Mit Optimismus und  Zuversicht

+
Katja Fischer (links) und Felicitas Schulke in ihrem Altheimer Lädchen.

Altheim - „Es geht langsam aufwärts“, sagt Katja Fischer, eine der beiden Pächterinnen des „Altheimer Lädchens“. Seit der Eröffnung im März diesen Jahres hatten sie und ihre Partnerin Felicitas Schulke so manche herbe Durststrecke zu überwinden. Von Ellen Jöckel

In der Ferienzeit dachte ich, wir schaffen es nicht“, ergänzt Fischer. Doch mit der Übernahme des „Hermes Versands“ im Sommer sei immer mehr Laufkundschaft dazu gekommen. „Von den Stammkunden alleine können wir nicht leben“, weiß Felicitas Schulke. Über den Versand kämen Leute in den Laden, die nie zuvor dort gewesen seien. Manch einer kaufe dann auch gleich was mit ein oder käme im besten Fall auch wieder.

Wo sie nicht weiterkamen, haben sie Hilfe aus dem Ort geholt

Von Anfang an haben die beiden Existenzgründerinnen keinerlei Anstrengung gescheut, um aus dem Laden in der Kirchstraße 11 das Beste rauszuholen: Bei der aufwändigen Renovierung habe die gesamte Familie mit angepackt, damit das vorher sehr düster und eng wirkende Geschäft eine helle und freundliche Atmosphäre erhält. Wo die Familie nicht weiterkam, haben sich die ursprünglich aus Erfurt stammenden Frauen Hilfe aus dem Ort geholt.

Wir haben einfach bei den Fachleuten in Altheim geklingelt und gefragt, ob sie helfen könnten“, erzählt Schulke. Die seien über diese Spontanität so erstaunt gewesen, dass sie gleich zugesagt hätten. Gleich bei der Eröffnung seien die beiden Verkäuferinnen gefragt worden, ob im Laden Wände rausgerissen worden sind. „Obwohl dies nicht passiert ist, wirkt unser Minimarkt offensichtlich auf die Kunden durch die geschickte Anordnung der Regale und die gekonnte Lichtführung viel heller“, freuen sich die Betreiberinnen. Doch als es nach den großen Voranstrengungen endlich losging, bekamen die Gründerinnen gleich einen Dämpfer: Das Waren-Sortiment sei nach eigener Einschätzung zusammengestellt worden und stimme mit den Bedürfnissen der Altheimer Kunden nicht ganz überein, klagten zunächst etliche Konsumenten.

„Können nicht auf jeden Wunsch eingehen.“

Zu Beginn haben wir viel in die Tonne gekloppt“, drückt es Schulke drastisch, aber wahrheitsgemäß aus. Die Liste der Warenwünsche sei lang gewesen, erzählen die Verkäuferinnen. „Auf jeden einzelnen Wunsch können wir nicht eingehen. Wir müssen schauen, ob ein Produkt auch mehrfach verlangt wird“, erläutert die Fischer. Inzwischen sei das Warenangebot erweitert und angepasst worden.

Von Dingen des täglichen Bedarfs über frisches Obst und Gemüse bis hin zu einer reichhaltigen Backwarentheke mit Brot, Brötchen und breitem Kuchensortiment ist alles im Altheimer Lädchen zu finden. Größere Mengen an Backwaren könnten von einem auf den anderen Tag vorbestellt werden.

Zu erreichen sind sie während der Öffnungszeiten Montag bis Freitag, 7.30 bis 12.30 und 14.30 bis 18 Uhr sowie samstags von 7.30 bis 12.30 Uhr unter Tel.: 06071-305346.

Diejenigen Leute, die am Anfang sehr skeptisch gewesen seien, zählten mittlerweile zu den besten Kunden. „Das sind die, die uns gute Tipps geben“, verrät Felicitas Schulke. Mit der Zeit hätten die beiden Geschäftsführerinnen einen guten Draht zur Kundschaft entwickelt. „Die Stammkunden freuen sich, wenn wir sie mit ihrem Namen ansprechen“, bemerkt Katja Fischer. Den älteren Personen böten Schulke und Fischer bei Bedarf besondere Hilfeleistungen an, wie beispielsweise Wasserkästen nach Hause bringen. Eine Bank zum Plaudern, die vor dem Laden stand, habe der Sperrmüll bedauerlicherweise einfach mitgenommen.

Immer mehr Kinder schauen vorbei

Auch auf die junge Kundschaft werde eingegangen: Zum Schulanfang habe jeder Schüler eine Stange Kaubonbons geschenkt bekommen. „Es kommen jetzt immer mehr Kinder zu uns“, freut sich Katja Fischer.

Per Flugblatt und Aushang werde auf Aktionswochen aufmerksam gemacht, in denen pro Woche ein Angebot besonders herausgestellt wird. So richtig angekommen seien diese Botschaften jedoch bei den Einwohnern noch nicht. „Die Leute scheinen solche Aktionen bei uns noch nicht wahrzunehmen“, meint die 47-Jährige. Deshalb sprächen die Unternehmerinnen Kunden nun vermehrt auf ihre Sonderangebote an. Zudem hätten sich die Altheimer auch erstmal daran gewöhnen müssen, dass der Laden im Vergleich zu den Öffnungszeiten des Vorgängers auch am Mittwochnachmittag geöffnet ist.

Praktikantin hilft im Laden mit

Unterstützung erhalten Fischer und Schulke nun von Christina Pahlke. Die Altheimerin macht während ihrer Ausbildung als Einzelhandelskauffrau ein Praktikum im Lädchen. „Es macht Spaß hier zu arbeiten, weil ein sehr nettes Klima herrscht“, erzählt die 22-Jährige. Und ihre engagierten Chefinnen sind froh, dass sie sich so auch mal eine kurze Kaffeepause gönnen können. „Wir denken, wir müssen drei Jahre durchhalten, bis sich der Laden rechnet“, schätzen Fischer und Schulke. Dieses Durchhaltevermögen nimmt man den energiegeladenen Frauen auf jeden Fall ab.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare