„Ich bin noch nicht fertig“

Rudi Hechler zeigt Ausstellung im Pfarrzentrum 

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Rudi Hechler (links) im Gespräch mit einem Malkollegen. 

Münster - Werke des Münsterer Künstlers Rudi Hechler waren am Wochenende im Pfarrzentrum der katholische Gemeinde St. Michael ausgestellt. Von Peter Panknin

Lebhaft bis stürmisch sind derzeit nur die Luftbewegungen, alles andere kommt so langsam zur Ruhe. „Anfang und Ende“ lautet der Titel einer kurzen Ausstellung im Pfarrzentrum der Pfarrgemeinde Sankt Michael in Münster. Ein bisschen vom Anfang seines malerischen Schaffens zeigt der vielseitig interessierte Künstler Rudi Hechler, aber auch vom kommenden Ende des irdischen Daseins.

Das Ölgemälde, betitelt mit „Der Tod als Freund“, schuf Hechler in Anlehnung an eine Zeichnung von Alfred Rethel, einem deutschen Historienmaler der Spätromantik (1816-1859). Die ursprünglich monochrome Zeichnung legte er in Farbe an, um den Zustand des Menschen zwischen dem strahlenden Licht des Himmels und der zunehmenden Dunkelheit auf dem Weg nach unten zu verdeutlichen. Noch aber ist es nicht zu Ende, denn das Motto von Hechler lautet „ich bin noch nicht fertig.“

Rudi Hechler aus Mörfelden – nicht identisch mit dem ausstellenden Maler Rudi Hechler aus Münster – erläuterte dies in seiner Laudatio für den Namensvetter und Hobbykollegen. Er beschrieb den exakt und genau arbeitenden Gleichgesinnten aus Münster, der den Beruf des Werkzeugmachers erlernt und ausgeführt hat, als vielseitigen Menschen, der nicht nur Ölfarben Schicht für Schicht auf den Untergrund aufträgt, sondern auch mit Holz und anderen Materialien gestaltet. Der Kirchenchor Cäcilia der Pfarrgemeinde Sankt Michael begleitete unter der Leitung von Norbert Müller die Ausstellungseröffnung musikalisch mit einem thematisch passenden Kanon und einem von Susanne Müller vorgetragenem Solo, der ebenfalls anwesende Pfarrer Bernhard Schüpke begrüßte die Gäste als Hausherr. Laudatio und Begrüßungsansprache vielen angenehm kurz aus, sodass die Besucher mit einem Glas Wein in der Hand von Bild zu Bild gehen konnten oder sich im direkten Gespräch mit dem Künstler über Entstehung, Maltechniken und Hintergründe für Motivergänzungen, die der Maler vorgenommen hat, auszutauschen. So findet sich zum Beispiel der Kirchturm vom Münster im Hintergrund eines Bildes, das in Anlehnung an ein Motiv von Carl Spitzweg entstandenen ist, wieder. 

Münster feiert Doppeljubiläum auf der Kerb: Bilder

Zu Hechlers früheren Werken gehören Bilder der Landschaften des Odenwaldes, die in einer Momentaufnahme den Zustand der Natur in „guter, alter Zeit“ festhalten, obwohl die Zeiten gar nicht so gut waren. Es geht ihm darum, die Atmosphäre einzufangen und wiederzugeben, wie auch Kopien der bekannten Bilder von den Trauben- und Melonenesser des spanischen Barock-Malers Bartolomé Esteban Murillo belegen. Die Ausstellung konnte am Samstag und am Sonntag besucht werden, wobei am Sonntag Kaffee und Kuchen im Foyer angeboten wurden. Der Erlös daraus ist für die Pfarrgemeinde gedacht.

Quelle: op-online.de

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