Ohne Kommunikation geht nichts

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Seit 2000 betreibt Wolfgang Wagner das Café in der Kulturhalle. Jetzt geht er in den Ruhestand. Der Kontakt mit den Leuten hat Wolfgang Wagner in seinem Café immer am meisten Freude bereitet.

Münster - Die Stühle stehen schon oben, jetzt muss Wolfgang Wagner nur noch die letzten Utensilien einpacken. Nach 14 Jahren zieht sich der Betreiber des Cafés in der Kulturhalle aus Altersgründen zurück. Von Sebastian Schwarz 

„Ich habe in den letzten 53 Jahren viel gearbeitet, ich denke jetzt ist dann auch mal Schluss“, begründet der ehemalige Postbeamte seinen Entschluss. Übernommen hatte er die Gaststätte im August 2000. Bis zu diesem Zeitpunkt war diese in der 1996 gebauten Halle nur von den örtlichen Vereinen genutzt worden. Damit sich das ändert, fragte damals Bürgermeister Walter Blank bei Wagner an, ob der nicht Interesse habe, dort ein Café zu eröffnen. Und Wagner hatte Lust. Kurz zuvor war er aus gesundheitlichen Gründen von seinem Job als Paketausträger in Münster und Eppertshausen in den Ruhestand versetzt worden. Doch zur Ruhe setzten wollte er sich mit gerade mal 53 Jahren noch nicht. „Ich wollte noch ein bisschen Beschäftigung“, erzählt Wagner, der im September 67 wird. Und der Umgang mit Menschen hat ihm sowieso schon immer Spaß gemacht.

In den ersten paar Jahren versucht er, den Cafébetrieb die ganze Woche über anzubieten. Doch schnell merkt er, dass das gar nicht so einfach ist. Denn die Kulturhalle wird auch von den Münsterer Vereinen lebhaft genutzt. Und diese haben im Zweifelsfall Vorrang. Viel Verständigung und Verständnis zwischen Pächter und Vereinen ist gefragt. Für Wagner kein Problem, er hat einen guten Kontakt zu den Vereinen. „Den braucht man auch, sonst geht es nicht“, meint der Pensionär.

Keine Vollzeitbeschäftigung

Das sieht auch Bürgermeister Walter Blank so. Für Wagners Nachfolge wünscht er sich jemand, der ebenso viel Verständnis fürs örtliche Vereinsleben mitbringt. Eine Vollzeitbeschäftigung sieht Blank in dem Betrieb des Cafés indes nicht. „Als Hauptstandbein wäre es aufgrund der Hallennutzung durch die Vereine wohl schwierig“, so das Gemeindeoberhaupt. Die Stelle eigene sich eher als Nebenerwerb oder im stundenweisen Betrieb.

Dem kann Wagner aus seiner Erfahrung nur beipflichten. „Eine Familie kann man davon nicht ernähren“, sagt er. Mit Hochzeiten, Beerdigungen und sonstigen feiern im Foyer hatte er zudem eine weitere Einnahmequelle. Rund 40 Stunden im Monat stand Wagner in den letzten 14 Jahren hinter der hellbraunen Holztheke. Mit einem großen Abschlussgrillen hat sich der Münsterer letzte Woche von seinen Gästen verabschiedet. 170 Leute sind nochmal gekommen, um Wagner den Abgang zu versüßen. „Das ist mir schon ein bisschen ans Herz gegangen.“

Wie es mit dem Café weitergeht, steht unterdessen noch nicht fest. Die Gemeinde Münster sucht zur Zeit einen neuen Pächter für die 85 Quadratmeter große Gaststätte. Laut Rathauschef Blank gab es zwar bereits einige Nachfragen, jedoch noch nichts Konkretes. „Ich bin zuversichtlich, dass wir jemanden finden, der es gerne macht“, zeigt sich Blank optimistisch, bald einen Nachfolger für Wolfgang Wagner zu finden.

Quelle: op-online.de

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