An fünf Stationen nahe der Gersprenz

River Night: Für Musikfans ein „Pflichttermin“

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Andreas Ecker und Sue Ferrers von den Can-Gurus boten im Museum „Musica Fatastica Universale“ - und hoben sich damit von der Musikauswahl gewöhnlicher Cover-Bands ab.

Münster - Vier Vereine und eine Gaststätte luden jeweils in ihren Räumlichkeiten zur fünften River Night an die Gersprenz. Alle Konzertorte waren bestens frequentiert. Von Michael Just

Am Samstagabend ist eine Stunde vor Beginn der fünften River Night um 20 Uhr im „Minsterer Pilsschtibbche“ schon was los. „Dieser Termin ist immer Pflicht“, sagt „Ottl“ Müller, der mit seiner Frau und zwei weiteren Pärchen einen der Stehtische einnimmt. Der Gruppe im gehobenen aber dennoch „besten“ Alter steht die Vorfreude ins Gesicht geschrieben. „Heute trifft man überall Freunde und Bekannte“, heißt es. Ottl Müller spielte früher gleich in mehreren Bands, Anne Mahn ist immer noch Sängerin und Percussionistin bei „Heed the Call“. Die Formation covert seit 30 Jahren Oldies aus dem Rock- und Country-Bereich. Das „Pilsschtibbche“ stellt für die drei Paare die Ausgangslokalität dar. Danach soll weitergezogen werden, was ja den Reiz der River Night ausmacht.

Bei der nunmehr fünften Auflage beteiligten sich vier Vereine und eine Gaststätte. Zur Premiere 2013 waren es drei Teilnehmer (Langsmühle, Wander- und Anglerheim), in der Folge auch mal sechs. Diesmal spielten bei den Radfahrern „Daisy und die Panzerknacker“, in der Langsmühle die „Can-Gurus“, bei den Anglern „The Pins“, im Pilsschtibbche „Reiner the Voice“ und im Wanderheim „The Boombusters“. Vier Bands präsentierten sich hier zum ersten Mal. „Nach drei Jahren ,Let Swing’ musste ein Wechsel her“, so Stefan Grimm und Frank Hoffmann vom Verein Radsport, der seit 2014 dabei ist. Mit „Daisy und die Panzerknacker“ fand ein kompletter Richtungswechsel statt: Ging es mit „Let Swing“ zuvor eher verhalten zu, machte die neue Band reichlich Gebrauch von ihren beiden E-Gitarren und gab vehement Gas. Eine besondere Verpflichtung ging Michael Roßkopf, Wirt des „Pilsschtibbches“, ein: Mit „Reiner the Voice“ präsentierte er einen Künstler, der die gleiche Stimme wie Peter Maffay zu besitzen scheint – und sich dementsprechend auch den Coversongs des deutschen Superstars verschrieben hat. Wer dem Sänger den Rücken zudrehte, glaubte tatsächlich, Maffay zu hören.

Die River Night organisiert eine Interessengemeinschaft (IG) aus der Gemeinde. Die Musikenthusiasten verfolgen das Ziel, lokale und regionale Musiker mit den hiesigen Vereinen zusammenzuführen und dabei die Vereinsgaststätten zu beleben. „Es gibt Vereinslokale, die für viele im Ort ein weißer Fleck sind“, führt IG-Mitglied Michael Roßkopf an. Dabei würden viele eine Menge bieten, seien es Schmankerl aus der Küche oder interessante Veranstaltungen, die nicht nur für die eigenen Mitglieder sind. Zum kleinen Jubiläum zog Roßkopf ein positives Fazit zur River Night, die in Zukunft nicht weiter wachsen will. Der Münsterer spricht sich gegen Expansionsgedanken aus. Das Konzept mit freiem Eintritt, keinen Bändchen, keiner Security und keinen Bussen soll beibehalten werden.

So wirkt Musik auf unseren Körper

Da die Vereine auch ohne Eintritt etwas verdienen wollen, müssen Musiker gewonnen werden, die ohne große Gage spielen und bereit sind, von den aufgestellten Spendendosen oder einer Beteiligung am Getränkeumsatz, wie beim Radsportverein, zu leben. Das Konzept schien am Samstag erneut mit einem finanziellen Gewinn für alle Beteiligten aufzugehen. Vor allem der freie Eintritt und das Credo, dass Musiker aus dem Ort beziehungsweise der Region aufspielen, lockte eine ansprechende Besucherschar, die ab 22 Uhr in allen fünf Lokalen zu einer gemütlichen Enge führte.

Auffallend war das gut gemischte Publikum, das sämtliche Altersklassen abdeckte. Die mittlere und ältere Generation machte sogar die Überzahl aus, beispielsweise im Wanderheim, wo „The Boombusters“ spielten. Gedämpfter ging es im Museum zu, wo die „Can-Gurus“ mit Folk und karibischen Klängen keinen Mainstream zum Besten gaben. Das i-Tüpfelchen setzte die Wahl-Münsterin Sue Ferrers mit ihrem Geigenspiel. Mit der River Night 2017 blickt die IG auf eine gelungene Neuauflage. Der Tradition verpflichtet wird es 2018 keine großen Veränderungen geben. Das gilt auch für den Termin im März. Für Katja Roßkopf vom Wanderverein Frisch-Auf der ideale Monat: „Für viele ist es die erste große Veranstaltung im Jahr. Das gilt vor allem für jene, die der Fastnacht nicht viel abgewinnen können.“

Quelle: op-online.de

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