Münster

Qualität des Mittagessens in Ordnung

Immer mehr Nachmittagsunterricht – die Nachfrage nach warmen Mahlzeit in den Schulen wächst. Um herauszufinden, wie es um das Mittagsmahl in seinen 81 Schulen bestellt ist, hat der Landkreis Diplom-Ökotrophologin Jutta Grimm-Ruppert auf die Reise geschickt.

Münster - Das Ergebnis kann sich sehen lassen, vermeldet der Kreis: So sei gesundes Essen zum maximalen Preis von 3,50 Euro mit einem hohen Anteil regionaler Produkte und einem Mindestanteil an Bioware im Angebot – allerdings hätten viele Schulen den Wunsch nach mehr Beratung und Information geäußert.

„Die steigende Nachfrage ist der Hintergrund für die Analyse samt Empfehlung durch die Ökotrophologin“, führt Kreis-Pressesprecherin Jutta Janzen aus. Zusammen mit dem Schulbauprogramm des Kreises werde auch die Nachmittagsbetreuung ausgebaut. „Das bedeutet eine flächendeckend größere Nachfrage.“ Dabei sollen, erläutert Janzen, vor allem Produkte aus der Region auf den Teller kommen.

Als wichtige Arbeitsgrundlage beim Thema Mittagessen an Kreisschulen betrachtet Beigeordneter Christel Fleischmann die von der Diplom-Ökotrophologin vorgelegte Bestandsanalyse der Schulverpflegung im Landkreis. Sie hat zu jeder Schule ein Datenblatt erstellt und die jeweils aktuelle Situation abgefragt. Das Ergebnis informiert über Kriterien und Standards des Mittagessenangebots an den Kreisschulen. „Wir haben nun einen Überblick über die Wünsche und Anregungen für die Ausgestaltung der Schulverpflegung“, sagt Christel Fleischmann.

Favorit für das Verpflegungssystem ist das sogenannte „Cook-and-Chill“-Verfahren. Dabei werden warme Speisenkomponenten zubereitet und gegart, dann innerhalb von 90 Minuten auf eine Temperatur von unter drei Grad Celsius gekühlt. Die gekühlte Speise kann bei ununterbrochener Kühlung bis zu fünf Tagen ohne Qualitätsverlust gelagert werden. Sie wird erst unmittelbar vor der Ausgabe in den Schulküchen wieder auf Verzehrtemperatur erwärmt. Diese Methode gewährleiste, ist sich Christel Fleischmann sicher, gute ernährungsphysiologische Qualität.

Vor allem könne so auf unterschiedliche Essenszeiten reagiert werden, beispielsweise wenn es an großen Schulen Schichtbetrieb beim Mittagessen gibt. Angebote von Catering-Anbietern, die dieses Verfahren beherrschen, werden derzeit eingeholt. Christel Fleischmann betont jedoch, dass den Schulen diese Art der Verpflegung lediglich empfohlen wird: „Wir zwingen die Schulen nicht zu einem bestimmten Verfahren. Wenn sie an bewährten Caterern festhalten oder selbst kochen möchten, können sie das auch tun.“

Jutta Grimm-Ruppert hat dennoch einen Beispiel-Wochenspeiseplan zusammengestellt. Danach sollte es ein Fleischgericht, einen Eintopf oder Auflauf, ein Seefischgericht, ein vegetarisches Essen und ein frei gewähltes Gericht sowie zusätzlich mindestens zwei- bis dreimal Obst, Rohkost oder Salat und Kartoffeln geben. Um den Speiseplan möglichst abwechslungsreich zu gestalten, sollte ihrer Meinung nach der Menüzyklus bei mindestens vier bis sechs Wochen liegen. Sie empfiehlt außerdem, dass mindestens zehn Prozent der Waren ökologisch erzeugte Produkte sein sollten. Bei allen Empfehlungen ist sich die Ernährungswissenschaftlerin bewusst, dass etliche Schüler erst einmal an die neuen Verzehrgewohnheiten herangeführt werden müssen. „Wer immer nur Toast mit Nutella gegessen hat, beißt sich an einem Vollkornbrötchen die Zähne aus“, so Jutta Grimm-Ruppert.

„Schulleitungen sehen die Schulverpflegung nicht als ihr Kerngeschäft an und hoffen auf Unterstützung“, resümiert Christel Fleischmann. Jutta Grimm-Ruppert werde daher noch einmal zu den Schulen gehen, die Bedarf für Beratung haben und Unterstützung anbieten. Er ist sich mit Landrat Alfred Jakoubek einig darüber, dass Schüler, die eine finanzielle, soziale oder familiäre Notlage zu verkraften haben, unterstützt werden sollen. „Wer dafür in Frage kommt, soll einen Beitrag von höchstens einem Euro bezahlen“, kündigt er an. (Alexander Klug)

Quelle: op-online.de

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