Kommentar: Notdürftige Unsitten

Schön, dass immer mehr Menschen immer weniger Alkohol zu sich nehmen, wie auch jetzt die Veranstalter der Party zur Uhrumstellung konstatieren können. Auch prima, dass sich nicht-alkoholische Drinks in gleichem Maße steigender Beliebtheit erfreuen. Von Thomas Meier

Was uns darauf schließen lässt, dass wie seit Urzeiten an Menge wohl gleichviel getrunken wird auf Partys und Feten. Würde insgesamt weniger Flüssiges versüffelt, lohnten ja auch die Anstrengungen der Veranstalter kaum mehr. Und irgendwann gebe es so auch weniger Fetenspaß.

Doch wer etwa denkt, mit einem Weniger an Weingeistreichem ginge es gesitteter als vormals zu, der irrt. Auch ohne anscheinliche Trunkenheit urinierten wohl sozial- und hygienefremde Notdürftige mitten im Münsterer Partygetümmel gegen zwei Stützpfeiler der gerade erst modernisierten TV-Sporthalle.

Egal zu welcher Uhrzeit: Zum rechten Moment das nur wenige Schritte weit entfernte Stille Örtchen aufzusuchen, dürfte für jeden auch noch so sehr die lauten Beats liebenden Partygänger stets erste Verpflichtung sein. Das gilt auch für alle anderen Fremdpinkler an Hausecken, Hofeinfahrten, Garagen, Buswartehallen, Passageneingängen und sonstigen möglichen und unmöglichen Örtlichkeiten. Sonst könnt’s von den zur Unzeit Angepieselten statt musikalischer Beats schnell mal handfeste Hiebe geben...

Quelle: op-online.de

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