Projekt mit der Musical Factory

Der Chor FLAME singt sich auf die Titanic

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Bereits zur Projektvorstellung an Pfingstmontag kamen rund 60 Sänger in die Groß-Umstädter Stadthalle, die sich für ein Mitwirken am Musical „Titanic“ interessieren. Das Casting steht an vier Tagen im Juni an.

Münster/Groß-Umstadt - 60 Sänger im Chor und als Solisten, ein Orchester, mindestens drei Spielstätten und noch zehneinhalb Monate Zeit bis zur Premiere: Das sind die wichtigsten Zutaten und Rahmenbedingungen für jenes Projekt, das der Chor FLAME und die Groß-Umstädter Musical Factory nun offiziell ins Rollen gebracht haben. Von Jens Dörr 

Gerade erst hat der Chor FLAME – steht für Feuer, Liebe, Ausdruck, Musik und Erlebnis – seine Musical-Revue auf die Bühne gebracht, da wird schon am nächsten großen Projekt gearbeitet. Der zuletzt mehr als 50 Männer und Frauen starke Musical-Chor des AGV Münster und die Groß-Umstädter Musical Factory mit ihren 20 Sängern und dem zehnköpfigen Orchester in der Stammbesetzung gehen im kommenden Jahr gleich achtmal auf die „Titanic“. Hinzu kommt ein Vorgeschmack schon an Silvester 2018.

Dann findet in der Stadthalle Groß-Umstadt wieder eine Silvestergala statt, bei der zwischen Aperitif und Hauptgang erste Auszüge aus dem „Titanic“-Musical serviert werden. Die beiden Chöre samt Orchester liefern unter der künstlerischen Leitung von Oliver Zahn (FLAME) und Ralph Scheiner (Musical Factory) am letzten Tag des Jahres einen Vorgeschmack auf 2019, wenn das komplette Musical in der großen Fassung zur Aufführung kommt. Schon sicher fest steht, dass dies am 12., 13. und 14. April in der Kulturhalle Rödermark, am 17. und 18. August als Open-Air auf dem Groß-Umstädter Marktplatz sowie am 26. Oktober (zwei Aufführungen) sowie 27. Oktober in der Münsterer Kulturhalle der Fall sein wird.

Bis dato haben beide Chöre in eigenen Proben sowie in gemeinsamen alle Hände voll zu tun – nicht nur musikalisch. Auch in Sachen Choreografie mit Tanz und Schauspiel, Bühnenbild, Kostümen, Maske, Technik und Marketing warten wieder viele Hürden. Die wollen der noch junge Münsterer Chor und die arrivierte, seit 20 Jahren bestehende Musical Factory erstmals gemeinsam nehmen. Unter anderem über Scheiner und Zahn besteht der Kontakt hinter den Kulissen schon länger. FLAME knüpft wenige Wochen nach den vier aufsehenerregenden „Let’s Musical“-Vorstellungen mit „Titanic“ fast nahtlos an das nächste Projekt an.

Auch ein Grund, weshalb FLAME-Pressesprecher Frank Gebert davon ausgeht, dass trotz der gerade erfolgreich bewältigten Revue nur ein Teil des Münsterer Chors auch bei „Titanic“ involviert sein dürfte: „Einige brauchen jetzt erst einmal eine Pause.“ Mit 30 Sängern, die auch bei „Let’s Musical“ mitwirkten, rechnet Gebert. Hinzu kommen könnten 20 Sänger der Musical Factory plus einige Neuzugänge. Sie sind ganz besonders zu den vier baldigen Castingtagen – 2. und 3. sowie 23. und 24. Juni, vorherige Anmeldung und genaue Terminabstimmung unter www.musical-titanic.de, Infos auch bei Chorsprecher Tobias Stein: 0151/23568269 – eingeladen.

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Am Ende könnte ein rund 60-köpfiger Chor stehen, aus dessen Reihen zudem 40 Darsteller in Haupt- und Nebenrollen agieren sollen. „Es ist ein Stück ohne herausragende Hauptrollen“, sagt Axel Staudinger, der beim Musical von Maury Yeston und Peter Stone Regie führen wird. Scheiner stellt heraus, dass es mit „Titanic“ trotz aller auch schauspielerischen Herausforderungen „back to the roots“ gehen soll, die Musik „im großen Ensemble statt in einem Klub aus Solisten“ wieder deutlich im Mittelpunkt stehen werde. An das Orchester, das Oliver Zahn wie schon bei „Let’s Musical“ aus seinem Netzwerk zusammenstellen und dabei nach Möglichkeit auch die Instrumentalisten der Musical Factory integrieren wird, würden bei „Titanic“ „sehr hohe Anforderungen gestellt“.

Neben den rein künstlerischen Aufgaben, die FLAME und Musical Factory in Gruppen- und Einzelproben, bei ganzen Projekt-Wochenenden und gegen Ende hin auch im Zusammenspiel mit dem Orchester vor der Brust haben, erhebt Scheiner auch bei „Titanic“ wieder den Anspruch, „soziale und christliche Aspekte“ mit zu beleuchten und „Analogien zur heutigen Gesellschaft herzustellen“. Mit Blick auf das wohl berühmteste Schiff der Weltgeschichte werde das etwa die nach sozialen Schichten vorgenommene Einteilung der Passagiere auf die verschiedenen Decks sein.

Nach dem ersten, beschwingten Akt und dem Drama um den Untergang und schlimme Einzelschicksale im zweiten wollen FLAME und Musical Factory die Zuschauer indes nicht ganz gedrückt aus der Vorstellung schicken: Die große Show soll „in Dur“ enden – schließlich hatte der Untergang der „Titanic“ zumindest später auch etwas Positives, weil er nicht nur in der Schifffahrt zu einigen wichtigen technischen Neuerungen führte.

Quelle: op-online.de

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