Volkswandern unter den Münsterer Vereinen

Radler holen per pedes den Pokal

+
Bei der Wandergesellschaft wird Tradition gepflegt: Die Trachten- und Folklore-Gruppe tanzte unter anderem einen Reigen.

Münster - Wie wanderfreudig sind die Münsterer? Dieser Frage ließ sich Samstag und Sonntag trefflich auf den Grund gehen. Zum 37. Male lud die Wandergesellschaft Frisch Auf 1922 Münster traditionell eine Woche nach dem Volksradfahren zum Volkswandern. Von Michael Just

Es ging rund ums Vereinsheim und dort zum Sommerfest. „Die Münsterer sind ein lauffreudiges Völkchen“, konnte der Vorsitzende der Wandergesellschaft, Karlo Roßkopf, freudig bilanzieren. Insgesamt schnürten 342 Teilnehmer die Wanderschuhe. Letztes Jahr waren es allerdings noch 366. Die leichte Abnahme sieht Roßkopf als „normalen Schwund“, mit dem viele Veranstalter zu kämpfen hätten. „Liegt die Zahl um die 350, sind wir’s zufrieden“, sagt er. Start und Ziel waren wie immer das Wanderheim. Zur Auswahl standen fünf und zehn Kilometer. Die kurze Strecke zeigte sich für Kinderwagen und Rollstühle geeignet. Damit unterstrich Frisch Auf seinen Breitensport-Anspruch und das Ziel, möglichst viele Teilnehmer zu mobilisieren. Am Samstag war von 15 bis 17 Uhr nur die kurze Strecke für die Teilnahme ausgewiesen, am Sonntag dann von acht bis elf Uhr beide der gut markierten Wege. Unterwegs galt es, je nach Streckenlänge, ein oder zwei Kontrollstempel einzuholen.

Am Sonntagmorgen gegen 10 Uhr füllen auch Ursula und Horst Roth ihre Anmeldung aus. Für nur einen Euro sind sie dabei. „Sind wir zu Hause, laufen wir jedes Jahr mit“, erklärt der 66-Jährige. Beide haben Walking-Stöcke dabei, dazu verfügen sie über festes Schuhwerk. Früher ist das Ehepaar schon in Südtirol oder im Schwarzwald gewandert, dazu wurde beim Ski-Langlauf „gesportelt“. Jetzt mit den Jahren läuft es lieber in der Heimat und damit in der Münsterer Gegend, wie den Hergershäuser Wiesen oder im Bereich der Großen Wiese vor Dieburg. „Bewegen wollen wir uns auf alle Fälle. Sonst rostet man ein“, sagt Roth. Bevor sich die beiden aber auf die zehn Kilometer machen, steht erst noch ein Kaffee im Wanderheim an. „Wir laufen, aber ohne Stress“, heißt es dazu lachend.

Insgesamt über 300 Wanderer

Für den Sonnabend meldeten sich 106 Wanderwillige zum Marschieren an, der Sonntag war mit 236 Teilnehmern wie immer deutlich stärker besetzt. Das lag daran, dass am zweiten Tag viele noch das Mittagessen mit Hackbraten und Zwiebelsoße im Rahmen des Sommerfestes genossen. So lässt sich die körperliche Ertüchtigung perfekt abrunden. Dazu trat die Trachten- und Folklore-Gruppe der Wanderer mit bunten Tänzen auf. Gesellige Stunden ließen sich am Wanderheim bereits am Vorabend verbringen: Es spielte die Band The-T-Chairs. Die Musiker sind allesamt Lehrer, viele von ihnen bereits im Ruhestand. Einige unterrichteten an der Schule auf der Aue. Sie boten einen bunten Musik-Mix durch die Jahrzehnte und trafen damit den Geschmack des Publikums. Das Angebot wurde gut angenommen.

Siegerehrung: Diesmal gewann der Verein Radsport mit den meisten Teilnehmern.

Mit dem Satz „Sollte die Wanderung gelingen, kann man ein Geschenk oder Pokal erringen“, weckte die Wandergesellschaft bereits im Vorfeld den Ehrgeiz der Aktiven. Und hier vor allem der Vereine: Denn wie beim Volksradfahren werden diejenigen Vereine ausgezeichnet, die möglichst viele Mitglieder aktivieren. Das schaffte von den 25 teilnehmenden Vereinigungen, davon drei von außerhalb, der Verein Radsport Münster am besten: 47 Mitstreiter begaben sich unter seinem Namen auf die Strecke. Von Norbert Schewe, der als Gemeindevorstandsmitglied Bürgermeister Walter Blank vertrat, gab es dafür den Wanderpokal. Ferner gratulierte vom Kreis Dieter Emig in Vertretung des Landrats. Die Feuerwehr, in den zurückliegenden Jahren regelmäßig erster, wurde mit 45 Teilnehmern diesmal zweiter. Dahinter folgte die DJK (35), das DRK (25) und die Pfadfinder St. Georg (22). Luise Müller, Jahrgang 1929, war die älteste Teilnehmerin. Sie erwanderte die Fünf-Kilometer-Strecke.

Triathlon in Münster

Moret-Triathlon mit ausverkauftem Starterfeld

Quelle: op-online.de

Kommentare