Planungssicherheit fürs Breitefeld

+
Bürgersteige und richtige Straßenbefestigung bekommt das Breitefeld wohl erst dann, wenn der neue Bebauungsplan gültig ist und auch für die Anlieger Planungssicherheit besteht. Die Gemeinde hofft auf baldige Fortentwicklung. 

Münster - Münsters jüngster Ortsteil, das Breitefeld, beschäftigt wieder einmal die Gemeindevertreter. Am Montagabend soll die dritte Offenlegung zur achten Änderung des Flächennutzungsplanes der Gemeinde Münster, Ortsteil Breitefeld, beschlossen werden. Von Thomas Meier

Was sich da so bürokratisch-sperrig anhört, ist wichtig für die Weiterentwicklung des Areals, das bei den meisten Bürgern noch immer unter „Muna“ abgespeichert ist. Das ehemalige Kasernengelände, ein rund 16,7 Hektar großes Gebiet westlich der Bundesstraße 45, soll städtebaulich Perspektiven bekommen, zudem soll die Ordnung der gewerblichen Flächen eine bessere Darstellung erfahren. Im Bauausschuss bekam der Entwurf für den neuen Bebauungsplan nebst erneuter, diesmal verkürzter Offenlegung bereits grünes Licht.

Viel hat sich im Breitefeld seit Ende der 90er Jahre bereits getan, aber etliches bleibt auch noch zu erledigen auf dem Ex-Kasernenareal, ersichtlich an den noch brach liegenden Gewerbeflächen.

Vor allem soziale, wirtschaftliche und umweltschützende Belange finden mehr Beachtung. „Wir sind uns der besonderen Lage des Ortsteiles inmitten des großen Waldgebietes bewusst“, sagt Bürgermeister Walter Blank. Für die Anlieger und Besitzer des als Gewerbegebiet ausgezeichneten Areals geht es um Planungssicherheit. 23 Firmen sind mittlerweile im Breitefeld verzeichnet, wobei der gesamte Grund und Boden etwa einem Dutzend Besitzer gehört. Nur zwei Grundstücke nennt die Gemeinde ihr eigen, davon eines von immerhin 12 000 Quadratmetern Fläche am Rande des Ortsteiles zwischen Kreistierheim und ehemaliger Kaserne gelegen. Ein weiteres, 4 000 Quadratmeter großes Areal liegt mitten im Breitefeld.

Erst Ende der 90-er Jahre verkaufte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) den großen Grundbesitz an Interessenten. 2007 schickte sich das Gemeindeparlament an, einen verbindlichen Bebauungsplan für das als Gewerbegebiet vorgesehene Gelände zu erstellen, eine erste Offenlage der Planungen erfolgte. Vor allem den Neuerungen im Artenschutzgesetz wurde mit späteren Veränderungen und weiterer Offenlegungen Rechnung getragen. Allein 73 Seiten umfasst der Umweltbericht zum Breitefeld, ein Artenschutz-Gutachten, in dem alle Umweltbelange rund um Flora, Fauna sowie Grund und Boden verzeichnet sind, sagt Michael Mierzowski, Leiter der Abteilung Bauleitplanung im Münsterer Rathaus.

Gemeinde will ihre Grundstücke verkaufen

Dieser Akt musste erstellt werden, um mit dem neuen Bebauungsplan fortfahren zu können, von dem die Verwaltungsspitze hofft, ihn noch in diesem Jahr rechtskräftig auf dem Tisch liegen zu haben. Nochmals mussten Stellungnahmen von Behörden und private Einlassungen ausgewertet und beraten werden, bevor ein neues Planwerk erarbeitet werden konnte, dass nun – diesmal verkürzt auf zwei Wochen – erneut für jedermann zur Einsicht im Münsterer Rathaus ausgelegt werden wird.

Sind alle Einwände einmal vom Tisch und das Planwerk beschlossen, will die Gemeinde ihre beiden Grundstücke verkaufen. Bürgermeister Blank ist sich sicher, schnell solvente Interessenten dafür zu finden, ist doch die Lage des Gewerbegebietes exzellent: Mitten im Rhein-Main-Gebiet gelegen, abseits von bebauter Lage und mit einem direkten Anschluss an die autobahnähnlich ausgebaute B 45 versehen.

Wohnen wird im Breitefeld weiterhin untergeordnet bleiben, im Gewerbegebiet leben nur Eigentümer von Gewerbebetrieben oder etwa Hausmeister. Seit der letzten Änderung des Bebauungplanes ist auch das Kreistierheim mit ins Breitefeld einbezogen worden.

Jetzt hoffen die Kommunalpolitiker und die Verwaltung darauf, dass sich bald etwas Positives im noch etwas ärmlich anmutenden Gewerbegebiet tun wird. Denn derzeit dominiert der Wildwuchs im einst streng bewachten Areal. Zwar wirken die florierenden Betriebe auf ihren Grundstücken adrett, doch die zwar verkaufte, doch weitgehend ungenutzte Nachbarschaft verleiht der „Muna“ noch heute einen unwirklichen, surrealen Eindruck. „Wenn die Eigentümer Planungssicherheit haben, tut sich sicher schnell etwas“, gibt sich der Bürgermeister sicher.

Als leuchtendes Beispiel geht die Gemeinde voran. Bereits in der Vergangenheit wurde in die Kanalsanierung investiert. Noch hat die Muna ein eigenes Klärwerk, einst gebaut von den Amerikanern. Doch soll diese Anlage schon bald abgetrennt werden, die Abwasserentsorgung des Ortsteiles über die Kläranlage Münster laufen. Zu Pufferbecken werden die US-Klärwerkteile umgebaut.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare