Heimat- und Geschichtsverein trägt Exponate zusammen

Reformationsschau pro Ökumene

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Glaskünstlerin Heike Jäger (links) und Pfarrerin Michaela Meingast geben einen Einblick in die Entstehung des Raibacher Reformationstriptychons.

Münster - Die großen Feste und Feierlichkeiten zum Anlass des 500. Jahrestages der Reformation sind beendet, doch die Erneuerung geht weiter. Von Peter Panknin 

Der Heimat- und Geschichtsverein trug eine Sonderausstellung zusammen, die der Ökumene und dem Austausch der Christen dienlich sein soll.
Da der Heimat- und Geschichtsverein in dem Verständnis lebt und handelt, dass die Kirchen zu allen Zeiten die Kulturträger waren und sind und heute mit ihren Angeboten und auch ihrer Historie aus den geschützten Räumen zu den Menschen gehen müssen, möchte er mit dieser Ausstellung einen Beitrag dazu leisten. Sie soll in den Räumen des Museums an der Gersprenz zu Diskussionen anregen und helfen, den Weg in Richtung Ökumene weiter zu verfestigen.

Vereinsvorsitzender Kai Herd wies bei der Ausstellungseröffnung darauf hin, dass Luther nicht beabsichtigte, mit seinen Thesen die christliche Glaubensbasis zu spalten, vielmehr wollte er die Kirche von innen heraus erneuern. Dennoch entwickelten sich im Laufe der Zeit, trotz gleicher Glaubensbasis, zwei unterschiedliche Konfessionen. Die Trennung hält bis heute an, jedoch sind verstärkt Annäherungen aneinander zu verzeichnen.

Nur ein Beispiel dafür nannte Herd, indem er sagte, dass das von der Evangelischen Kirchengemeinde Altheim und Harpertshausen als Leihgabe für die Ausstellung zur Verfügung gestellte historische Vortragekreuz „von einem katholischen Ständer gehalten wird“. Damit erzielte er ziemliche Heiterkeit bei den Gästen.

Margarete Elster gab als Leiterin der Arbeitsgruppe Ausstellungen eine Übersicht über die im Raum präsentierten Schätze. Das historische Vortragekreuz hat als Besonderheit auf einer Seite die Darstellung des gekreuzigten Jesus, auf der anderen aber eine Darstellung der Auferstehung, Grundlage des gemeinsamen christlichen Glaubens.

In Form eines großen Ovals haben 30 Plakate der in Wittenberg konzipierten Wanderausstellung zum Reformationsjubiläum in den oberen Räumen des Museums Platz gefunden. In deren Mitte befinden sich neben dem Vortragekreuz zwei Tische, auf denen Schriften ausgelegt sind. Ein Tisch ist thematisch auf die Bibel begrenzt, auf dem anderen liegen Schriften zu und über Luther. Die Exponate wurden von den Ausstellungsmachern bewusst so ausgewählt, dass sie angefasst werden dürfen und auch zum Blättern einladen.

An der Kopfseite des Saales im Obergeschoss steht das Raibacher Reformationstriptychon, eine Leihgabe der Evangelischen Kirchengemeinde Raibach. Es beschäftigt sich mit den vier Soli Luthers, besteht aus neun Glasbildern, die in drei Holzrahmen zusammengefasst sind. Das Triptychon, das bereits mehrere Kirchen im Dekanat Vorderer Odenwald besucht hat, wird nunmehr für die Dauer der Ausstellung im Münsterer Museum zu Gast sein.

Neben dem Dekan des Dekanats Vorderer Odenwald, Joachim Meyer, waren auch die Geistlichen der Friedensgemeinde Eppertshausen, Johannes Opfermann, der Martinsgemeinde Münster, Kerstin Groß, und von der Evangelischen Gemeinde Altheim/Harpertshausen, Ulrich Möbus, zur Eröffnung gekommen. Pfarrer Bernhard Schüpke von St. Michael Münster war verhindert, Pfarrer Harald Christian Röper stieß später dazu. Dekan Meyer nutzte die Gelegenheit zu einem Grußwort und bedankte sich für die freundliche Aufnahme in Münster und für das stets willkommene Interesse am Thema Kirche.

Pfarrerin Michaela Meingast und Heike Jäger beleuchteten in kurzen Worten die Entstehungsgeschichte des Kunstwerks und gingen auf geistliche Inhalte sowie die künstlerische Umsetzung ein. Ausführlicher werden die Expertinnen, die beide aus Raibach kommen, in einer gesonderten Veranstaltung im Museum berichten.

Lange Zeit verweilten die Besucher am Eröffnungstag in den Räumen des Museums, studierten die Inhalte der Plakate oder nahmen die Erscheinung des Triptychons bewusst in sich auf. „Bilder, die man berühren möchte“, „Bilder mit Tiefe und Leuchtkraft“, konnte man von Besuchern vernehmen. Berühren ist ausdrücklich erlaubt, denn es ist eines, das mehrere Sinne anspricht.

Die Ausstellung ist jeden ersten Sonntag im Monat zwischen 14 und 17 Uhr zugänglich. Für Gruppen können gesonderte Termine mit dem Museum vereinbart werden. Fragen beantwortet Kai Herd unter Tel.: 06071/604536, mehr gibt es auf der Homepage des Vereins.

Quelle: op-online.de

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