Nach zwei Jahren und 1,3 Millionen Euro Ausgaben

Rückumzug in sanierte Rüssel-Kita

+
Raus aus dem Provisorium Jugendcafé, rein in die Noch-Baustelle Im Rüssel: Am Freitag wird der Rückumzug in die sanierte Kita gefeiert.

Münster - Die Bauarbeiten an der Kita Im Rüssel sind fast abgeschlossen: Am Montag hat der Kindergarten an seinem alten Standort den Betrieb aufgenommen. Doch auch gestern waren noch die Bagger am Außengelände beschäftigt. Am Freitag wird der Rück-Umzug kräftig gefeiert.

Die 72 Kinder und das Erzieher-Team dürften beim Einzug nicht schlecht gestaunt haben. „Der Kindergarten ist so gut wie ein Neubau“, freut sich Bürgermeister Gerald Frank. Dabei hat die Sanierung des bestehenden Gebäudes, das insgesamt noch eine gute Bausubstanz aufwies, mit rund 1,3 Millionen Euro nur halb so viel gekostet wie ein kompletter Neubau. „Finanziell und energetisch wäre ein Abriss unsinnig gewesen“, betont Frank.
Mit tatkräftiger Unterstützung des Bauhofs haben die Erzieherinnen um Kita-Leiter Peter Harenberg Möbel und Umzugskisten aus dem Übergangs-Domizil im ehemaligen Juz zurück an den Rüssel gebracht. Besonders freut sich das Team über die großzügige Spende einer Familie aus Münster, die dem Kreativraum der Mäuse-Gruppe einen großen Holztisch spendete, an dem künftig fleißig gebastelt werden kann.

Und auch sonst wartet die „neue alte“ Kita mit einigen Dingen auf, die es so vorher nicht gab: Ein Bistro bietet künftig Platz fürs Mittagessen, eine behindertengerechte Toilette stellt die Inklusion sicher, und der neu gepflasterte Hof lädt zum Toben ein. Im Winter bietet eine Fußbodenheizung den Kindern Behaglichkeit. Und das Wichtigste: Eine moderne Lüftungsanlage macht die Bildung von Schimmel künftig praktisch unmöglich.

Bei der Gestaltung des Außengeländes und beim Farbkonzept arbeiteten Erzieher und Eltern eng zusammen, betont Bürgermeister Gerald Frank. „Über die gesamte Zeit ist die Kommunikation mit den Eltern toll gelaufen.“

Konzert im Schulverbund Münster und Eppertshausen: Bilder

Nach dem Schimmelfund im August 2015 hatte Bürgermeister Frank die Kita sofort evakuieren lassen. Toxikologische Gutachten hatten ergeben, dass es sich um gesundheitsschädliche Schimmelpilze handelte. Baumängel aus der Vergangenheit hatten dafür gesorgt, dass Feuchtigkeit in die Substanz eindringen konnte. Für kurze Zeit kamen Kinder und Erzieher im Gersprenz-Stadion unter, wo die Halle gleichermaßen Schutz vor Sonne und Regen bot. Die Kinder genossen die Atmosphäre wie bei Ferienspielen im Freien. Währenddessen brachte der Bauhof das frühere Juz auf Vordermann, um die Rüsselkinder für die Zeit der Kita-Sanierung dort unterzubringen.

Während der Renovierungsarbeiten stellte sich heraus, dass vor 40 Jahren ein Dach eingebaut wurde, das den statischen Anforderungen nicht genügt. Das brachte den Zeitplan gehörig durcheinander. Viel Zeit kosteten auch die notwendigen Ausschreibungen und volle Auftragsbücher bei Baufirmen – die Arbeiten konnten nicht von heute auf morgen losgehen. „Angesichts all dieser Widrigkeiten ist rückblickend alles gut gelaufen“, sagt Gerald Frank.

Wenn Kinder, Eltern und Erzieher am Freitag zum Sommerfest Im Rüssel zusammenkommen, wird nicht nur der Einzug in das neue Domizil gefeiert – sondern nachträglich auch das 40-jährige Bestehen der Kita. Diese Feier musste vor knapp zwei Jahren wegen des Schimmelfundes ins Wasser fallen. (tm)

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare