Nudeln mit Gemüse zum Frühstück

+
Schon nach wenigen Tagen haben sich echte Freundschaften gebildet: Das Foto zeigt zwei Austauschschülerinnen beim Anschauen eines von den Schülern produzierten Films über die Huangyan-High-School in Taizhou, der Heimat der chinesischen Austauschschüler.

Münster ‐ „Ich mag es sehr, bei Julia zuhause zu sein. Sie ist in meinem Alter und wir verstehen uns gut. Die Häuser hier sind wie große Schokoladenkuchen. Aufgrund der großen Population in China haben wir nur sehr kleine Häuser“, sagt Yinglin Ye. Von Ellen Jöckel

Die 16-Jährige ist Schülerin an der Huangyan-High-School in Taizhou, einer Stadt an der chinesischen Ostküste mit 5,57 Millionen Einwohnern. Sie nimmt zusammen mit 35 Mitschülern an einem Austauschprojekt mit der Schule auf der Aue in Münster teil und ist wie ihre Schulkameraden zum ersten Mal in Europa.

Schon in den ersten gemeinsamen Tagen hätten sich echte Freundschaften zwischen den Schülern gebildet, erzählt Ingrid Arnold-Berndt, die Englischlehrerin an der Aueschule und Mitorganisatorin des Austausches ist. Unterhalten würden sich die Schüler auf Englisch. „Ich mache nun schon seit über 15 Jahren Austauschprogramme. Das ist der erste Austausch, wo sich die Schüler, chinesische und deutsche, so vermischen. Teilweise gehen sie Hand in Hand. Sie scheinen sich wirklich gut zu verstehen,“ äußert sich Arnold-Berndt erstaunt.

Auf den Geschmack gekommen ist auch die 15-jährige Julia Frühwein aus Münster: Nach der Bitte ihrer Austauschpartnerin Yinglin mal etwas anderes als Brot zum Frühstück zu essen, kochten sich die beiden Schülerinnen Nudeln mit Gemüse. „In China ist es üblich, drei Mal am Tag warm zu essen. Mir hat das Frühstück auf chinesische Art geschmeckt“, sagt die Aue-Schülerin.

„Im deutschen Unterricht herrscht ein angenehmes Chaos. In einer chinesischen Klasse müssen die Schüler dem Lehrer zuhören, sonst schaffen sie die Prüfungen nicht,“ erzählt der 18-jährige Yiqui Jiang.

Im Vergleich zur Schule auf der Aue mit rund 1200 Schülern und maximal 33 Schülern pro Klasse, bewegt man sich in China in ganz anderen Größenordnungen: Die Huangyan-High-School hat 2700 Schüler mit bis zu 50 Schülern je Klasse.

Heute heißt es für chinesische und deutsche Jugendliche dann Abschied nehmen. Aber nicht für lange: Bereits am 26. September lernen die Münsterer Schüler die Heimat ihrer neuen Freunde aus Fernost kennen.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare