Später Frühjahrsputz tat Not

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Rund eine halbe Tonne an Unrat brachte am Wochenende die Münsterer Müllsammelaktion auf die Waage, mit der sich die Gemeinde an der Aktion „Sauberhaftes Hessen“ beteiligte.

Münster (mj) - Mit seinem Sack auf dem Rücken wirkt der junge Mann wie der Nikolaus. Doch in diesem Monat kommt weder Knecht Ruprecht, noch befinden sich milde Gaben darin.

Der Inhalt ist auch überhaupt nicht einladend: Es ist der Unrat, den unbedachte Zeitgenossen an den Wegesrand geworfen haben.

Am Samstagmorgen waren in Münster zum zweiten Mal zahlreiche fleißige helfende Hände unterwegs, um die Aktion „Sauberhaftes Hessen“ zu unterstützen. Eigentlich war die schon im März, da es aber Überschneidungen mit dem Terminkalender der Gemeinde gab, wurde sie hinter die Osterferien gelegt.

Die nötigen Helfer suchte und fand Rathausmitarbeiter Reiner Werner innerhalb der lokalen Vereine. 60 erklärten sich per Voranmeldung bereit, dem wilden Müll an den Kragen zu gehen. Durch das schlechte Wetter waren es dann jedoch rund 20 weniger. Viele zeigten allerdings einen solchen Eifer, dass sie länger als das Aktionsende um 12 Uhr sammelten.

Säcke voller Unrat

Werner machte sich sogar die Mühe, die Müllsäcke auf dem Rathausplatz zu wiegen: Knapp eine halbe Tonne zeigte das in diesem Fall weniger rühmliche Endergebnis an.

Unter anderem beteiligten sich die Angler, die „Frisch- Auf“-Wanderer, die Christliche Gemeinde, der Naturschutzbund, die Pfadfinder, die ALMA und der Heavy Metal Club an der Aktion. Aufgeteilt in verschiedene Gebiete, fand sich vom Autoreifen bis zu mehreren Fahrrädern fast alles, was es nicht in der Landschaft geben sollte. Schock und Höhepunkt zugleich war eine im Boden vergrabenen Betonmischmaschine in der Nähe des Anglerheimes. „Die muss am Montag der Bauhof holen“, sagte Bürgermeister Walter Blank, der alle Helfer nach getaner Arbeit ins Rathaus-Foyer zu einer Kartoffelsuppe mit Würstchen einlud. Blank freute vor allem, dass so viele Jugendliche teilnahmen. „Wenn man den Dreck sieht, geht man mit Müll viel bewusster um“, konstatierte ein junger Aktionsteilnehmer von der Christlichen Gemeinde.

Bei einigen Gruppen waren alle sechs ausgehändigten Säcke zum Schluss voller Unrat. Laut Werner falle der wilde Müll mittlerweile so reichlich an, dass man dafür im Bauhof extra einen Container eingerichtet hat.

„Jede Gemeinde oder Stadt hat dadurch Extrakosten im fünfstelligen Bereich pro Jahr. In Hessen geht man alleine von rund 200 Millionen Euro aus“, weiß der Verwaltungsmitarbeiter. Für ihn ist das unverständlich, da es Glascontainer gibt und die Sperrmüll-Abholung kostenlos ist.

Wie ein Helfer beklagte, hätten vor allem Glasflaschen das Gros des Mülls ausgemacht. Darunter seien nicht wenige „Flachmänner“ gewesen, die vor allem auf dem Weg nach Breitefeld lagen.

In der Gersprenz fand Robert Schneider von den Anglern sogar eine noch verschlossenen Sektflasche. Konsumieren wollte er den Inhalt aber nicht, auch wenn der sich durchaus als gut gekühlt zeigte.

Quelle: op-online.de

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