Mit Pegasus-Führer zum Olymp

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Alexander Tulezi (rechts) und Dennis Stöckel bei den Dreharbeiten auf dem Opernplatz.

Münster (tm) - Auch eilige Banker oder an Zeitnot leidende japanische Touristen legten am frühen Freitagmorgen (6. Mai) auf dem Frankfurter Opernplatz gerne ein Päuschen ein.

Was das junge, quirlige Filmteam da machte, das war einfach zu spannend: Alexander Tulezi und Dennis Stöckel, zwei Zehntklässler von der Münsterer „Schule auf der Aue“, filmten zwei Kollegen aus der siebten Klasse, Rosa und Paul Galli – zunächst vor und später noch in dem berühmten Opernhaus. Dabei sahen sie so professionell aus, dass so mancher neugierig nachfragte, für welchen Kino-Streifen da gearbeitet wird. Doch auf der großen Leinwand wird der Film nicht laufen: Die Szenen krönen den Kinder- und Jugendführer „Mit Pegasus in die Alte Oper“, den die Klasse 7Gd der Münsterer Aueschule unter Leitung von Musiklehrerin Cornelia Krones in kunstvoller Kleinarbeit erschaffen hat. Diesem Pegasus-Projekt winkt nun ein Riesenerfolg: Es steht in der Finalrunde des bundesweiten Wettbewerbs „Kinder zum Olymp“, zu dem die Kulturstiftung der Länder alle Schulen alljährlich aufruft.

Die Geschwister Paul und Rosa Galli, beide 13 Jahre alt, führen in einem Kurzfilm Kinder durch die Alte Oper Frankfurt.

Das hübsche, gelbe Heftchen, von dem bislang 350 Exemplare verkauft worden sind, ist der erste Kinder- und Jugendführer, den es über die Alte Oper Frankfurt gibt. Darin führt die Figur Pegasus, das geflügelte Pferd, das auf dem Dach der Oper thront, Kinder durchs Haus. Die Hauptdarsteller Rosa und Paul näherten sich in Szene eins des Kurzfilmes ihrem Pegasus, in dem sie die große Dachterrasse im achten Stock des benachbarten UBS-Bankhochhauses betraten. Von dort oben konnten sie der stählernen Figur fast in die Augen blicken. In Szene zwei rannten sie dann zum Portal des Opernhauses und winkten freundlich in die Linse. Die Kameramänner Alexander und Dennis gaben derweil lautstark Regie-Kommandos und trotzten dem sonnigen Gegenlicht oder sportiven Radfahrern, die immer mal wieder durchs Bild rauschten. In der Alten Oper selbst filmten die Schüler den großen Konzertsaal – Rosa und Paul setzten sich dort in den Logenbereich und ließen ihre Blicke durch die vielen hundert Sitzreihen gleiten. Zum Abschluss nahmen sie auf einer braunen Ledercouch im Foyer der Oper Platz und blätterten kameragerecht in dem kleinen gelben Opernführer, den sie über ein halbes Jahr lang mit ihren Klassenkameraden erstellt haben.

Vier Stunden dauerte der Dreh

„Immer schön lachen und freundlich winken!“ - die Regieanweisungen von Lehrerin Krones und den Kamerajungs klangen nicht viel anders als die in Hollywood. Und Rosa konnte genauso wie Paul sich gut vorstellen, wie sich Angelina Jolie oder Brad Pitt wohl fühlen, wenn sie auf dem Set eine Szene dutzendfach vorführen müssen. So häufig mussten die Siebtklässler nicht ran: Nach knapp vier Stunden war der Film im Kasten.

„Das hat riesigen Spaß gemacht“, schwärmte Rosa am Ende. Und die Kameramänner Alexander und Dennis waren froh, endlich einmal die Oper von innen gesehen zu haben: „Da waren wir noch nie drin“, gab Dennis zu. Die beiden Jungs haben nun noch einiges an Arbeit vor sich: Aus insgesamt knapp 30 Drehminuten müssen sie die besten drei herausschneiden. „Das machen wir in unserer Freizeit, und zwar sehr gerne“, freute sich Alexander. Ist der Film dann fertig geschnitten, wird er noch musikalisch unterlegt: Der Komponist Ulrich Pietsch schrieb eigens für das Schülerprojekt die „Hymne an Pegasus“.

Die Idee des Kinder- und Jugendführers zur Alten Oper begeisterte die Juroren des Wettbewerbs „Kinder zum Olymp“, dessen Schirmherr Bundespräsident Christian Wulff ist. Die Münsterer konnten sich in der Kategorie der Klassen 5-9 unter 1000 Bewerbern behaupten und stehen nun unter den besten zehn in der Sparte „Literatur“. Damit die Bewerbung noch etwas zusätzlichen Pepp erhält, feilen die Aueschüler nun an dem Film. Der wird noch in der zweiten Maiwoche nach Berlin zur Jury geschickt. Im Herbst wird dann der Sieger gekürt. Und wer weiß: Vielleicht verhilft der Pegasus den fleißigen Aueschülern zum „Olymp“? Bereits im Juni will die Jury die Preisträger verkünden.

Quelle: op-online.de

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