Energie sparen an vielen Stellen

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Heizung und Warmwasser werden in der Kläranlage in Münster komplett durch die Rückgewinnung von Wärme erzeugt. Wolfgang Kleinheinz und Kilian Huther zeigen Bürgermeister Walter Blank, wie viel Phosphat sie durch die optimierte Technik einsparen.

Münster - Energie wird immer teurer und so macht Energiesparen schon allein aus finanzieller Sicht Sinn. Zusätzlich ist der schonende Umgang mit den vorhandenen Ressourcen nachhaltig und gut für die Umwelt – zwei weitere Aspekte, die der Münsterer Gemeindeverwaltung am Herzen liegen.

Dass dies nicht nur theoretische Konzepte sind, sondern mit Herz und Verstand von den Mitarbeitern umgesetzt werden, zeigt die Kläranlage Münster. Dort berichter Leiter Kilian Huther begeistert von dem Wärme-rückgewinnungssystem, das vergangenes Jahr installiert wurde: „Wir haben in unserem Becken einen Sandfang, der von Wasser durchflossen wird. Dort hinein wurden Matten gehängt, in denen eine Soleflüssigkeit fließt.“ Huther erklärt weiter, dass die Flüssigkeit die Temperatur des Wassers annimmt, die nie unter acht Grad Celsius sinkt. Die Sole fließe dann innerhalb eines Kreislaufs in einen Wärmetauscher, wo ein hoher Druck entsteht, durch den das dort ebenfalls durchfließende Trinkwasser erwärmt und auf die Heizung und das Warmwassersystem aufgeteilt wird.

So simpel das Konstrukt klingt, so effektiv ist es: Die Kläranlage wird so mitsamt ihren Betriebsgebäuden richtig warm, ohne Energie von außen zu benötigen. „Damit die Wärme in den Räumen bleibt, haben wir gedämmte Türen eingebaut. So macht Energiesparen Sinn“, ergänzt Bürgermeister Walter Blank.

Auch das Gebläse, das die Belebungsbecken belüftet, um Mikroorganismen mit Sauerstoff zu versorgen, wird ständig weiterentwickelt und spart durch optimierte Technik einiges an Energie ein. Zu guter Letzt verweist auch Wolfgang Kleinheinz, stellvertretender Leiter der Kläranlage, noch auf ein kosten- und umweltschonendes Verfahren: Die Phosphatfällung wurde optimiert. „Phosphat wird gerne als Dünger verwendet, sowohl im heimischen Garten als auch in der Landwirtschaft. Gelangt es aber in Bäche und Flüsse bilden sich schnell Algen. Deshalb wird mittels einer chemischen Substanz, einem Fällmittel, das Phosphat in der Kläranlage schwerer gemacht, dann sinkt es auf den Boden und verbleibt zum großen Teil in der Kläranlage“, erläutert der Fachmann.

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Das Ergebnis ist, dass die Gersprenz sauber bleibt. Hier geraten die beiden Experten ins Schwärmen und kreieren eine Vision: Am liebsten würden sie das Phosphat als solches wieder aus dem Klärschlamm zurückgewinnen, um es dann als Dünger verwenden zu können. Mit leuchtenden Augen entwickeln die Mitarbeiter auch ganz konkrete energiesparende Maßnahmen für die Zukunft. Dabei wird auch deutlich, dass ihnen die Sache wirklich am Herzen liegt. „Wir prüfen gerade, ob wir ein kleines Kraftwerk an den Auslauf bauen können. Dort ist ein Gefälle von 2,50 Metern hin zu Gersprenz, da könnte gegebenenfalls eine kleine Turbine installiert werden, die den Strom erzeugt, den wir hier brauchen“, plant Huther mit seinen Kollegen und lässt dabei die Wirtschaftlichkeit nicht aus dem Blick: „Die Frage der Kostenamortisation ist wichtig, wir sind gerade dabei, das zu klären.“ Damit ist auch Bürgermeister Walter Blank zufrieden, denn Energie und Geld zu sparen ist ein festes Ziel für die nächsten Jahre und es zeigt sich, dass die Mitarbeiter der Kläranlage daran mitarbeiten.

(chi)

Quelle: op-online.de

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