Gemeindevorstand will so Kosten sparen

Verkauft Münster Altheims Rathaus?

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Altheims Rathaus, ein sogenannter „Moller-Bau“, kommt die Gemeinde zu teuer.

Münster - Die Schulden drücken die Kommune allenthalben, nicht nur die Straßen müssen saniert werden, auch was an den Straßenrändern steht, geht ins Geld. So die Hauptstraße 2 in Altheim. Von Thomas Meier

An der Kreuzung Haupt- und Kirchstraße steht ein Kulturdenkmal, dass die Gemeinde derart teuer zu stehen kommt, dass die Oberen daran denken, es zu verkaufen. „Was wird aus dem Altheimer Rathaus?“, fragen sich seit geraumer Zeit nicht nur die Genossen der Gemeinde. Das Gebäude, errichtet nach Plänen des nicht nur im Umkreis bedeutenden Architekten Georg Moller im Jahr 1862, steht seit einigen Jahren leer.

Im Dorfentwicklungsplan Altheims von 1993 wird das „im neoklassizistischen Stil erbaute Rathaus als Teil der Kreuzung Hauptstraße/Kirchstraße als gestalterischer Mittelpunkt des historischen Ortskerns“ betrachtet. Der Gemeindevorstand hat vorgeschlagen, das Altheimer Rathaus zu verkaufen. In einer Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses sprachen sich nun alle Fraktionen dafür aus, zu prüfen, ob dieses historische Gebäude im Besitz der Gemeinde verbleiben und wie es künftig genutzt werden kann.

Sanierung kostet viel Geld

Das markante Gebäude wurde laut Denkmaltopographie des Landkreises als zweigeschossiger Steinbau mit flachem Walmdach und achteckigem Dachreiter mit Pyramidendach in klassizistischer Form errichtet. Die schmucke Fassade wird durch umlaufende Gesimse, Portikusfenster im Obergeschoss und Rundbogenfenster im Erdgeschoss regelmäßig gegliedert. Die Brüstungsfelder der außenliegenden Fenster im Obergeschoss sind durch Diamantquader hervorgehoben. „Städtebauliche und ortsgeschichtliche Gründe definieren seinen Denkmalwert“, heißt es in der Bundes-Denkmaltopografie.

„Eine Sanierung ist mit einer größeren Summe verbunden“, erklärt Bürgermeister Walter Blank. Gleichwohl tritt auch der Verwaltungschef für die Erhaltung des denkmalgeschützten Gebäudes ein. Allerdings müsse ein sinnvolles Nutzungskonzept erstellt werden. Daran wolle die CDU in den nächsten Wochen arbeiten.

Altheimer Bürger sollen mitbestimmen

Bei einer Ortsbesichtigung überzeugten sich die Mitglieder der SPD-Fraktion davon, dass umfangreiche Sanierungsmaßnahmen erforderlich sind. Von der Verwaltung werden die Kosten für die nächsten Jahre auf etwa 288. 000 Euro geschätzt. Der Verkauf könnte einen Erlös von 162. 000 Euro erbringen.

„Wir sollten zusammen mit den Altheimer Bürgern beraten, was mit dem alten Rathaus geschehen soll“, erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Gerald Frank. Er regt an, an einem „Tag der offenen Tür“ die Altheimer Bürger ins alte Rathaus einzuladen und zu einem Ideenwettbewerb aufzurufen. „Sollte dies vonseiten der Verwaltung nicht organisiert werden können, so sind wir als SPD-Fraktion gerne bereit, dies zu übernehmen“, schlägt Fraktionsvorsitzender Klaus Bulang vor.

Wie der Vorsitzende der Gemeindevertretung Münster, Günter Willmann, mitteilt, wird das Haus zum Gemarkungsrundgang der Gemeinde am Donnerstag, 3. Oktober (Tag der deutschen Einheit), für einige Stunden der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Hierzu „Angemerkt“

Quelle: op-online.de

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