim verringert worden wäre, die Gemeinde also ein wenig zusammenwachsen könne.

Auch das wiederholt angesprochene FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat), ein nach bestimmten Richtlinien ausgewiesenes Natur- und Landschaftsschutzgebiet, würde so weniger beeinträchtigt werden. Das angepeilte Baugebiet auf der nördlichen Seite der Altheimer Straße würde an das FFH-Gebiet an der nahesten Stelle auf 175 Meter herankommen. Das FFH-Gebiet liegt nochmals nördlich des geplanten Baugebiets. Von dort soll auch künftig kein Weg ins FFH-Gebiet führen, um den „Besucherdruck“ nicht zu erhöhen.

„Nur wenn alle mitmachen...“

Klar wurde unterdessen, dass die Bebauung südlich der Altheimer Straße kein Thema ist und im Norden zu etwa einem Drittel Wohngebiet – im Osten des Areals –entstehen sollen. Auf den weiteren beiden Dritteln sollen Handel und Gewerbe dominieren, ein Teil auch als Mischgebiet vorgesehen werden. „Konkrete Baugrundstücke können wir derzeit noch nicht zuteilen“, erläuterte Stahl derweil. Zunächst einmal – das war dann wieder Breitenbachs Part – müssten die Gespräche mit den derzeitigen Grundstückseigentümern geführt werden. Viele verschiedene Eigentümer besitzen auf der derzeitigen Ackerfläche schmale Streifen, die verkauft oder gegen Fläche an anderen Orten getauscht werden müsste. „Wir brauchen die Eigentümer von Anfang an als Partner“, so Breitenbach. Zu seinen Aufgaben würde nach erfolgreichen Gesprächen die Grundstücks-Neuordnung zählen. Die jetzigen, schmalen Grundstücke eignen sich für keinerlei Bebauung.

Die Umsetzung des Vorhabens funktioniere zwar „nur, wenn alle mitmachen“, sagte Breitenbach auf der einen Seite. Auf der anderen Seite erwähnte er aber auch Möglichkeiten, bei nicht verkaufswilligen Eigentümern eine Lösung zu finden. Diese würde dann meist in der Zuweisung einer Ackerfläche an anderer Stelle bestehen. Der geplante weitere Verlauf des Verfahrens sieht eine Entscheidung über das Nutzungskonzept, eine Wirtschaftlichkeitsberechnung und erste Gespräche mit den Ackerland-Besitzern noch bis Ende März dieses Jahres vor. Im zweiten Quartal soll unter anderem der Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan gefasst werden und der Bebauungsplan bis Jahresende schließlich Rechtskraft erlangen.

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Im zweiten Quartal 2015 soll mit der Erschließung begonnen werden, die Ende 2015 fertig sein soll. 2016 könnte dann der Hochbau starten. Nach „vier, fünf Jahren“, so die Erwartung von Margarethe Stahl und Lothar Breitenbach, könnte das Gelände vollständig bebaut sein. Auch Walter Blank zeigte sich mit Blick auf die Nachfrage von Gewerbetreibenden und Häuslebauern optimistisch. Bei den mit Wohnimmobilien zu bebauenden Flächen rechnete Stahl mit Größen bis 500 Quadratmetern.

Quelle: op-online.de

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