Münsterer Hans Heckwolf seit 25 Jahren Ortsgerichtsvorsteher und Schiedsmann in Personalunion

Schlichter im Streit um den Baum

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Hans Heckwolf

Münster - Wenn es um eine Beglaubigung, die Schätzung eines Grundstücks oder ein Erbe geht – viele Menschen haben bereits mit dem Ortsgerichtsvorsteher Bekanntschaft gemacht. Auch der Schiedsmann ist so manchem bekannt: Er kümmert sich um die Fälle von zum Beispiel Hausfriedensbruch, Beleidigung, Körperverletzung und Sachbeschädigung, bei denen größeres öffentliches Interesse fehlt. Von Friedel Seib

Das Motto „Schlichten statt richten“ steht für den Schiedsmann im Mittelpunkt. Eine nicht immer einfache Aufgabe: „Wenn es darum geht, dass ein Baum oder ein Strauch zu nah an der Grundstücksgrenze steht, geht es oft heftig zur Sache“, erzählt der Ortsgerichtsvorsteher und Schiedsmann in Personalunion Hans Heckwolf. 25 Jahre Erfahrung als Streitschlichter haben ihm gezeigt, dass es oft nicht um das Grenzgestrüpp geht. „Die Gründe liegen oft tiefer oder schon länger zurück. Da will es oft ein Gekränkter dem anderen heimzahlen und wartet nur auf eine Gelegenheit.“

Geschlichtet wird bei ihm zuhause, in seinem Büro treffen die Streithähne aufeinander. „Dazu kann jeder einen Beistand mitbringen, zum Beispiel einen Anwalt“, erläutert Heckwolf. Dann kommen die Beleidigungen, leichte Körperverletzung und Nachbarschaftsstreit auf den Tisch. „Münster ist aber friedlicher geworden“, sagt Hans Heckwolf. „Als ich angefangen habe, waren es noch zehn bis zwölf Fälle im Jahr, im vergangenen hatte ich keinen einzigen.“

Jede Gemeinde hat Schiedsmann und Ortsgerichtsvorsteher – auch Altheim: Dort ist Ludwig Wießmann Ansprechpartner. Die Gebühren, die die Dienstleistungen von Schiedsmann oder Ortsgerichtsvorsteher kosten, sind vergleichsweise gering – die Beglaubigung einer Unterschrift kostet gerade mal fünf Euro.

Pensionär Hans Heckwolf, 1941 auf die Welt gekommen, blickt in diesem Jahr auf 50 Dienstjahre in der Münsterer Gemeindeverwaltung zurück. Als Verwaltungsoberrat war Heckwolf zuletzt für Personal und Ordnungsamt zuständig. Vor 25 Jahren wurde er vom Dieburger Amtsgericht ernannt – sein Vorgänger war Bürgermeister August Ries.

Eine seiner Aufgaben als Ortsgerichtsvorsteher ist die sogenannte „Nachlasssicherung“: Sie ist bei Verstorbenen ohne Angehörige erforderlich. Außerdem kann Hans Heckwolf Gegenstände und Grundstücke schätzen; auch Unterschriften kann er beglaubigen sowie Eintragungen ins Vereinsregister vornehmen. Vier Schöffen stehen ihm bei Bedarf hilfreich zur Seite.

Auch die Liste seiner ehrenamtlichen Tätigkeiten kann sich sehen lassen: 17 Jahre lang war er im Vorstand der DJK aktiv, vier Jahrzehnte lang Rechner im Dienste der Freiwilligen Feuerwehr. Dazu, und noch immer im Amt, kommen 25 Jahre als Obmann im Kirchenverwaltungsrat. Mit Ehefrau Rosi gehören noch zwei Kinder, mit drei Enkeln zur Familie.

Wenn eine Urlaubsreise in seinem Kalender steht, macht sich der Münsterer zusammen mit seiner Frau häufig nach Österreich auf. Das liegt nahe: Tochter Petra hat die schneesichere Touristenhochburg Ischgl zur Heimat ihrer Familien erwählt.

Doch nicht nur für die Berge, auch für Strand kann er sich begeistern: Hin und wieder bricht Heckwolf auch in die portugiesische Region Algarve auf.

Quelle: op-online.de

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