Partnerschaft mit Lastra a Signa in Toskana

Die Doaschde und die Florentiner

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Zu Besuch in Lastra a Signa (von links): Vizebürgermeisterin Angela Bagni, Lastras Beigeordneter für Kultur, Marco Capaccioli, Münsters Beigeordnete Norbert Schewe, Gerhard Dahms und Elisabeth Happel, Bürgermeister Carlo Nannetti und Parlamensvorsitzender Leonardo Cappellini.

Münster - Was dem Münsterer seine Doaschde, sind dem Bürger im italienischen Lastra a Signa Mandeln, Oliven und Wein. Und was die beiden Orte schon bald enger miteinander verbinden soll, ist eine Partnerschaft. Von Thomas Meier

Angestrebt von einer Handvoll Münsterer, etwas mehr Interessierte in Lastra und vom Kreis Darmstadt-Dieburg. Letzterer wünscht sich für seine seit 2005 bestehende Partnerschaft mit der Provinz Florenz, in der Lastra a Signa liegt, mehr Verschwisterungen der Kommunen beider Gebietskörperschaften. Geht es nach Gerhard und Angelika Dahms, soll der Pakt der Freundschaft zwischen der südhessischen und der florentinischen Kommune alsbald besiegelt werden. Und Gerhard Dahms, als Sozialdemokrat Mitglied des Gemeindevorstandes Münsters, rührt nun auf parlamentarischer Ebene, bei Bürgern und Vereinen kräftig für eine Verschwisterung. In Bürgermeister Walter Blank fand er bereits einen eifrigen Befürworter, ebenso weiß er Christdemokraten hinter der Idee stehend. Und seit ersten offiziellen Besuchen werden es ständig mehr.

Am 3. Dezember 2005 wurde in Italien eine Partnerschaftsurkunde mit der Provinz Florenz unterzeichnet. Der Pakt geht zurück auf Verbindungen kreisangehöriger Kommunen (Pfungstadt und Figline sowie Roßdorf mit Reggello). Im Vorfeld der Beurkundung fanden bereits mehrere Treffen von Repräsentanten beider Kreise in Italien und Deutschland statt. Bestärkt wurde die Absicht auch dadurch, dass Gemeinden aus beiden Regionen dabei freundschaftliche Verbindungen geknüpft haben und Partnerschaften anstreben.

Aus halboffiziell wurde offiziell

2009 reisten Dahms in halboffizieller Mission nach Lastra a Signa. Vertreter dieser rund zwölf Kilometer westlich von Florenz gelegenen Kommune mit etwa 20.000 Einwohnern bekundeten zuvor bei einem Besuch im Landkreis Interesse an einer Partnerschaft mit einer Da-Di-Kommune. Der Landrat brachte Münsters ins Spiel. Dahms war als Kundschafter eine gute Wahl, hatte er als Weinhändler doch bereits eine Menge an Grundwissen über die Region. Und seine touristischen Eindrücke von Lastra waren bestens.

2010 war eine Delegation aus Lastra bei der Touristica in Darmstadt. Carlo Nannetti und Leonardo Cappellini besuchten Münster, ließen sich den Ort vom Bürgermeister und dem Chef der Gemeindevertretung, Günter Willmann, zeigen. Und Münsters Verwaltungsleiter machte die Partnerschaft kurzzeitig zur Chefsache, als er bei der Bürgermeisterreise im April mit dem Kreis in die Toskana fuhr.

Norbert Schewe, 1. Beigeordneter (CDU) und Vizebürgermeister, sowie die SPD-Beigeordneten Elisabeth Happel und Gerhard Dahms machten sich erst kürzlich auf die rund 950 Kilometer lange Autoreise, um einer Einladung zur „Antica Fiera di Mezzagosto“ zu folgen. Diesen traditionellen Kunst- und Handwerkermarkt gibt es seit 1781 in Lastra a Signa. Und er überzeugte auch die deutschen Gäste. Dahms sagt: „Wir wurden mit großer Gastfreundschaft und Herzlichkeit empfangen und begleitet.“ Maria Marinesi von der Provinzverwaltung, Parlamentsvorsitzender Leonardo Cappellini, Bürgermeister Carlo Nannetti sowie der Beigeordnete für Kultur, Marco Capaccioli, hätten sich wunderbar um den Besuch und eine mögliche Partnerschaft bemüht.

Starkes Interesse an Entwicklung

„Die Vertreter von Lastra a Signa haben ein sehr starkes Interesse an der Entwicklung einer Partnerschaft“, sagt Dahms, bei dem Treffen sei die Bedeutung von engeren Partnerschaften für die europäische Entwicklung und den Frieden betont worden.

Seiner Meinung nach passen auch die kommunalen Strukturen zueinander. Beide Orte wiesen beste Verkehrsanbindungen an Autobahnnetze auf, hätten kurze Wege zu Flughäfen und in etwa gleiche Einwohnerzahlen. „Es gibt Handwerk, Kunsthandwerk und Künstler in Lastra, worüber Verbindungen geknüpft werden können“, sagt Dahms. Und auch bei den Vereinen seien Schnittmengen zu erkennen. Vor allem beim Gesang und dem Fußball. Und freilich denkt der Weinhändler auch an ökonomische Verbindungen via Wein- oder Bierhandel und mehr.

Überhaupt denkt Dahms nach vorn. Nicht nur, dass eine Delegation aus Lastra zur Gewerbemeile eingeladen werden soll, auch ansonsten will er die Austauschaktivitäten verstärkt wissen. Deshalb ist es ihm wichtig, baldmöglichst einen Partnerschaftsverein aus der Taufe zu heben. Und spätestens 2014 sollten, wenn die Idee auf Resonanz stößt, Vereinskontakte geknüpft und Schüleraustausche vorbereitet werden.

Dahm sucht Mitstreiter. Interessenten wenden sich an ihn unter 06071633220 oder 01715543448 sowie per E-Mail: info@chianti-toscana.com.

Quelle: op-online.de

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