Paten für Ausbildungsbrücke

Münster - Für viele Jugendliche ist es schwierig, sich durch den Unterrichtsstoff zu quälen, zu Hause zu lernen und sich noch auf die Berufsausbildung vorzubereiten, wenn zahlreiche andere, spannendere Aktivitäten wie Sport, Musik oder Computerspiele locken. Von Jasmin Frank

Während es den meisten Jungen und Mädchen jedoch gelingt, diese Hürden zu bewältigen, haben andere Kinder Probleme, sich selbst zu motivieren. Insbesondere dann, wenn ihnen von den Eltern nicht geholfen werden kann. Ehrenamtliche Ausbildungspaten sollen nun alsbald Haupt- und Realschüler ab der 8. Klasse begleiten.

„Genau hier wollen wir ansetzen und den Jugendlichen helfen. Wir haben ein Patensystem entwickelt, in dessen Rahmen den Schülern bei den vielfältigen Anforderungen geholfen wird, sei es bei Bewerbungen oder aber bei dem Schulstoff“, erläutern Gerhard Roßkopf und Werner Kreher von der Diakonie Darmstadt-Dieburg. Die beiden Münsterer nutzen ihren Ruhestand, um anderen zu helfen. „Ich möchte etwas von meinem guten Leben zurückgeben“, meint Roßkopf, der sich engangiert für das Projekt einsetzt.

Sein Team arbeitet bereits mit der Goetheschule in Dieburg zusammen und nun wurde ein Kooperationsvertrag mit der Schule auf der Aue geschlossen. „Wir bieten natürlich in unserer Schule schon Trainingseinheiten für Schulabgänger an, denn Bewerbungen schreiben und Gespräche führen ist eben nicht ganz einfach. Aber es gibt Kinder, denen diese allgemeinen Einführungen nicht ausreichen, sie brauchen eine individuelle Unterstützung, die nun durch die Paten der Diakonie für solche Einzelfälle geleistet werden kann“, informiert Schulleiterin Sabine Behling-Schmidt.

Viele Schüler haben Angst um ihre Freizeit

Wer sich als Pate oder Nachhilfelehrer, gerne auch in Kombination, für ein Kind einsetzen möchte, kann sich hier informieren.

Wichtig ist dabei, dass die Schüler selbst an dem Projekt teilhaben wollen, was gerade bei Kindern, die große Schwierigkeiten haben, nicht immer der Fall ist. „Viele haben Angst, dass ihnen ein Großteil ihrer Freizeit, die sie sehr hoch schätzen, genommen wird. Aber das muss nicht sein, denn gerade bei der Begleitung zu Praktika oder zum Arbeitsamt sind das ja keine Termine, die den Jugendlichen jedwede freie Zeit rauben“, so Roßkopf. Anders sieht es natürlich mit der Nachhilfe aus, die so häufig wie möglich in Anspruch genommen werden sollte. Nicht nur zwischen Schule und Diakonie wird deshalb ein Vertrag geschlossen, sondern auch zwischen den Jugendlichen, die es noch auszuwählen gilt. Mit drei Kandidaten soll begonnen werden, die von ihrem Klassenlehrer, dem Münsterer Gerhard Huther, ausgewählt werden und deren Eltern ihr Einverständnis geben müssen. Während die Paten in ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit Aufgaben wie die Betreuung und das Coaching der Schüler übernehmen, müssen die Jugendlichen auch ihren Teil erfüllen: Aus eigenem Antrieb mitmachen und Eigenverantwortlichkeit lernen.

„Es ist ein bisschen wie bei einem Taufpaten, der sich eben auch immer wieder um das Kind kümmert, es motiviert und unterstützt. Hier geht es zwar ganz gezielt um das Thema Schulabschluss, aber letztlich greift eine solche Maßnahme natürlich auch als persönliche Hilfe für den Jugendlichen“, so Sabine Behling-Schmidt.

Quelle: op-online.de

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