Mit Rock und Melibokus bis in die Nacht gefeiert

Altheim - (mj) Die Jugendfeuerwehr als Konzertveranstalter? So mancher staunt, wenn er sieht, was sich die jungen Blauröcke in Altheim alles zutrauen: Bereits zum zweiten Mal nach 2007 haben die Nachwuchskräfte eine „Ü 30-Kultnacht-Party“ mit der Band Melibokus organisiert.

Zwar sind die meisten Mitglieder der Jugendwehr noch nicht einmal 18 Jahre alt – sie wissen aber bereits, was die meisten Besucher anzieht: „In Altheim gibt es nicht so viele Jugendliche“, sagt Jugendfeuerwehrwart Daniel Ganz. Mit betriebswirtschaftlichem Gespür führt er an, dass man unter dem Motto „Ü 30“ einfach ein breiteres Publikum anspricht.

Dass man bei einem Partyabend mit Band ein gewisses unternehmerisches Risiko eingeht, sieht der Großhandelskaufmann gelassen. „Vor zwei Jahren hatten wir bei unserem ersten Konzert 200 Besucher. Diese Zahl hat uns Sicherheit gegeben.“ Trotzdem gebe es einen Unterschied: „Damals haben wir 45 Jahre Jugendfeuerwehr gefeiert und für das Jubiläum die finanzielle Unterstützung der lokalen Firmen gehabt. Dieses Mal haben wir die Sache alleine auf die Beine gestellt.“ Der Mut und die groß angelegte Werbung im Vorfeld wurden belohnt: Rund 350 Gäste strömten in die Sport- und Kulturhalle. Diese bereuten ihr Kommen nicht: Von 9 Uhr bis kurz vor zwei heizten Melibokus den Besuchern mit ihrem großen Repertoire aus Rock- und Popklassikern ein.

Die Verpflichtung von Melibokus hatte sich die Jugendwehr gut überlegt: „Wir kannten die Band und haben sie schon mehrmals gesehen, darunter beim Doaschdefest. Auch durch den Band-Contest „Hessen rockt“, bei dem sie ganz vorne mit dabei waren, ist ihr Bekanntheitsgrad sehr hoch“, führt Ganz an.

Ob die Jugendwehr in Zukunft wieder als Konzertveranstalter auftritt, stehe aber noch nicht ganz fest. „Der Wunsch scheint da zu sein“, sagt der Jugendfeuerwehrwart. „Beim Konzert bin ich darauf zumindest unzählige Male angesprochen worden.“ Derzeit überwiegt noch die Freude, dass man Altheim und Münster dieses kulturelle Ereignis bescheren konnte. Aus der Absicht, mit einer solchen Veranstaltung etwas an die Bevölkerung weiterzugeben, rührt auch der Mut, sich als Veranstalter und Organisator zu versuchen: „Auch wenn der Abend, was das Geld angeht, nur Null auf Null ausgegangen wäre, hätte das nichts gemacht. Dann hätten wir uns und Altheim zumindest ein schönes Erlebnis geboten.“ Die Einnahmen fließen jetzt der Jugendarbeit und der Herbstfreizeit zu.

Beim Auf- und Abbau konnte sich die Jugendfeuerwehr auf die Erwachsenen der Einsatzabteilung verlassen. „Die haben alle kräftig mitgefeiert. Da hat keiner gefehlt“, freute sich Ganz über die enge Bindung, die er als grundlegend ansieht: „Zum einen übernehmen wir deren Nachwuchssicherung, zum anderen versteht sich dieses Teamwork bei der Feuerwehr einfach von selbst.“

Quelle: op-online.de

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