Ohne Etat ins neue Jahr

Münster (bea) ‐ Schwach besucht war die letzte Sitzung des Pflegeheimverbands Senio von ihren Mitgliedern. Und dies hatte Folgen: Der Haushaltsplan für 2011 konnte nicht beschlossen werden, weil die Beschlussfähigkeit der Versammlung nicht gegeben war.

Zur Kenntnis nahmen die Mitglieder die Eröffnungsbilanz 2008. Auf 19,5 Millionen Euro beläuft sich das Vermögen des Senio-Verbandes, der Löwenanteil davon steckt mit gut 13,5 Millionen in den Sachanlagen, sprich den verbandseigenen Grundstücken und den Pflegeheimen, die darauf stehen. Fast die gleiche Summe, knapp 13,5 Millionen sind Verbindlichkeiten, davon knapp acht Millionen an Krediten. Insgesamt betragen die Schulden ebenfalls 19,5 Millionen.

Die Eröffnungsbilanz wurde genutzt, um auf die Doppik umzustellen. Eingestellt wurden auch die tatsächlichen Forderungen an die Verbandsgemeinden für die vier Gersprenzpflegeheime in Reinheim, Münster, Groß-Umstadt und Groß-Zimmern, die sich in den vorhergehenden Jahren ergeben hatten. Sie beliefen sich zum 1. Januar 2008 auf über 2,7 Millionen Euro. Davon trägt mit gut 700 000 der Landkreis den Löwenanteil, größte Einzahlerkommunen sind Groß-Umstadt mit knapp 500 000 und Reinheim mit 424 000 Euro. Die Gemeinde Eppertshausen ist mit 144 000 Euro dabei, Münster mit 316 000 Euro und Groß-Zimmern mit rund 300 000 Euro. Der Jahresabschluss 2007 ist mittlerweile testiert, die Eröffnungsbilanz durchläuft die Prüfung durch das Rechnungsprüfungsamt Darmstadt-Dieburg.

Der Haushaltsplan für 2011, der voraussichtlich in der nächsten Sitzung im Februar beschlossen wird, weist folgende Zahlen aus: Für den Ergebnishaushalt gut eine Million Euro, davon sind knapp drei Millionen Euro Erträge eingeplant, denen knapp 1,9 Millionen Euro Aufwendungen gegenüberstehen.

Für die Kommunen und den Landkreis wird 2011 eine Umlage von knapp 1,9 Millionen für die Pflegeheime fällig. Davon trägt der Landkreis 472 000 Euro, Münster ist mit 225 000 Euro dabei, Eppertshausen mit 95 000 Euro, Groß-Umstadt mit 354 000 und Groß-Zimmern mit 214 000 Euro.

„In diesem Jahr finden die höchsten Zahlungen statt, ab dem Jahr 2012 werden die Umlagen niedriger ausfallen“, erklärte Steuerberaterin Marion Keil. Grund: Die Altlasten, sprich die hohen Verluste der vergangenen Jahre, sind dann teilweise abgetragen. Besonders zu Buche schlugen die Jahre 2003 bis 2005, in denen insgesamt über 1,8 Millionen Schulden aufgelaufen waren. Dieser höchste Defizitposten ist mit den Zahlungen dieses Jahres dann endgültig bezahlt. Sofern die Erwartungen des Vorstands und der Verbandsmitglieder, dass es ab dem Jahr 2011 keine laufenden Betriebsverluste bei den vier Gersprenzheimen mehr geben wird, werden die bis jetzt aufgelaufenen Defizite im Jahr 2014 beglichen sein.

Quelle: op-online.de

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