Den Ringern bleibt er erhalten

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Axel Wandinger schied nach mehreren Jahren als Zweiter und zwei Jahren als Erster Vorsitzender der FSV Münster aus dem Vorstand aus. Besonders den Ringern bleibt er jedoch erhalten

Münster - Axel Wandinger tritt einen Schritt kürzer: Mit Peter Samoschkoff wird der Posten des ersten Vorsitzenden des FSV Münster neu besetzt. Sein Engagement wird Wandinger jedoch nicht komplett aufgeben.  Von Jens Dörr

Eine offizielle Funktion hat er seit Kurzem nicht mehr, doch Axel Wandinger beruhigt: „Ich helfe natürlich weiterhin mit. "

Zwei Jahre lang war der 35-Jährige Erster Vorsitzender der FSV Münster, bei der jüngsten Jahreshauptversammlung wählten die Mitglieder Peter Samoschkoff zum Nachfolger. Wandinger, der das Amt zwei Jahre lang bekleidet hatte, stand für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung.

Familiär und beruflich eingespannt

Mehrere Gründe gaben den Ausschlag dafür, dass Wandinger auch kein anderes Vorstandsamt mehr übernahm: Beruflich klettert er aktuell die Karriereleiter bei der Deutschen Flugsicherung in Langen nach oben, wohnt mit seiner Frau und vier Kindern im gemeinsamen Haus. Auf der Arbeit wie privat gibt es da ständig viel zu tun - und den Vorsitz bei der Freien Sportvereinigung erledige man nicht einfach nebenbei, so Wandinger.

„Man ist manchmal derart mit dem Tagesgeschäft überschüttet, dass man kaum mehr Neues gestalten kann“, blickt der ehemalige Ringer, der die Öffentlichkeitsarbeit für den Verein schon seit 1999 macht und zudem mehrere Jahre lang stellvertretender Vorsitzender war, zurück. Wobei er bei Amtsantritt noch nicht gewusst habe, dass nach zwei Jahren wieder Schluss sein werde. „In einer zweijährigen Amtszeit ist es nicht so leicht, eingefahrene Wege zu ändern.“

Positives Resümee

Dennoch zieht Wandinger ein positives Resümee der vergangenen 24 Monate - sportlich, wirtschaftlich und strukturell. „Finanziell stehen wir auf jeden Fall besser da als 2010“, freut sich Wandinger. Dazu trägt auch die Installation einer Photovoltaik-Anlage bei: „Mit der machen wir jetzt schöne Gewinne.“ Mit Samoschkoff habe man die Nachfolge mit Wandingers Wunschkandidat geregelt. Samoschkoff sei vermutlich „konsequenter als ich“, setzt Wandinger auf das Durchsetzungsvermögen des neuen ersten Manns im Verein.

Sportlich war der Aufstieg der ersten Fußball-Mannschaft in die Kreisliga A und der folgende Klassenerhalt der größte Erfolg unter Wandinger, auch wenn er auf die Entwicklung der Abteilung nicht unmittelbar Einfluss nehme. Was meint: Die Zusammenstellung des Kaders der ersten Mannschaft fällt - auch nicht teilweise - in das Aufgabengebiet des Vorsitzenden. „Auch unser Mädchenfußball ist ziemlich autark unterwegs“, meint Wandinger. Diese Abteilung wächst seit ihrer Gründung vor fünf Jahren stetig, was sich auch unter dem 35-Jährigen fortsetzte. Wandinger würde das ausschließlich auf die gute Arbeit des Teams um Achim Tetzlaff und Andreas Schneider zurückzuführen, doch muss auch der Gesamtverein mitziehen. So wurden eigens die Kabinen umgebaut, damit sich die Mädchen separat umkleiden und duschen können. Das ist nun aber schon seit längerem bewerkstelligt.

Sportlicher Wermutstropfen war der Abstieg der Ringer in die Hessenliga - nach einem Jahrzehnt in der Oberliga. Wandinger bleibt besonders dieser - „seiner“ - Abteilung treu, arbeitet am „Schulterblatt“, der Heimkampf-Zeitschrift, sowie in der Öffentlichkeitsarbeit der Ringer weiter mit.

Langweilig wird es Axel Wandinger folglich nicht. Und wenn doch, bringt er sich in der Gemeindevertretung Münsters ein, wo ihn die CDU bei der letzten Kommunalwahl weit unten auf die Liste setzte. Wandinger rutschte 13 Plätze hoch. „Zum Sitz im Parlament bin ich wie die Jungfrau zum Kinde gekommen“, scherzt er. Und er habe festgestellt: „Die politische Arbeit ist im Vergleich zur Vereinsarbeit wenig.“

Quelle: op-online.de

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