Walter Renneisens Hessen-Lyrik erntet brüllende Lacher

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Walter Renneisen war ganz in seinem Element.

Münster - So voll wie am Samstag war der Saal im Obergeschoss des Museums „An der Gersprenz“ schon lange nicht mehr gewesen: Der aus Film und Fernsehen bekannte Theatermime Walter Renneisen hatte mit seinem Programm „Deutschland – Deine Hessen“, in der Gemeinde Station gemacht. Von Jasmin Frank

Doch bevor er mit seiner mitreißenden Aufführung begann, wurde den gut einhundert Besuchern mit einem Blick auf die Bühne klar, dass das Allroundtalent nicht alleine gekommen war: Flöte und Kontrabass, Regenmacher und Banjo hatte er zu seiner Begleitung erkoren. Und so intonierte er, nachdem er das E-Piano aus Rücksicht auf die seitlich sitzenden Besucher mit den Worten: „Sie sehen ja gar nichts, sie haben doch heute Abend kein Hörspiel gebucht“, beiseite gerückt hatte, ein hessisches Gedicht in zwei Varian-ten. Jeder der Anwesenden kannte das Poem vom „Wermsche uff’m Termsche“, und in Begleitung von Renneisens melodiösen Flötenspiel wirkte es wie reine Poesie, während es zu munteren Banjoklängen wie ein bekannter Country-Song daherkam. Die Entstehung Hessens, die Mundart und die Bewohner wurden von Renneisen, den es als gebürtigen Mainzer früh an die hessische Bergstraße verschlagen hatte, heiter und mit viel Ausdruck dargestellt.

Zahlreiche Anekdoten und Witze über die Hessen führten zu Lachsalven im Publikum, so die Darstellung der Hessen als derbes, aber liebenswertes Völkchen, das einen ganz eigenen Umgangston habe, auch bei kleineren Auseinandersetzungen. „Komm her du Kribbel, ich zerhack’ dir alle Knoche’!“, schimpfte da ein Hesse, während sein hochdeutsch sprechender Kontrahent meinte: „Aber ich habe ihnen doch gar nichts getan!“, worauf der Hesse erwiderte: „Deshalb sag’ ich’s dir ja im Guude!“ Für hessische Poesie befand Renneisen auch den schönen Spruch: „Ich hach’ dir uff die Nuss, dass de durch die Rippe guckst wie en Aff’ durch die Gidder!“

Stets blieb es abwechslungsreich während der turbulenten Bühnendarbietung, und der muntere Reigen aus literarischen Fundstücken, Mundartgedichten, Anekdoten, Erzählungen und sonstigen Sprachschnipseln in Hessisch oder über die Hessen sorgte für viel Applaus beim Publikum. Der Heimat- und Geschichtsverein hatte jedoch nicht nur den Schauspieler engagiert, sondern hielt darüber hinaus noch verschiedene Gaumenfreuden für die Gäste bereit.

Quelle: op-online.de

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