Ohne Kuhfladen entscheidet das Los

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Stunde um Stunde trottete Kuh Akka über das in Quadrate eingeteilte „Spielfeld“ beim Münsterer Sportverein – am Ende musste der Gewinner per Los ermittelt werden.

Münster - Kuh Akka gibt jeden Tag 22 Liter Milch – für fünf Euro. Am Donnerstag war die Schwarz-weiße jedoch ganz groß im Geschäft: Ein Kuhfladen von ihr war beim Sommerfest des Sportvereins Münster 5 000 Euro wert. „Kuhschiss-Bingo“ macht es möglich. Von Alexander Klug

Gespannt verfolgen an die 200 Zuschauer am Münsterer Mäusberg, wie Akka übers Spielfeld trottet, dann stehen bleibt, den Schwanz hebt. „Jetzt sieht es so aus, als ob wir einen Gewinner haben“,dröhnt Vereinschef Stefan Hebeling durch die Lautsprecher. Das Publikum hält die Luft an. Doch statt zu fladen, pullert die Kuh-Dame genüsslich auf Feld 413. „Pech gehabt. Nur ein Schiss zählt“, kommentiert eine ältere Frau schadenfroh vom Spielfeld-Rand. Auch sie hat ein Quadrat gekauft. Für zehn Euro. „Und wenn nicht, hab ich dem Verein was Gutes getan.“ Erleichtert sich Akka im richtigen Feld, winken 1 000 Euro – die restlichen 4 000 wandern in die Vereinskasse.

„Wir müssen uns komplett selbst finanzieren“,erklärt Hebeling die Geschäftstüchtigkeit seiner Mannen. Drei Wochen lang öffnen sie zudem vor dem Vereinshaus ihren „Sommergarten“ und sind damit seit Jahren Publikumsmagnet für zahlreiche Biergarten-Freunde. In diesem Jahr feiert der Verein 90-jähriges Bestehen.

Währenddessen trottet Akka immer noch über den Rasen. Auch ein versteigerter Wassereimer, aus dem sie gierig trinkt, bringt ihre Verdauung nicht in Schwung.„Ich weiß auch nicht, was los ist“, sagt Bauer Thomas Funk und kratzt sich am Kopf. Akka scheint Verstopfung zu haben. Stunde um Stunde trottet sie rastlos umher, knabbert am Fußball-Rasen. Als die Uhr dann halb sieben zeigt, bricht Hebeling ab. Es regnet in Strömen. Akka muss nach Hause an die Melkmaschine. Zu prall ist ihr Euter gefüllt.

Doch die Fußballer wissen sich zu helfen. Sie losen ein Feld aus. Jörg Herdt heißt der Gewinner. Er freut sich – auch ohne Kuhfladen. Hebeling ist ebenfalls zufrieden: „Das war ’ne Riesen-Gaudi!“ Als die Kuh in den Anhänger verladen wird, schließt Bauer Funk die Laderampe. Ein Platschen ist zu hören. Akka hat gefladet.

Quelle: op-online.de

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