Reisender in Sachen Naturschutz

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Wolfgang Schwarz wacht in Costa Rica über den Schutz der Gelege von Lederschildkröten.

Altheim - Der Altheimer Wolfgang Schwarz hat sich lange schon dem Natur- und Umweltschutz verschrieben. Über den heimischen Naturschutzbund hinaus wird er seit geraumer Zeit global. Jetzt kam er von einer Reise aus Costa Rica zurück. Von Ursula Friedrich

„Es war wie im Bosnienkrieg“, erinnert sich Wolfgang Schwarz erregt. Sobald die Vogelschwärme am Horizont auftauchten, wurde aus unzähligen Gewehren geschossen. Der Kugelhagel forderte viele Opfer. Die Greifvögel auf ihrem Zug nach Europa abzuschießen, „ist dort ein Volkssport“, empört sich der Vogelliebhaber. Nach Calabrien, Sizilien und auf Malta führten den Altheimer Naturschützer seine Reisen, um dem Abschuss von Zugvögeln mit anderen Aktiven von Umweltschutzorganisationen wie dem Nabu aktiv entgegenzuwirken.

Wenn Wolfgang Schwarz seinen Kampf für schutzlose Tiere schildert, dann klingt das mitunter wie im Krimi. In Sizilien hatten Einheimische einen toten Hund am Lager der Umweltaktivisten aufgehängt, ein Zettel am Kadaver: „So wird es euch ergehen“. Der Naturschützer und passionierte Vogelliebhaber Wolfgang Scharz ist keiner, der sich ins Boxhorn jagen lässt.

Der Schutz der Lederschildkröte und ihrer Gelege

Kürzlich kehrte der Altheimer von einer Costa Rica-Reise zurück. Dortige Mission: Der Schutz der Lederschildkröte und ihrer Gelege. Ein halbes Jahr zuvor hatte er bereits an der Pazifikküste die Brutgehege der bis zu 900 Kilogramm schweren Schildkröten bewacht – eine monumentale Kreatur, deren Art an der Umweltverschmutzung und dem Appetit auf ihren Nachwuchs auszusterben droht. Das Camp der Umweltschützer wurde zwischenzeitlich überfallen, die Menschen überwältigt, die kostbaren Eier geraubt.

Ein Rückschlag, der nicht zu Resignation führt. Schwarz, gelernter Maurer, inzwischen jedoch seit 20 Jahren Mitarbeiter des Flughafenbetreibers Fraport, plant im Januar seine nächste Reise nach Costa Rica zur Turtle-Farm.

Die Wahrung der Schöpfung ist für ihn Ausdruck einer selbstverständlichen Lebenshaltung. Die Liebe zur Natur war von Kindesbeinen an sein Motor. Gepaart mit einer gesunden Portion Fernweh ergibt sich daraus ein unermüdliches Streben, diese Schöpfung zu hegen und vor Eingriffen zu bewahren. „Als Kind haben mich Daktari, Sielmann und Grzimek geprägt“, schmunzelt Wolfgang Schwarz. Schon als Knirps hatte er stundenlang vor den Vogelvolieren der Eltern gesessen und auf das Schlüpfen des ersten Wellensittichs gewartet.

Neue Mission nach Indonesien

Im Juli startet er nun zu einer neuen Mission nach Indonesien. In einer Tierauffangstation (die Insel Sulawesi zwischen Borneo und Neuguinea gilt als Hauptumschlagplatz illegal gefangener exotischer Tiere) wird er als Tierpfleger, Arzthelfer und „Mädchen für alles“ mit anpacken.

Irgendwann, so seine Prognose, wird ihn eine seiner Umweltreisen so in Bann ziehen, dass er der Heimat den Rücken kehrt und bleibt, um sein Leben komplett in den Dienst des Umweltschutzes zu stellen.

Wolfgang Schwarz handelt nicht aus moralischer Verpflichtung, den zerstörenden menschlichen Eingriff in die Natur zu verhindern, sondern aus persönlichem Selbstverständnis. Vielleicht ein Kampf gegen Windmühlen, wie Wolfgang Schwarz fürchtet. „Aber wenn ich mal gehe, dann möchte ich das wenigstens mit gutem Gewissen tun.“

Quelle: op-online.de

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