Stacking und Wu zi qi statt Pauken

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Reine Männersache: Der rasante Sport des Becherstapelns „Stacking“ zog die Jungs in Bann.

Münster - Malen wie Hundertwasser, Basketball spielen wie Dirk Nowitzki und Tanzen wie Scheherazade –all dies machte die Schule auf der Aue jetzt möglich. Statt Büffeln nach Lehrplan wurde Kindern und Jugendlichen eine kreative und sportliche Projektwoche geboten. Von Ursula Friedrich

Das Lernen im unkonventionellen Rahmen feierten alle Akteure am Donnerstag an der kooperativen Gesamtschule mit einem bunten Fest. Türkische und kurdische Folklore auf dem Schulhof, Vollgas beim Mädchenfußball und Becherstapeln im Turbogang bei der neuen Trendsportart Sport-Stacking: Es herrschte Gedränge, Hochstimmung und ein toller Rhythmus, als die 900 Schüler aus den einzelnen Projekten, Freunden und Familienangehörigen die Ergebnisse der konstruktiven Woche demonstrierten.

Bei allem geschäftigen Hintergrundgeräusch: In zwei Klassenzimmern hätte man eine Stecknadel fallen hören können. Hier kauerten Denksportler konzentriert an den Brettern. Schach, das Spiel der Könige, war von 40 Schülern gewählt worden. Und damit so populär, dass Lehrer Joachim Heckwolf Unterstützung benötigte. „Sogar ein Opa macht mit“, hatte Schulleiterin Sabine Behling-Schmidt zuvor stolz erzählt. Mit Anton Menesch hatte sich die Aue-Schule erneut einen ehrenamtlichen Profi an Bord geholt. „Wenn ein Mann fehlt, springe ich ein“, schmunzelte der „Opa“, dessen beide Enkel an der Aue-Schule die Schulbank drücken. Anton Menesch ist leidenschaftlicher Schachspieler, unterrichtet junge Menschen am Brett und zählt seit Jahren zu den Projektleitern der Aueschule.

Diesmal kamen auch zwei ganz junge Projektleiterinnen mit ins Boot: Pia Schäfer und Katharina Wandinger aus der 5Gb unterrichteten ihre Mitschüler im Knüpfen. „Wu zi qi“ ist nicht der Name der chinesischen Schweinshaxe, sondern ein Gesellschaftsspiel namens „Fünf gewinnt“. Dies und vieles mehr erfuhren Besucher der Chinaausstellung, die Jugendliche des entsprechenden Austauschs zusammenstellten.

Ein Fest auch der Kreativität: Hier zeigen Aue-Schülerinnen, wie sie sich mit Selbstgemachtem schmücken können.

Neben den 34 themenorientierten Projekten hatten sich erneut fünf Klassen für ein internes Klassenprojekt entschieden. „Eine schöne Möglichkeit, die Klassengemeinschaft zu stärken“, begrüßte die Schulleiterin diese Alternative. In den Themenprojekten verbringen Schüler Schulzweig übergreifend Zeit miteinander. Auch dies ist eine Bereicherung des gesellschaftlichen Lebens in der Gesamtschule. Inzwischen visieren hier über 50 Prozent der rund 1000 Schüler eine Gymnasiallaufbahn an. 40 Prozent der Schüler besuchen den Realschulzweig, zehn Prozent den Hauptschulunterricht.

Wie seit einigen Jahren usus, weilt ein Teil der Schülerschaft beim Austauschprojekt in anderen Schulen, während das Gros der Mitschüler in Münster die Projektwoche gestaltet. 100 Kinder und Jugendliche besuchten diesmal vor den heute beginnenden Herbstferien Partnerschulen in China, Warschau, Irland und Lausanne.

Quelle: op-online.de

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