Kostenlose Nutzung der Gemeinde-Liegenschaften und digitalisierte Reservierungen

Münsters Parteien umwerben die Vereine

Vereine sollen an Gemeinde-Liegenschaften mehr teilhaben können.
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Vereine sollen an Gemeinde-Liegenschaften mehr teilhaben können.

Nicht nur die Pandemie verlangt den Vereinen einiges ab, auch die Finanzierung ihrer vielfältigen Angebote an die Mitglieder wird immer problematischer. Das wissen auch die Parteien, die sie vor der Kommunalwahl mit Versprechen umgarnen. Alle sind für bessere Vereinsförderung, ihre Wege sind dabei unterschiedlich.

Münster – „Die Vereine verdienen unsere Unterstützung“, erklärt die CDU, sich für eine höhere und gerechte Vereinsförderung aussprechend. „Münster ohne seine Vereine wäre nicht denkbar“, heißt es in einer Mitteilung. Egal, ob sie Sport trieben, tanzten oder musizierten: „Alle machen das Leben in Münster bunter und l(i)ebenswerter.“

Doch bereite die Pandemie den Vereinen Sorgen. Sie könnten ihren Mitgliedern ihre Leistungen nicht wie gewohnt anbieten. „Umso bewundernswerter ist es, mit wie viel Einfallsreichtum die Vereine dem totalen Stillstand ihres Vereinslebens begegnen“, erklärt Peter Waldmann, im CDU-Vorstand für die Vereine zuständig. Die Mitglieder hielten zwar die Treue, dennoch brächen die Einnahmen ein, weil keinerlei Veranstaltungen möglich seien. „Mit den Gewinnen aus den Konzerten, Fastnachtssitzungen und mehr bestreiten die Vereine einen großen Teil ihrer Unkosten für Trainer, Dirigenten oder eigene Hallen“, so Waldmann. Diese Härten müsse nach Auffassung der Union langfristig aufgefangen werden. Deshalb werde die CDU die Ortsvereine intensiver fördern. Sie denke an eine kostenfreie Überlassung der gemeindlichen Infrastruktur an alle Vereine und einen Ausgleich für diejenigen, die dies nicht nutzten. Weiterhin werde die CDU dafür sorgen, dass die Küche in der Kulturhalle den Vereinen für ihre Veranstaltungen vorrangig zur Verfügung stehe. Eine professionelle Verpachtung, die in den vergangenen Jahren zu Verwerfungen geführt habe, werde es mit der CDU nicht geben, so das Versprechen der Christdemokraten.

„In all diesen Vorhaben sehen wir das Geld der Gemeinde besser angelegt als beispielsweise bei einer Aussichtsplattform im Munawald“, so der CDU-Spitzenkandidat, Thorsten Schrod.

Zurzeit sind auf Antrag der CDU alle Nutzungsgebühren für die Vereine bis zum 30. Juni ausgesetzt. Wenn es nach dem Willen der CDU geht, solle es so bleiben.

Obwohl nicht zu den großen Kommunen im Landkreis zählend, könne Münster mit einem breit gefächerten Kulturangebot aufwarten, befindet auch die SPD. Nach ihrer Auffassung seien Vereine „das Lebenselixier jeder Gemeinde“, elementar in der Jugendarbeit und wichtig für das gesellschaftliche Zusammenleben. Sie wollen dies weiter fördern.

Die Partei erinnert an die seit 1976 bestehenden Vereinsförderungsrichtlinien. In den letzten Jahren seien sie gemeinsam mit Vereinsvertretern überarbeitet worden. Die Gemeinde stelle weiterhin einen festen, freiwilligen Betrag für die über 30 geförderten Vereine der Gemeinde zur Verfügung. Zudem fördere sie außerordentliche Baumaßnahmen der Vereine an den Sportstätten. Und: „Hervorzuheben ist die jetzt verstärkte Ausrichtung der Förderung auf die Jugendlichen“, erklärt Christian Steinmetz.

Verbesserungspotenziale in der Vereinsförderung bestünden aktuell bei der Reservierung der Sportstätten und Räumlichkeiten und in der Kommunikation über etwaige Schließungen oder Problemen der Anlagen. Aktuell würden Vereine Kontakt zur Gemeinde aufnehmen und nach verfügbaren Zeiten für die Kultur- oder Gersprenzhalle, das Gersprenzstadion oder anderes anzufragen. Seitens der Gemeinde werde geprüft und geantwortet.

„Um diesen Ablauf zu vereinfachen, plädiert die SPD für eine Digitalisierung des Prozesses in Form eines Online-Reservierungssystems“, heißt es. Dies reduziere die Aufwände der Vereine und der Gemeinde und gewährleiste Transparenz. Zudem könne über das System eine zeitnahe Information aller Beteiligten über Probleme, wie Sperrung der Duschen oder Belegungsänderungen informiert werden.

Darüber hinaus mache sich die SPD für ein Mitspracherecht der Vereine bei der Planung von Baumaßnahmen an den von Vereinen genutzten Einrichtungen stark. (Von Thomas Meier)

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