Bislang 109.000 Euro ausgegeben

Sanierung des Arthaus-Daches kommt voran

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Von Asbest und altem Lack befreit, mit neuer Farbe frisch gestrichen: So prangt das kleine Türmchen wieder prächtig überm Arthaus.

Altheim - 109.000 Euro wurden bislang in die Sanierung des maroden Dachs des altehrwürdigen Rathauses in Altheim gesteckt. Nun prangt auch das kleine, signifikante Türmchen wieder in neuem Glanz vom First.

Wer den schönsten Teil des ehemaligen Altheimer Rathauses, das heute das „ARThaus“ ist, sehen möchte, sollte seinen Blick nach oben schweifen lassen. Auf schwindelerregender Höhe stehen die Erneuerung des Türmchens sowie des Daches kurz vor ihrer Vollendung. „Ein Schmuckstück, für alle weithin sichtbar“, sagt Bürgermeister Gerald Frank, der vor Ort war, als Dachdeckermeister Sascha Dotzauer die neue schmucke Spitze montiert hat. Während sich Bauleute in der Regel von unten nach oben vorarbeiten, geht die Gemeinde bei dem 1862 erbauten Rathaus in der Hauptstraße 2 den umgekehrten Weg. Undichtigkeiten im Dach zwangen die Verantwortlichen zu handeln, um größeren Schaden von dem Kleinod abzuwenden.

„Der ursprüngliche Auftrag beschränkte sich auf die Erneuerung des Daches“, erinnert sich Dotzauer, der mit qualitativ hochwertigen Arbeiten im Dezember begonnen hatte. Schnell stellte sich heraus, dass auch das Türmchen keinen ausreichenden Wetterschutz mehr gewährleistete. Außerdem war es im Rahmen seiner letzten Erneuerung 2008 mit heute verbotenem Asbestschiefer verkleidet worden. Auch für den erfahrenen Dachdeckermeister ist der Auftrag ein außergewöhnlicher, der viel Zeit in Anspruch nimmt. „Es sind viele kleinere Arbeiten zu verrichten und man muss viele Details beachten.“ Das Abschleifen der alten Farbe an den Fenstern dauerte einen Tag, nicht zuletzt, weil auch die schwer zugänglichen Ritzen bearbeitet werden mussten.

Dafür haftet die neue Farbe, die an drei Tagen in zwei Schichten gestrichen wurde, fest an dem Holz, wodurch ein Abblättern verhindert wird. Neue Fensterbänke wurden eingesetzt und der Turm im oberen Bereich mit Schiefer verkleidet. „Mindestens 50 Jahre wird die Gemeinde Freude an der Konstruktion haben“, versichert Dotzauer, der die Arbeit am denkmalgeschützten Haus auch als Referenzobjekt für seinen Betrieb sieht: „Die Erneuerung des Türmchens bietet die Möglichkeit, unser Können zu demonstrieren.“ Allein für das Aufsetzen des oberen, rund 20 Kilogramm schweren Abschlusses waren zwei Mitarbeiter drei Stunden beschäftigt. Für die Erneuerung des Daches wurde eine hochwertige, wasserundurchlässige, aber diffusionsfähige Unterspannbahn gewählt.

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Holzlatten dienen der Fixierung und nehmen die Ziegel auf. „Doppelmuldenfalzziegel, die eigens für denkmalgeschützte Objekte zugelassen sind und aus dem Dieburger Werk der Firma Nelskamp stammen, werden verwendet“, verrät Tania Appel von der Abteilung Planung, Bau und Liegenschaften, die auch die gute Zusammenarbeit mit der Denkmalschutzbehörde sowie dem Architekten Michael Kramer lobt. Als nächstes wird der Blitzableiter montiert, ehe der untere Bereich des Türmchens mit weiterer Folie verkleidet wird. Die noch offenen Stellen des Daches werden mit zugeschnittenen Ziegeln bedeckt und die Ränder zum Turm hin mit Blei eingefasst, um Wassereintritt zu verhindern.

Zinkeckwinkel und weiterer Schiefer komplettieren den unteren Bereich des Türmchens. Arbeiten in Höhe von 109.000 Euro wurden bisher für die Erneuerung des Daches einschließlich Gebälk, Deckenlochreparatur, Turmspitze, Brandschutzauflagen und Türmchen in Auftrag gegeben. Eigentlich hätte die Gemeinde nur ein Drittel der Kosten tragen müssen, denn der Förderausschuss der lokalen Agendagruppe des Regionalmanagements hatte 2015 der Gemeinde Fördermittel von 200.000 Euro an EU-Mitteln aus dem Leader-Programm zugesagt. Doch die CDU-Fraktion stimmte gegen eine Nutzung des ehemaligen Rathauses durch den Arthaus-Verein und damit auch gegen die Förderung. (tm)

Quelle: op-online.de

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