Von Profis Bestnoten bekommen

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Teil 2 unserer Serie „Höhepunkte der Vereinsgeschichte“: Beim Deutschen Musikfest imponiert der Musikverein 2007 die prominent besetzte Jury.

Münster - Musizieren macht an sich schon Spaß, aber die Gelegenheit zu haben, sein Können vor einem Fachpublikum zu präsentieren, ist eine besondere Herausforderung, die von den meisten Musikern gerne angenommen wird. Von Jasmin Frank

„Das ist für uns ein Grund bei jedem der bislang angebotenen Bundesmusikfeste mitzumachen“, berichtet der Vorsitzende des Musikvereins Münster, Hubert Grießmann. Viele Konzerte haben die Musiker mit ihren verschiedenen Blasinstrumenten schon gegeben, doch gerade das letzte Deutsche Musikfest im Jahr 2007 in Würzburg war für alle Beteiligten der Höhepunkt in der bisherigen Vereinsgeschichte.

„Es ist ein ganz besonderes Erlebnis an solch einem Großereignis teilzunehmen. Die ganze Stadt ist voller Musiker, denn es kommen 400 Orchester mit insgesamt 16 000 Musikern zusammen und überall werden Konzerte gegeben“, erzählt Niko Löbig, der sich um die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins kümmert. Auch die Münsterer gaben bislang auf allen vier Musikfesten, die in einem sechsjährigen Rhythmus von der Bundesvereinigung deutscher Musikverbände ausgerichtet wird, ein Platzkonzert. „Jedes Orchester spielt etwa eine Stunde lang unter freiem Himmel, und die Leute gehen in der sommerlichen Atmosphäre richtig mit. Es liegt dann an den Musikern durch ihr Können und ihrer Stückauswahl für eine tolle Stimmung zu sorgen“, so Grießmann.

Doch die Auftritte vor großem Publikum sind nur ein Reiz des Fests, die größte Herausforderung ist das Wertungsspiel vor der Jury, die aus Profis zusammengesetzt ist. „Jedes Orchester entscheidet sich für eines von drei Pflichtstücken und für ein weiteres Auswahlstück. Beide müssen einer Leistungskategorie, der man sich selbst zuordnet, entsprechen“, informiert der zweite Vorsitzende, Raimund Keller . Danach haben die Musiker etwa ein halbes Jahr Zeit, ihre Lieder zu proben.

„Ergreifendes Erlebnis mit Gänsehautgefühl“

„Normalerweise treffen wir uns ein Mal pro Woche, doch vor solch einem wichtigen Auftritt üben wir natürlich wesentlich mehr“, berichtet Grießmann. Dazu treffe sich dann nicht nur das Gesamtorchester, sondern auch die einzelnen Instrumentengruppen, übten ihre Parts miteinander und jeder Instrumentalist spiele einzeln für sich zu Hause noch einmal alles durch.

Die Münsterer traten in Würzburg in der Kategorie der Oberstufe an und spielten unter der Leitung ihres Dirigenten Piotr Konczewski das Stück „Gulliver’s Travels“ von Bert Appermont. Damit sorgten sie für Furore, denn sie erhielten in allen Wertungsbereichen Bestnoten. „In dem Dirigentengespräch, das direkt nach der Vorführung mit der Jury stattfindet, erhielten wir sehr viel Lob, die Jurorin war richtig perplex, wie gut wir gespielt haben“, freuen sich die drei Musiker noch heute. „Für uns war es ein sagenhaftes Ereignis, über 90 von 100 möglichen Punkten erhalten zu haben“, bemerkt Grießmann. Zwar hätte man bisher immer sehr gut abgeschnitten, aber die Auszeichnung „mit hervorragendem Erfolg teilgenommen“ sei eine kleine Sensation gewesen“, erinnert sich der Vorsitzende.

Danach wurde erst einmal gefeiert, die Münsterer zogen durch Würzburg und genossen das bunte Treiben und die Musik der anderen Orchester. „Wir waren froh, unser Platzkonzert erst nach dem Wertungsspiel abhalten zu müssen, denn so waren wir nicht nur alle Anspannung los, sondern auch noch euphorisch von unserem guten Abschneiden vor der Jury“, erzählt Löbig. Für den jungen Trompeter war das Deutsche Musikfest in Würzburg das erste, an dem er teilgenommen hat und er war ganz besonders von dem großen Abschlusskonzert auf dem Residenzplatz beeindruckt: Etwa 200 Orchester spielten gemeinsam die Europahymne. „Das war ein ergreifendes Erlebnis und hat ein richtiges Gänsehautgefühl verursacht“, erinnert sich Löbig und ergänzt: „Diese Eindrücke und die Motivation vom Wertungsspiel haben wir mit nach Hause genommen und sie begleiten uns noch immer bei unseren Proben.“

Quelle: op-online.de

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