„Alle sitzen in den Startlöchern“

Sanierung der Rüssel-Kita bald abgeschlossen

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Am Freitagnachmittag waren die Handwerker noch an der Dachabdichtung und der energetischen Sanierung der Außenfassade der Rüssel-Kita zugange.

Münster - Eine Odyssee, die im August 2015 begann, nähert sich ihrem Ende: Ende Mai soll die Sanierung der Kindertagesstätte Im Rüssel abgeschlossen sein. Für Anfang Juni ist der Rückumzug der im ehemaligen Jugendzentrum an der Bahnhofstraße untergebrachten Kinder geplant. Von Thomas Meier 

Bis dahin arbeiten die Handwerker auf Hochtouren. Eigentlich sollte 2016 das Jubiläum „40 Jahre Kindergarten Im Rüssel“ gefeiert werden. Doch Schimmelbefall führte im August 2015 zur Evakuierung des Kindergartens ins JUZ. Erst überlegten die Verantwortlichen, wie sie die Räumlichkeiten sanieren sollen, ob ein Anbau geschaffen werden könnte, der dem großen Mehrbedarf an Kinderbetreuung in der Kommune gerecht wird. Und dann stellte sich heraus: Die Statik des alten Gebäudes stimmte nicht. Alles sollte nochmals auf Null gestellt werden.

In der letzten Sitzung der abgelaufenen Legislaturperiode hatte die Gemeindevertretung am 22. Februar 2016 die energetische Sanierung der Kita Im Rüssel und die Beseitigung des Schimmelschadens beschlossen. Von der ursprünglich vorgesehenen Erweiterung um zwei Gruppen wurde abgesehen, da die neusten Bedarfszahlen an Kinderbetreuungsplätzen in Münster mehr als den Bau eines vollständigen Kindergartens erfordert. Vor der Aufnahme von Planungen sollte die Sanierung und der Umbau für zwei U3- und zwei Ü3-Gruppen ohne Anbauten schnellstmöglich auf den Weg gebracht werden.

Der Architekt hatte in der damaligen Sitzung bei der Präsentation der Pläne angekündigt, dass mit einer Bauzeit zur Sanierung von neun bis zwölf Monaten zu rechnen sei. „Der Bauzeitenplan“, so damals Bürgermeister Gerald Frank, „ist äußerst sportlich. Wenn er planmäßig umgesetzt wird, erfolgt die Bauendreinigung nach Fertigstellung in der 51. Kalenderwoche.“ Frank sollte recht behalten, mehrfach mussten zwischenzeitlich die ins Auge gefassten Fertigstellungstermine in die Zukunft verschoben werden.

Doch nun sei ein Ende abzusehen, sagt der Verwaltungschef. Wenn erst einmal der Estrich aufgebracht sei und die abschließenden Innenarbeiten angegangen werden können, gehe es zügig voran.

Nun, mit dem Estrichverlegen, eigentlich für den Januar avisiert, soll heute begonnen werden. Die Witterung hatte ein weiteres Mal dem Zeitplanungen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Vergangene Woche war die Bodenheizung eingebracht worden, Die Elektriker waren innen zugange, außen arbeiteten die Handwerker derweil intensiv an der Dämmung des neuen Dachanschlusses.

Wenn es denn diesmal klappt mit dem Wieder-Einzug Anfang Juni, werden sich die Handwerker wohl dem jetzigen Domizil der Rüssel-Kinder, dem Ex-Jugendzentrum an der Bahnhofstraße widmen. Doch nicht, um die Räumlichkeiten wieder der Jugend zugänglich, sondern um den ersten Stock fit zu machen, um dort und unten weiterhin Kinderbetreuung zu ermöglichen.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

„Bis die neue geplante Kita auf dem Frankenbachareal gebaut sein wird, wollen wir im JUZ weiterhin dem Mangel an Kitaplätzen in Münster begegnen“, erklärt Bürgermeister Gerald Frank. Der Sozialausschuss wird sich in seiner kommenden Sitzung damit auseinandersetzen. Zwei Gruppen im Elementarbereich sollten in den bis dahin etwa „aufgemöbelten“ Räumlichkeiten untergebracht werden können.

Mit dem Frankenbachareal will man ebenfalls beschleunigt voran kommen. In der nächsten Sitzung der Gemeindevertretung am 8. Mai soll der fertige Bebauungsplan im Parlament verabschiedet werden. Im Planwerk ist auch die neue Kita eingezeichnet, für das das Gelände vom Investor bereits verkauft wurde. Selbst die geplante Wohnbebauung auf dem Areal ist in trockenen Tüchern, vom Eigentümer an bauausführende Firmen vergaben. Laut Bürgermeister Frank „sitzen alle Beteiligten in den Startlöchern“.

Quelle: op-online.de

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