„Romantischer Barde“ geht

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Musik ist eine Leidenschaft, der Karl-Heinz Nissen im Ruhestand ausführlicher nachgehen kann. Die Schüler sind begeistert von ihrem Lehrer, der tief in seinem Herzen ein echter Rocker ist.

Münster ‐ „Er ist immer auf die Schüler eingegangen, war immer sehr engagiert, ehrlich und nett.“ Voll des Lobes für Karl-Heinz Nissen waren bei seiner Verabschiedung in den Ruhestand nicht nur die Kollegen von der Schule auf der Aue. Von Ellen Jöckel

Wie die 17-jährige Lisa Schiwek äußerten sich auch andere Schüler durchweg positiv über ihren ehemaligen Mathematik- oder Politiklehrer.

„Der Unterricht bei ihnen hat Spaß gemacht. Wir konnten mit ihnen ein Thema durchgehen, bis es wirklich jeder verstanden hat. Wir konnten mit ihnen im und außerhalb des Unterrichts lustig sein und über alles reden“, verabschiedete sich der Schülervertreter Maximilian Sturm von seinem Lehrer in der gut gefüllten Mensa.

Wie bedeutend der Einsatz von Karl-Heinz Nissen über den Unterricht hinaus für die Entwicklung der Gesamtschule war, hob Schulleiterin Sabine Behling-Schmidt in einem Rückblick hervor: „Karl-Heinz Nissen und die Schule auf der Aue: Das ist eine 35-Jahre währende Erfolgsgeschichte, die auch mit dem heutigen Tage nicht beendet ist“. Nach seinem Referendariat kam der Gymnasiallehrer 1975 an die Goetheschule nach Dieburg. Gleichzeitig wurde er an die Eppertshäuser Stefan-Gruber-Schule, Münsterer John-F.-Kennedy-Schule und Gymnasiale Oberstufe in Dieburg abgeordnet.

Die JFK-Schule war zu dieser Zeit unter der Leitung von Helmut Müller Grund-, Haupt- und Realschule mit Förderstufe. „An diese Schule kam ein junger, dynamischer Studienrat mit langen, braunen, welligen Haar, Typ: romantischer Barde“, scherzte Behling-Schmidt. 1982 wurde Karl-Heinz Nissen auf eigenem Wunsch an die neu erbaute Schule auf der Aue versetzt, die zu diesem Zeitpunkt unter der Leitung von Helmut Müller zur Additiven Gesamtschule umgewandelt wurde. Hier war Nissen in der Planungsgruppe wesentlich für die Entwicklung eines Organisationskonzepts für den Gymnasialzweig beteiligt. Drei Jahre danach wurde der Vater von zwei Söhnen zum pädagogischen Leiter ernannt. „Er organsierte die inhaltliche Verpflechtung der drei Schulzweige und Übergangsmöglichkeiten wie den Wahlpflichtunterricht. Zudem setzte er die Curricula um, regelte didaktische Grundsatzfragen und arbeitete in der Schulleitung mit.

Ich finde, es hat sich seitdem nichts geändert“, meinte die Schulleiterin. Anschaulich verdeutlichte Behling-Schmidt anhand eines fiktiven Beispiels, wie ein neuer Schüler über die gut gepflegte Internetseite, Zeitungsberichte oder Informationsmaterial alles Wissenswerte über die Schule, dank des Einsatzes von Karl-Heinz Nissen, erfahre. In der Aueschule finde der Schüler einen sehr gut ausgestatteten EDV-Raum vor, nehme an einer durchorganisierten Projektwoche oder einem Schüleraustausch beispielsweise in die USA oder nach China teil oder erhalte qualifizierten Unterricht durch weitergebildete Lehrer. Hinter all diesen Bereichen stecke der engagierte Pädagoge. Sabine Behling-Schmidt bedankte sich für neun Jahre gute Zusammenarbeit beim „Fels in der schulischen Brandung“, wie sie Karl-Heinz Nissen treffend bezeichnete und überreichte die Ruhestands-Urkunde des Landes Hessen.

Mit einer Origami-Bastelaktion und einer heiteren Diashow verabschiedete sich der Personalrat, vertreten durch Christian Beck und Sabine Fengel, originell von seinem Kollegen. Ebenso sprach der erste Beigeordnete der Gemeinde Münster, Norbert Schewe, seine Anerkennung aus. Elternbeiratsvorsitzende Sabine Schaub bedankte sich bei Karl-Heinz Nissen im Namen aller Eltern. Sogar der ehemalige Schulleiter Helmut Müller war gekommen und erinnerte an die gemeinsame Zeit: „Die Schulgemeinde Münster ist dank ihrer Initiative zum Ort des Miteinanders geworden.“ Für gute Stimmung zwischen den zahlreichen Danksagungen sorgte die Schülerband mit fetzigen Rocksongs, ganz nach dem Musikgeschmack Nissens, der selbst Gitarrist und Sänger in der Lehrerband „T`chairs“ ist.

Quelle: op-online.de

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