Pizzabäcker trifft Hausmeister

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Der hess(l)ichste aller Hausmeister, der Begge Peder, war zu Gast in Münster.

Münster ‐ Restlos ausverkauft war am Samstagabend die Münsterer Kulturhalle. Denn die örtliche Kolpingfamilie hatte gleich zwei Comedy-Größen auf die Bühne geholt: den hess(l)ichsten aller Hausmeister, Begge Peder, und den Pizzabäcker Ciro. Von Jasmin Frank

Beide sorgten mit ihren Nummern für zahlreiche Lacher und ließen auch keinen Spaß untereinander aus. So fragte Ciro den mit einem wenig ansehnlichen Gebiss ausgestatteten Hausmeister, wo er denn hingehe, wenn er mit seinen Zähnen Probleme habe – zum Zahnarzt oder zum Schmied?

Pizzabäcker Ciro lieferte seine Waren ins Seniorenheim - sehr zur Freude des Publikums.

Überhaupt hatte Ciro viel Witziges zu erzählen, liefert er doch Pizza im Seniorenheim aus, wo ihm schon die eine oder andere schrullige Seniorin über den Weg lief – auch unbekleidet. Den nackten Wettlauf im Gang der Anstalt hatte nicht nur er zu sehen bekommen, auch zwei Rentner waren Augenzeugen und meinten: „Ich weiß zwar nicht, was die da anhatte, aber auf jeden Fall war es nicht gebügelt!“ Auch lustige Wortspiele ließ der Italiener nicht aus, so wurde aus einem Exhibitionisten ganz schnell einmal ein Exorzist. Und eine Erfindung aus seinem Heimatland hatte er auch noch im Gepäck: eine EC-Card für Senioren. „Sie hat eine einstellige Pin und man hat zehn Fehlversuche!“, brachte er das Publikum zum Lachen.

Die Kolpingfamilie hatte ihre beiden Gäste gut ausgewählt, denn die Besucher waren begeistert. „Wir freuen uns, dass unsere Idee, mal etwas anderes anzubieten, so gut ankommt. Wir wollten mal weg von der Kerb und zudem etwas im Bereich Kultur auf die Beine stellen, und das kommt gut an“, erklärte Dieter Schneider.

Publikum tobt vor Begeisterung

Weiter ging es mit dem schrulligen Hausmeister, der sich ganz als naiver Mann vom Dorf präsentierte. „Bei uns lief im Kino ein Film über tausend neue Stellungen. Ich bin also mit meiner Frau hingegangen, weil ich dachte, wir könnten noch etwas lernen – da war das ein Film vom Arbeitsamt!“, uzte Begge Peder. Ganz gleich, ob er mit seinem Bürgermeister ein Fünf-Gänge-Menü im Schwimmbad verzehrt, also eine Bratwurst, zwei Bier und zwei Schnaps, oder ob er im Nagelstudio neue Nägel kaufen will und überrascht wird, dass zehn Stück 70 Euro kosten – das Publikum tobte vor Begeisterung.

Selbst auf einer Beerdigung gab es für den Hausmeister etwas zu lachen: Der Sarg eines Herzspezialisten wurde nicht direkt ins Grab versenkt, sondern zuerst durch ein großes Herz geschoben, dass sich langsam öffnete und schloss – sehr melodramatisch, wie Begge Peder fand. Doch ein anderer Gast musste lachen, als der Sarg auf diese Weise zu Grabe getragen wurde, und meinte dann erklärend: „Ich freue mich schon auf meine eigene Beerdigung, ich bin Gynäkologe!“ Zu guter Letzt waren auch die Zuschauer gefordert: Der Titel „That's The Way...“ musste mitgesungen werden, wobei Begge Peder den Text anzeigte, in dem er Schilder hochhielt.

Erst spät am Abend und nach tosendem Applaus ließen die Münsterer die beiden Komödianten von der Bühne. Dann stellte sich heraus, dass der kauzige Hausmeister unter seiner harten Schale doch einen weichen Kern hat: Begge Peder stellte wie stets zum Schluss noch seine Werkzeugkiste auf, mit der er Spenden für die Kinderkrebshilfe an der Uniklinik Mainz sammelt, die er dort regelmäßig persönlich übergibt.

Quelle: op-online.de

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