Romeos Julia kalt wie Fürst Pückler

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Romeos spleeniger Freund wird gekonnt von Thomas Groh dargestellt und sorgte mit seinem Song für Furore.

Münster - Über 18 Monate haben die Mitglieder der Theater AG der Schule auf der Aue gearbeitet und geprobt und endlich konnte die Premiere der wohl bekanntesten Liebesgeschichte aufgeführt werden: Romeo und Julia von William Shakespeare wurde gegeben. Von Jasmin Frank

Das gesamte Team überzeugte, denn an der erfolgreichen Aufführung hatten nicht nur die jungen Schauspieler einen Anteil, sondern auch die Bühnenbildner, Techniker und Musiker, die allesamt aus den Reihen der Münsterer Schüler stammen.

„Zur Theater AG gehören verschiedene Abteilungen, die sich genau um diese Dinge kümmern. Wir sind stolz darauf zu sehen, mit wie viel Engagement sich die Kinder um ihre Bereiche kümmern“, freute sich AG-Leiter Andreas von der Heyden.

Gerade bei den Technikern ist Maßarbeit gefragt: Sie kommen lange vor der Aufführung in die Kulturhalle, um Lampen aufzuhängen, Kabel zu verlegen und die richtige Position der Strahler auf der Bühne einzurichten. „Ich war ursprünglich in der Theaterband und habe festgestellt, dass ich letztes Jahr mehr hinter dem Mischpult stand, als Keyboard zu spielen. Die Technik hat mich begeistert, deshalb bin ich dieses Mal gleich hier dabei“, erklärt Marius Kramer, der als Leiter der Lichttechnik viel Verantwortung trägt.

Auch die Nebenrollen sorgten für Furore

Doch auch die Schauspieler haben in diesem Stück eine besondere Anforderung: Sie müssen sich nicht nur die umfangreichen Rollentexte merken, sondern auch noch singen. „Ich hatte am Anfang große Angst davor, doch das hat sich mit der Zeit gelegt, weil mir alle viel Mut zugesprochen haben“, erzählt Sabina Weißgerber, die in die Rolle der Julia schlüpft und diese bravourös bewältigt.

Nicht nur die Hauptdarsteller, auch die Nebenrollen sorgen für Furore, allen voran Thomas Groh, der einen lustigen und leicht verrückten Freund Romeos darstellt. Wie ein Profi mimt er den durchgeknallten, aber liebenswerten Kumpel und bringt noch gekonnt einen fetzigen Song rüber, in dem die Wortwahl zwar nicht immer zur Freude seiner Lehrer ausgefallen sein dürfte, der aber bei allen Besuchern sehr gut ankam.

Neben Schulleiterin Sabine Behling-Schmidt war auch Kreisbeigeordneter Christel Fleischmann anwesend, der die Premiere begeistert verfolgte. Gekonnt schafften die Schüler mit Unterstützung von Regisseurin Ina Annett Keppel den Spagat zwischen traditionellem Stoff und zahlreichen modernen Elementen. So wundert es wenig, dass Julias unglücklich verliebter Cousin Tybalt ihr vorwarf, sie sei eiskalt - wie Fürst Pückler. Passend zum selbst umgeschriebenen Stück war auch die Bühnendekoration mit Lehrerin Melanie Eisentraud geschickt angefertigt worden, die Farben rot und blau standen für die jeweiligen Familien und auch die Musik der Band unter der Leitung von Peter Lehmler fügte sich ideal in den Ablauf des Stücks ein. Ein großer Erfolg also für die Münsterer Schüler und ein gelungener Abend für alle Besucher.

Quelle: op-online.de

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